Bulletstorm - Test der Shooter-Symphonie

Tom
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Manche Entwickler verzieren ihre Spielepackung mit dem Helden. Andere wählen eine dynamische Actionszene oder belassen es schlicht beim Logo. Auf der Box von Bulletstorm sehen wir lediglich die Sohle eines Stiefels. Das passt. Im neuen Spiel der Macher von Painkiller treten wir nämlich zahlreichen Bad-Guys in den mutierten Hintern, fluchen schlimmer als die Begleiter so mancher Militär-Shooter und sind generell einfach verdammt unhöflich.

Bulletstorm - Test der Shooter-Symphonie

“Bulletstorm” befördert das Genre zwölf Jahre in die Vergangenheit, als kruder Humor, Absurdität und steroides Macho-Gehabe noch zum guten Ton in jedem Ego-Shooter gehörten. Unser Test verrät, ob sich die Zeitreise lohnt.

Passend zu diesem, ähem… “Retro”-Theme beginnt “Bulletstorm” dann auch entsprechend ruppig: Wir – Grayson Hunt, Weltraum-Pirat auf der Jagd nach seinem ehemaligen General – nehmen einen kräftigen Schluck Rum und versuchen volltrunken eine leere Flasche vom Kopf einer gefesselten Geisel zu schießen. Die schreit und bettelt und wird schließlich auf Knopfdruck via Luftschleuse ins All gesaugt – wir wissen alles, was wir wissen wollten. Grayson will nämlich den fiesen General Sarrano finden und töten. Das Motiv: Rache. Als Hunt damals im Dead Echo-Squad unter Sarrano gedient hat, wurden er und seine Männer nur benutzt, um unschuldige Reporter, Zeugen oder politische Gegner aus dem Weg zu räumen.

Der vermeintlich finale Angriff geschieht dann auch gleich zu Beginn des Spiels: Grayson greift das Schiff des Generals an, wird beinahe überwältigt und rammt in einem letzten Akt der Verzweiflung seinen Feind. Sarranos Schlachtschiff ist anschließend zur Bruchlandung auf Stygia gezwungen, einem Planeten voller Mutanten, Monster und fleischfressender Pflanzen – der perfekte Schauplatz für einen der schnellsten und innovativsten Shooter der letzten Jahre.


Unser Ziel ist es nun, zusammen mit Ishii, unserem Cyborg-gewordenen Begleiter und letzten Überlebenden von Graysons Crew, von Stygia zu entkommen. Die angestoßene Story versucht sich dabei an dramatischen Wendungen, Charakterentwicklung und Emotion. Sonderlich erfolgreich ist “Bulletstorm” damit nicht, denn es fällt uns einfach etwas schwer, Mitleid mit jemanden zu empfinden, der seine Gegner mit einem Kick in die Weichteile zu Boden bringt, ihnen anschließend eine Ladung Schrot ins Rektum jagd und dabei “Hell Yeah!” ruft.

Aber eben dieser, vom Großmeister Duke Nukem inspirierte Machismo ist es, was “Bulletstorm” einen eigenwilligen “Charme” verleiht. Die meisten von Graysons One-Linern sitzen, die Barrage an kreativen Beleidigungen ist herrlich übertrieben – “Bulletstorm” nimmt sich selbst nicht ernst und das ist etwas, das wir heute nur noch selten sehen. Zwar erreicht die Reise durch Stygia damit nicht den Kultstatus von Entwickler 3D Realms’ frühen 3D-Shooter, wir sind uns aber sicher, dass der Duke stolz auf “Bulletstorm” gewesen wäre.

Weitere Themen: Bulletstorm Demo, People Can Fly

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