Hotel Lux Pressekonferenz - Im Gespräch mit Bully und dem Filmteam

Martin Beck
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"Hotel Lux" ist der neue Film von Leander Haußmann, der Michael Bully Herbig seine erste dramatische Hauptrolle beschert. Die Giga-Filmkritik dazu ist bereits erschienen…und nun folgen die Worte zu der ebenfalls besuchten Pressekonferenz.

Hotel Lux Pressekonferenz - Im Gespräch mit Bully und dem Filmteam

Die meisten Pressekonferenzen sind ja eher freudlose Angelegenheiten, weil die anwesenden Stars in Plüsch gepackt werden und ihre Antworten schon x-mal runtergenudelt haben. Auch bei “Hotel Lux” suchte man klare Konfrontationen eher vergeblich, aber immerhin war das nur eine Mini-Pressetour vor einer -räusper- äußerst ausgewählten Pressetruppe, so dass die Antworten auch mal persönliche Tupfer bekommen konnten.

Rede und Antwort standen die Darsteller Michael Bully Herbig, Jürgen Vogel und Thekla Reuten, der Regisseur Leander Haußmann und die Produzenten Günther Rohrbach und Corinna Eich. Was dabei herauskam, war ein unterhaltsames Gespräch über hohen Schnee, die russische Sprache und George Clooney. Trotz luftiger Starhöhen: Die anwesende Runde konnte einem durchaus sympathisch sein.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Hotel Lux zum Thema dieses Films zu machen?
Leander Haußmann: Die Grundidee stammt eigentlich von Helmut Dietl, der hatte mal von einem Schauspieler im Dritten Reich gehört, der mit Hitlergruß auf die Bühne kam und dann sagte: “So hoch liegt heute der Schnee”. Meine Arbeit daran begann zusammen mit Uwe Timm, der dann aber nach einem Jahr aufgab. Günther Rohrbach kam ca. ein Jahr später mit einer Drehbuchfassung von Volker Einrauch, die mir nur zu dramatisch war. Ich setzte mich dann selber hin und begab mich auf eine wahre Odyssee nach dem richtigen Buch. Wenn man den Film sieht, weiß man, dass das nicht unbedingt der einfachste Stoff ist.


Bully, Sie waren in den letzten Jahren ja praktisch als Ein-Mann-Filmindustrie unterwegs. Wie war es, jetzt “nur” als Schauspieler aufzutreten?
Michael Bully Herbig: Ich hatte ja zuvor schon “Die Geschichte vom Brandner Kaspar” mit Joseph Vilsmaier gedreht, also war es nicht ganz neu. Ich mag es sehr, wenn ich auch mal keine Verantwortung übernehmen muss, obwohl natürlich die Finger schon jucken, wenn man hinter die Kamera blickt. Vielleicht so: Ich war bei “Hotel Lux” mehr engagiert als ein “gewöhnlicher” Schauspieler – inklusive z.B. der Betrachtung der Dailies und der Improvisation einiger Szenen.


Wie wurde die Balance gefunden zwischen bekannten Fakten und subjektiven Wertungen aus dem Blickwinkel der heutigen Zeit?
Günther Rohrbach: Jeder Film über ein historisches Thema wird auch aktuelle Einflüsse enthalten. Das ist wichtig, um eine Verbindung zum Zuschauer zu schaffen, der sich wiederum fragen soll, wie er sich selber in der damaligen Zeit verhalten hätte. Natürlich ist auch die historische Wahrheit wichtig, aber nicht um den Preis, die Zuschauer dadurch zu verlieren.

Wie sah es mit den Geschichtskenntnissen aus – waren die mitspielenden realen Personen bekannt oder musste da nachgesessen werden?
Bully: Mein Geschichtsunterricht begann 2008 am Set von ““, als mir Herr Rohrbach eine Stunde lang übers Hotel Lux erzählte. Ich wusste erst gar nicht warum, doch dann fragte er mich, ob ich die Hauptrolle in diesem Film übernehmen wolle. Das Drehbuch, was ich danach bekam, war noch die erste Fassung von Volker Einrauch, womit ich allerdings kein gutes Gefühl hatte. Mir war das eine Spur zu hart, doch Herr Rohrbach wollte meine Absage auf gar keinen Fall akzeptieren: “Einigen wir uns doch einfach darauf, dass Sie nicht zusagen”.


Als nächstes erhielt ich die Drehbuchfassung von Leander Haußmann, die mir schon wesentlich besser gefiel und letztendlich auch meine Zusage auslöste. Nur, die ganzen Informationen, die mit diesem Film zusammenhängen, waren mir einfach zu viel. Hans Zeisig ist ja jemand, der eigentlich auch nichts weiß und sehr unschuldig in diese Sache gerät, so dass ich für mich einfach das Gleiche beanspruchte…und dann aber nach Drehschluss ständig am googeln war. Der Film stellte bei mir einen ersten Impuls dar, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich hoffe, dass das bei den Zuschauern genauso ist.

Weitere Themen: Hotel Lux, Rockstar

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