Der Fall netcoders - mit den eigenen Waffen geschlagen

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(Uli) Die Enemy-Territory-Szene ist keine besonders große. Am gestrigen Freitag jedoch wurde ihr eine besondere Aufmerksamkeit zuteil: Ein Admin der Szeneseite www.crossfire.nu hatte Zugriff auf das private Forum der Netcoders, einer Gruppe von Cheatprogrammieren und -verkäufern erlangt und die Nicknames und E-Mail-Adressen der Kunden veröffentlicht.

Der Fall netcoders - mit den eigenen Waffen geschlagen

Zunächst wurde lediglich ein Foreneintrag veröffentlicht, in dem Fusen, der Admin, seine Ermittlungen öffentlich machte. Über eine Sicherheitslücke hatte er Zugriff auf das Adminpanel der Seite der Netcoders bekommen und die Daten derjenigen erfasst, die einen privaten Hack für Enemy Territory zu einem Preis von 10 bis 120 Dollar erworben hatten. Diese Liste beinhaltete 5 mehr oder minder bekannte Namen sowie die Rohdaten der Datenbank der Netcoders-Seite.

Als der Forenthread gelesen wurde, machten sich sofort mehrere Nutzer auf die Suche nach weiteren Treffern. Auf Grundlage der Nicknames, der E-Mail-Adressen und der entsprechenden IPs wurden weitere verdächtige Spieler entlarvt – unter ihnen auch ein ClanBase-Admin, der einen Wallhack für Call Of Duty 2 gekauft hatte.

Nun schlug der Fund immer größere Wellen. Eine weitere Datenbankaufzeichnung und ein Script, das den Abgleich von IPs und E-Mail-Adressen ermöglichte, führten schnell zu weiteren Funden. Nicht nur ET-Spieler waren betroffen, auch Hacks für Call Of Duty 2 und Quake waren von den Netcoders verkauft worden. Eine Liste der Cheater wurde erstellt und ist öffentlich einsehbar.

Das Team der Netcoders stand all diesen Vorgängen ohnmächtig gegenüber. Die Webseite wurde offline genommen, als der Eindringling bemerkt worden war. Kurze Zeit später tauchte eine Platzhalterseite auf, die Methoden wie im Wilden Westen propagierte: Es wurden 1000 Dollar für Informationen zur Identität von Fusen in Aussicht gestellt, außerdem wurde angekündigt, man werde ab sofort Cheaten in Clanwars gutheißen und zu diesem Zweck frei verfügbare, von Punkbuster nicht erkannte Cheats veröffentlichen. Inwiefern verhindert werden sollte, dass frei verfügbare Cheats nicht sofort erkannt werden würden, wurde nicht gesagt. Wütende Mitglieder des Teams meldeten sich auf Crossfire an und beschimpften Fusen aufs Übelste. Ein Gerichtsverfahren wurde angedroht – möglicherweise sogar begründet, denn das Hacken einer Webseite (wie von Fusen getan) ist illegal. Ob dies von eine Gruppe, die ein nicht angemeldetes Unternehmen betreibt, das Gewinne mit dem Knacken und Verändern von Software macht, tatsächlich durchziehen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Fakt ist, dass hiermit ein großer Schlag gegen die kommerzielle Cheatercommunity gelungen ist. Unzählige Cheater wurden bereits gebannt und viele werden in den nächsten Wochen folgen. Damit bleibt zu hoffen, dass diese Aktion zumindest mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein war und dass sie erreicht, was wir uns alle wünschen – ein faires und gerechtes Miteinander beim Onlinegaming.

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