Modern Warfare 3 - Autor und Kriegsveteran kritisiert Werbekampagne

Jonas Wekenborg
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Dass nicht jedem die Werbemaßnahmen um "Killerspiele" wie Modern Warfare 3 gefallen, steht außer Frage. Nun meldet sich allerdings der Afghanistan-Veteran und Buchautor D.B. Grady zu Wort und kritisiert vor allem deren Werbevideos mit Starbesetzung.

Modern Warfare 3 - Autor und Kriegsveteran kritisiert Werbekampagne

Computerspiele stellen seit jeher unsere Verbindung zu Vorkommnissen dar, die wir niemals in real erleben werden, in diesem Fall auch nicht wollen. Dass sich dennoch manch einer an bestimmten Spielen ganz besonders aneckt, ist dabei auch keine Seltenheit. So hat der Autor D.B. Grady mit scharfen Worten vor allem das Video “The Vet & The n00b” kritisiert, in dem die Schauspieler Sam Worthington und Jonah Hill im Kampfgeschehen der europäischen Großstädte zu sehen sind und sich Schusswechsel liefern. In Verbindung mit der Vorbildposition, die sie als Schauspieler übernehmen, verharmlosen sie so den Ernst des Krieges.


In seiner Kolumne auf The Atlantic.com schreibt Grady: “Diese Werbung verharmlost die Kämpfe und zeigt einen geschönten Krieg. Wenn wir noch den 10. September 2001 hätten, wäre es vielleicht nicht ganz so schlimm. Diejenigen von uns, die zu jung sind, um sich an den Vietnamkrieg erinnern zu können, mögen sich in ihrer Fantasie ausmalen, wie man mit ruhiger Herzfrequenz im Raketenhagel steht, während man das Magazin in einen Gegner entleert.”

Man merkt den Ursprung dieser Worte, denn immerhin ist Grady in den Kämpfen in Afghanistan beteiligt gewesen und hat somit die Schattenseiten, die ein Krieg vor sich hertreibt, live miterlebt. So endet er seinen Artikel auf dem amerikanischen Portal mit den Worten: Die Modern Warfare 3-Werbung endet damit, dass zwei selbstgefällige Clowns auf die Kamera zu maschieren, während ihre Gewehre über ihren Schultern hängen und Explosionen die Stadt New York erschüttern. Dann erscheinen die Worte: ‘In jedem von uns steckt ein Soldat’.

Nein, tut es nicht.”

Dabei wolle er nicht die ohnehin schon weit verbreitete Diskussion gegen Kriegsspiele anfachen, er sähe in der Werbekampagne lediglich eine komplett falsche Interpretation von Krieg, nämlich als Spaßveranstaltung, dar.

Derweil sollten sich sowohl Publisher Activision als auch Entwicklerstudio Infinity Ward mit diesen Vorwürfen rege beschäftigen, würden sie doch nach eigenen Angaben selbst besonders eng mit Kriegsveteranen auseinandersetzen, um einen hohen Grad an Realismus in der Call of Duty-Serie zu garantieren.

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