BIU-Chef: Zensur in CoD WW2 und Wolfenstein 2 ist ein „Verstoß gegen Grundrechte“

Michael Sonntag
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Dürfen sie es oder dürfen sie es nicht? Die Kontroverse um die zensierte Darstellung des Nationalsozialismus in Videospielen wird schon lange geführt. Jetzt kritisierte Felix Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands für Interaktive Unterhaltungs-Software, im Gespräch mit Games Wirtschaft die Zensur und appelierte an die Grundrechte.

Beinhalten Spiele wie Call of Duty WW2 verfassungsfeindliche Symbole wie das Hakenkreuz oder den Reichsadler, werden diese vom Entwickler für eine deutsche Version durch fiktive Symbole ausgetauscht oder einfach weggelassen. Würden sie drinbleiben, würde das Spiel hierzulande verboten werden. Die Zensur muss sich nicht nur auf die formale Form auswirken, sie kann sogar den Inhalt verzerren. So wurde im Falle von Wolfenstein 2: The New Colossus zur Vorsicht sogar ein Hitler-Auftritt komplett verändert, indem beim Charakter der ikonische Schnauzer entfernt wurde. „Ein grundsätzliches Verbot ist willkürlich“, äußerte sich nun der BIU-Chef dazu.

Wolfenstein 2 ist nicht nur ein Shooter, es ist auch eine Gesellschaftskritik, die Gehör finden muss:

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Wolfenstein 2 - The New Colossus - Launch Trailer

Falk wünscht sich für das Videospiel dieselben Rechte, die auch anderen Medien wie Film und Buch zustehen. „Als Verband der deutschen Games-Branche sehen wir es zuallererst als die Aufgabe der zuständigen Behörden, zeitnah die veraltete Rechtsposition anzupassen und die momentane Ungleichbehandlung endlich zu beenden“, so Falk. Er verstünde, warum Entwickler den Erfolg ihrer Spiele in Deutschland nicht für die wahrheitsgetreue, aber verbotene Darstellung gefährden wollen. Nichtsdestotrotz hält er viel von dem Medium, das seit 2008 offiziell als Kulturgut gilt: „Games sind inhaltlich und ästhetisch unglaublich vielfältig. Ob Arthouse-Entwicklung oder Blockbuster: Jedes Game steht für sich.

Es erfordert Feingefühl, schwierige Themen korrekt zu behandeln. Diese Spiele besitzen das nicht:

Drogen, Gewalt und Rassismus: 20 kontroverse Games

Als Träger der USK könne der BIU aber keine Änderung des Verfahrens der USK veranlassen. „Wir setzen uns gleichwohl weiter für eine Änderung ein“, sagte der BIU-Chef. Was denkst du? Müsste sich langsam etwas in dieser Debatte zugunsten der Videospiele tun oder wirken sie sich auf den eigentlichen Spielspaß gar nicht aus? Sag uns deine Meinung!

Weitere Themen: Call of Duty, E3 2017, Infinity Ward/Sledgehammer Games

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