Command & Conquer - Kult für die Ohren: Die genialen Soundtracks einer Spielelegende

David Hain
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Und plötzlich war es da, das Echtzeitstrategiegenre. Aus der Taufe gehoben wurde es zwar schon weitaus früher, zu Weltruhm gelangte es aber erst mit dem Erscheinen von "Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt" im Jahr 1995. Der Westwood-Titel war nicht einfach nur ein Verkaufserfolg – es war ein Massenphänomen. Warum? Weil….nun eigentlich vor allem deshalb, weil es kaum möglich ist, dies an einem einzigen Grund festzumachen. Fest steht nur: Großen Anteil an der Legende "C&C" trägt der Soundtrack. Zeit, diesen einmal entsprechend zu würdigen.

Command & Conquer - Kult für die Ohren: Die genialen Soundtracks einer Spielelegende

Der Tiberiumkonflikt
Einmal habe ihm sogar Hans Zimmer persönlich gedankt, erzählte Frank Klepacki einst stolz, denn dieser bewältigte das Kunststück, Zimmers Oscar-prämierten Score von “König der Löwen” kunstvoll auf das gleichnamige Videospiel zu übertragen. Lange ist’s her, damals, 1994, kannte Klepacki niemand. Heute ist er zumindest unter Videogamern ein bekannter Hund. Drei Jahre zuvor heuerte er bei Westwood an und sollte danach prägend werden, für den damals mächtigen Entwickler und dessen Flaggschiff – Command & Conquer.

Während die Videospiele gerade erst ihrem 16bit-Kinderstübchen entwuchsen und dabei meist nicht mehr als Chiptune-Gedudel abspulten, wagte Klepacki etwas, dass man so bisher nicht kannte. Er mixte technoiden Industrial-Rock der Underground-Szene, mit dreckigen Gitarrenriffs und sphärischen Klängen. Das Ergebnis erinnerte entfernt an Klepackis Vorbilder “Nine Inch Nails”, “Ministry” und “Tool”, offenbarte aber auch genügend eigene Züge.


Für die Kids und Gamer von damals, die mit entweder mit Eurotrance oder Grunge aufwuchsen, war das ein völlig neues Hörerlebnis. Eines, dass sich einbrannte: Bis heute gilt der Soundtrack von “Command & Conquer” als bester der Reihe, vielleicht sogar als eine der besten Spielemusiken überhaupt. Grandios zum Beispiel: Das funkige “C&C Thang”, der fette Rocktrack “Act on Instinct“, das ruhige “In the Line of Fire” oder das Elektro-Meisterwerk “Mechanical Man”. Vom amerikanische Branchenblatt PC Gamer gab’s dafür 1996 sogar einen Award.

Die Wahl des Soundtracks war für das eigentliche Spiel ein Segen: Während viele Strategiespiele sich auf Weltkriegsszenarien, SciFi (Dune 2) oder Fantasy (Warcraft) beriefen, wählte Westwood für “Command & Conquer” ein modernes Setting, in dem Hightech-Vehikel und Spezialwaffen zum Einsatz kamen. Der martialische Sound des Industrialscores passte sich entsprechend in dieses Setting ein. Skurrilerweise wirkt der technoide Soundtrack in der deutschen Fassung des Spiels sogar noch besser, da man dort die menschlichen Soldaten gegen Roboter austauschte.

Weitere Themen: C&C Demo, Electronic Arts

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