USK unter Beschuss - Innenminister Schünemann fordert Abschaffung

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(Daniel) Der furchtbare Amoklauf in einer Schule der Stadt Emsdetten droht nun auch für Gamer zum Politikum zu werden. Niedersachsens Innenminister Schünemann fordert ein Verbot aller Spiele, mit gewalttätigen Inhalten, die Abschaffung der USK und die Neugründung einer strengeren staatlichen Kontrolle.

USK unter Beschuss - Innenminister Schünemann fordert Abschaffung

Die schrecklichen Ereignisse in Emsdetten haben unweigerlich dazu geführt, dass die “Killerspiel”-Debatte von neuem entfacht wurde.

Bereits seit geraumer Zeit überdenken diverse Innenminister und Ministerpräsidenten verschiedener Bundesländer, die Verschärfung der Spielekontrolle und der zuständigen Instanz – der USK.

Allen voran schreitet nun Niedersachsens Innenminister Schünemann. In einem Interview mit der “Netzzeitung.de” sprach sich dieser dafür aus , eine Bundesrats-Initiative ins Leben zu rufen. Deren Ziel ist es ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Gewaltverherrlichenden Computerspielen durchzusetzen.
Weiterhin steht in der “Netzzeitung.de” geschrieben:
“Ziel sei auch die Abschaffung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). ‘Hier muss es ein völlig neues Überprüfungsgremium geben, das allein in staatlicher Hand liegt’, sagte der Minister.””

Noch mehr Politiker CDU-geführter Länder melden sich zu Wort und machen die Gamesindustrie für die Taten des Amokläufers in Emsdetten (mit)verantwortlich.
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber will ebenfalls eine Initiative zum Verbot von “Killerspielen” beim Bundesrat einreichen.
Zitat Stoiber:
“Killerspiele gehören in Deutschland verboten.””

Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm kritisierte die Praxis der USK scharf:
“Es ist unerträglich, dass Spiele offen in den Handel gelangen, deren Vorläufer noch indiziert waren, obwohl die neuen Versionen noch brutaler sind. Ein wirksamer Jugendschutz kann offenbar nur erreicht werden, wenn besonders schädliche Computerspiele nicht mehr hergestellt werden und der Zugriff für Jugendliche erheblich erschwert wird.””

Diese kritischen Stimmen ertönen nicht zum ersten Mal. Es auch nicht das erste Mal, dass sich die Politik eines schrecklichen Ereignisses wie einem Amoklauf in einer Schule bedient, um beinahe populistisch gegen die sogenannten “Killerspiele” vorzugehen.

Doch es regt sich Widerstand gegen die Pläne von Innenminister Schünemann.
Die FDP-Politikerin und frühere Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betrachtet die Vorstöße äußerst besorgt.

Mit einem Ruf “nach dem starken Staat, der alles verbietet und damit eine Pseudosicherheit vorspielt”, würde das eigentliche Problem nicht an der Wurzel gepackt. Auch für Linksfraktionsvize Bodo Ramelow geht eine solche Debatten am tatsächlichen Problem vorbei: “Wer nur über Killerspiele redet, hat vom eigentlichen Drama nichts verstanden.” “

Auch der “Spiegel” widmet sich dem brisanten Thema und berichtet die Planung des Emsdetter Amoklaufs mit Hilfe des Spiels “Counter-Strike”.
In dem Bericht deckt der Spiegel auf, dass der Amokläufer Sebastian B. sich am Tag nach dem Amoklauf vor dem Jugendgericht wegen “Verstoßes gegen das Waffengesetz” verantworten sollte.
Wie der 18-jährige Täter in den Besitz von Gewehren, Munition und Sprengstoff gekommen ist, scheint für die Politik nicht der entscheidende Faktor für die Verhütung solcher Greueltaten zu sein.

Auch scheint niemanden wirklich zu interessieren, dass Sebastian B. bereits mehrfach die Tat im Internet angekündigt hatte und sogar den Lehrern durch sein Verhalten mehrfach aufgefallen war.

Wer noch mehr zu dem Thema wissen will, kann sich unter den RELATED LINKS informieren.

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