Rahmenbedingungen

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Mit Hilfe eines edlen Holzrahmens kann man ein Bild besonders wirkungsvoll präsentieren. MACup zeigt Ihnen ein Verfahren zur Herstellung profilierter Holzrahmen in Photoshop.

Die Möglichkeiten, Bildern auf digitalem Wege Rahmen zu verpassen, sind unbegrenzt. Besonders hilfreich dabei sind die Ebeneneffekte – eine einfarbige Rechteckeingrenzung auf einer überlagernden Ebene wird dank Schlagschatten, Glanz, Muster- und Verlaufsüberlagerung sowie Kantenabschrägung in kurzer Zeit zur eindrucksvollen Rahmung. Ich möchte Ihnen diesmal ein etwas aufwändigeres Verfahren zum Herstellen traditioneller Holzeinfassungen mit gefrästen Profilen vorstellen. Mit ein wenig Übung ist auch das mit der gezeigten Technik ­innerhalb weniger Minuten erledigt.
Bevor Adobe Photoshop CS den Rendering-Filter Fasern spendierte, mussten für die Darstellung von Holzmaserung mehrere Filter verwendet werden. Wenn Sie noch mit einer älteren Programmversion arbeiten, füllen Sie eine Ebene mit dunklem Grau und wenden den Vergröberungsfilter Mezzotint in der Variante Langer Strich an. Fasern arbeitet übrigens im Unterschied zu Wolken nicht auf leeren Ebenen, sondern setzt eine bereits gefüllte Ebene voraus. Dafür lassen sich die Ergebnisse mit zwei Reglern einstellen – eine Option, auf die man für ­Wolken noch immer vergeblich wartet.Nach dem Färben mit dem gewünschten Holz-Ton ist die Platte fertig, aus der Sie die Leisten herausarbeiten werden. Für noch realistischere Ergebnisse überlagern Sie die Maserungsebene mit einer multiplizierenden Wolken-Ebene, die Sie mit zwei unterschiedlichen Brauntönen gefertigt haben.
Nachdem Sie die Rahmenleisten auf Gehrung geschnitten haben, bereiten Sie einen Alphakanal vor, der für den Filter Beleuchtungseffekte als Reliefkanal dienen wird. Dazu setzen Sie das Verlaufswerkzeug ein; den entstandenen Verlauf verfeinern Sie mittels der Gradationskurven.

Die resultierenden hellen und dunkleren Bereiche dienen später dafür, Vertiefungen in das Holz zu prägen. Gegebenenfalls duplizieren Sie den Holzrahmen vor Anwendung der Beleuchtungseffekte, um glatte Bereiche ohne Profil zu bewahren, die Sie mit einer Ebenenmaske sichtbar machen. Zum Schluss schieben Sie das zu rahmende Gemälde über die Hintergrundebene und weisen dem Rahmen den Ebeneneffekt Schlagschatten zu, damit Bild und Hintergrund entsprechend abgedunkelt werden.
Doc Baumann

 

Fasern-Filter

Während man früher mehrere Vorbereitungsschritte benötigte, um eine Holzstruktur zu erzeugen, geht das mit CS dank des Rendering-Filters Fasern sehr viel zügiger. Setzen Sie Vorder- und Hintergrundfarbe auf Schwarz und Weiß und wenden Sie den Filter
ungefähr mit den im Bild angezeigten Werten für Varianz und Stärke an. Alternative: Vergröberungsfilter Mezzotint · Langer Strich.

 

Farbfüllung

Nachdem Sie die Maserung vorbereitet haben, fügen Sie die Holzfarbe hinzu. Dazu tragen Sie per Fläche füllen mit der Methode Multiplizieren eine geeignete Farbe auf. Dieser Weg ist besser steuerbar, als wenn Sie sofort für den Fasern-Filter Braun und Schwarz wählen würden, da Sie hier mit unterschiedlicher Deckkraft und weiteren Modi – etwa mit Farbig nachbelichten – experimentieren können.

 

Ebene duplizieren

Die vertikal verlaufende Holzmaserung benö­tigen Sie für die senkrechten Rahmenleisten. Zusätzlich brauchen Sie waagerechte Stücke. Dafür duplizieren Sie die Hintergrundebene mit der Tastenkombination . Damit die Größe der Maserung ­beibehalten wird, skalieren Sie den Bereich nicht einfach, sondern wählen nach dem Drehen der Ebene eine Hälfte aus und verschieben sie bis zum Rand.

 

 

 

Ecken beschneiden

Für saubere Gehrungsecken ziehen Sie ein Auswahlquadrat auf und drehen es mit gedrückter Umschalttaste über Auswahl · Auswahl transformieren um 45 Grad. Schieben Sie es in die vier Ecken und löschen Sie aus der oberen Ebene die später nicht mehr benötigten Pixel (links). Den Bereich dazwischen selektieren Sie mit dem Auswahlrechteck und löschen ihn ebenfalls (rechts).

 

 

 

 

Freistellen

Löschen Sie auch die Pixel der oberen Ebene auf der
gegenüberliegenden Seite. Zwischen ihren vier inneren Spitzen lässt sich nun ein exaktes Auswahlrechteck aufziehen, innerhalb dessen Sie den Binnenbereich auf dieser Ebene sowie auf der darunter löschen. Die Ebenenpalette zeigt, welche Form die beiden Rahmenebenen jetzt aufweisen. Reduzieren Sie sie auf eine Ebene.

 

 

 

Alphakanal

Im nächsten Schritt legen Sie in der Kanälepalette einen neuen Alphakanal an, indem Sie unten auf das zweite Symbol von rechts klicken für Neuer Kanal. Aktivieren Sie das Verlaufswerkzeug, wählen Sie in der Optionsleiste die erste Variante Linearer Verlauf und ziehen Sie einen waagerechten Verlauf ein. Damit dieser wirklich exakt ausgerichtet ist, drücken Sie dabei die Umschalttaste.

Gradationskurven

Als Vorbereitung für die Profilierung des Rahmen­holzes öffnen Sie das Einstellungsfeld Gradationskurven
mit . Sie können wahlweise an der Kurve herumzupfen und durch Klicken und Ziehen neue Ankerpunkte erzeugen oder mit dem Stiftsymbol unten rechts die Kurve direkt ins Feld malen. Für einen kontinuierlichen Verlauf klicken Sie danach auf den Befehl Glätten.

Verlauf verteilen

Blenden Sie zur Orientierung einen Farbkanal ein. Wählen Sie die ganze Fläche des Alphakanals aus und schieben Sie sie auf die Breite des Rahmens zusammen. Um das auch für die anderen Bereiche zu tun und um alles gehrungsgenau zu kombinieren, kopieren Sie die Pixel am besten auf eine Ebene, nehmen die Konstruktion dort vor und kopieren den Ebeneninhalt zurück in den Alphakanal.

Beleuchtungseffekte

Diese Vorbereitungen waren nötig, damit Sie den so angelegten Alphakanal im nächsten Schritt als Reliefkanal für den Rendering-Filter Beleuchtungseffekte nutzen können. Sie finden diesen Eintrag ganz unten im Dialogfeld. Wählen Sie als Lichtart Diffuses Licht und setzen Sie die Lichtrichtung und -stärke manuell im Vorschaufeld. Passen Sie die übrigen Regler an.

Profilierter Rahmen

Nach Bestätigung der Beleuchtungseffekte sollte Ihr Rahmen etwa so aussehen. Seine konkrete Form ergibt sich aus der Verteilung der Graustufen im Alphakanal, aus der gewählten Lichtrichtung und -stärke und aus der Höhe, die Sie dem Effekt unten im Einstellungsdialog (Abbildung 9) zuweisen. Fällt das Ergebnis zu schwach aus, wiederholen Sie den Vorgang mit veränderten Werten; beim Abschwächen hilft Verblassen.

Fertiges Bild

Das eingerahmte Bild fügen Sie über der Hinter-grundebene ein. Damit der Rahmen realistischer wirkt, weisen Sie ihm unter Ebeneneffekte einen Schlagschatten zu. Dadurch wirft er innen einen Schatten auf das Gemälde. Sie können auch ein Duplikat des unveränderten Rahmens auf einer neuen Ebene überlagern und so mit einer Ebenenmaske glatte, unprofilierte Bereiche darstellen.

Ovaler Rahmen

Auf einem ähnlichen Weg lassen sich auch runde und ovale Rahmen erzeugen. Bearbeiten Sie dazu eine Ebene mit horizontaler Maserung mit dem Polarkoordinaten-Filter. Die in der Rahmengröße angepasste Graustufenverteilung im Alphakanal nehmen Sie diesmal mit dem auf Radial eingestellten Verlaufswerkzeug vor. Alle anderen Arbeitsschritte gleichen den zuvor beschriebenen.

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Weitere Themen: Counter-Strike Demo, Valve


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