Wackelfrei mit Luuv: Steadycam für iPhone, GoPro und Co.

Flavio Trillo
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Apple legt großen Wert auf seine iPhone-Kamera. Jeder Snow- und Skateboarder, der etwas auf sich hält, filmt mit GoPro. Problem: Je leichter die Kamera, desto unruhiger die Aufnahme. Ein Berliner Startup will mit seinem Luuv Ruhe ins Gewackel bringen.

Wackelfrei mit Luuv: Steadycam für iPhone, GoPro und Co.

Das Luuv ist ein Stabilisierungssystem, das ähnlich wie professionelle Steadycams funktioniert. Eine Mechanik trennt die Bewegung der haltenden Hand von der Kamera, ein Gewicht stabilisiert sie. Anders als andere solcher Lösungen für Smartphones und kleine Kameras (z.B. Glidecam, hier bereits getestet) besteht das Luuv aus nur wenigen Teilen, ist einfach zu justieren und hält auch mal einen Extremsport-Unfall aus.


Die Idee kam Felix Kochbeck in einem Snowbard-Urlaub. Ein selbstgebastelter „erster Prototyp“ leistete überraschend gute Dienste — Aufnahmen mit der GoPro waren plötzlich nicht mehr so verwackelt. Das wollte Kochbeck nicht für sich behalten und so entstand ein Team aus vier Köpfen, die das Luuv entwickelten.

Sie wollen es möglichst simpel halten. Keine Elektronik, keine Motoren — nur Physik. Gewichte, Gelenke und ein ergonomisch geformter Handgriff. Alles mit industriellen 3D-Druckern und hier in Deutschland produziert.

Die Kamera sitzt oben drauf und wird mit Zeigefinger und Daumen leicht geführt. Mit einer Drehung aus dem Handgelenk um 180° kann die draufgeschnallte Kamera auch ganz knapp über dem Boden geführt werden kann. Befestigt werden Smartphone, GoPro und Co. auf einem Standard-Stativgewinde. Hierzu kommen entweder Universal-Halterungen wie der Glif oder Befestigungs-Zubehör der Action-Cam zum Einsatz.

Üblicherweise geht dem Einsatz eines Glidecam-Systems ein langwieriger Einrichtungsprozess voraus. Gewichte müssen genau an das Kameramodell angepasst werden und jede kleinste Veränderung der Balance wirft die Konfiguration über den Haufen. Das Luuv macht das einfacher.

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Steckplätze für die Gewichte (verborgen im unteren Teil der „Hantel“) und je Kamera/Smartphone passende „Schaltpläne“ machen das Einstellen auf iPhone, Galaxy S5 oder GoPro zum Kinderspiel. Die Datenbank der Presets wird ständig erweitert und von der Community mit gepflegt.

Ich konnte es schon ausprobieren und muss sagen: Eindrucksvoll, wie einfach flüssige Aufnahmen von der Hand gehen. Kein Ruckeln mehr bei jedem noch so sanften Schritt. Wenn ihr in euren Videos Geschwindigkeit und Action einfangen wollt, werdet ihr mit dem Luuv viel Spaß haben. Das Video, mit dem die Macher ihre Crowdfunding-Kampagne präsentieren, macht Lust auf mehr.

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Ein klein wenig stutzte ich beim Preis. Immerhin knapp 217 Euro soll das Luuv im Rahmen der Indiegogo-Kampagne kosten. Kein Pappenstiel, wenn man bedenkt, dass man Zubehör wie das von uns getestete Glidepro bereits für 85 Euro bekommt bekam. Hiervon unterscheidet sich das Luuv aber durch eine robustere Konstruktion und vor allem das einfache Setup.

Die Crowdfunding-Kampagne hat gerade erst begonnen und läuft noch bis zum 9. Mai. Vom 5-Dollar-Obolus bis zum 7.000-Dollar-Business-Paket ist noch alles da. Wenn ihr also Sportaufnahmen mögt, nachträgliche Stabilisierung aber nicht, schaut es auch auf jeden Fall mal an!

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Weitere Themen: Samsung Galaxy S5, GoPro HERO3+, iPhone 5s

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