Spieldauer! - Werden Games immer kürzer?

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(Pille) Wenn sich der Zocker von heute ein neues Spiel zulegt, dann möchte er gerne so lange wie möglich Spaß an eben diesem haben. Damit es dazu kommen kann, gilt es für den Entwickler, die richtige Mischung aus Spielspaß und Spieldauer zu finden. zur Verdeutlichung, Call of Duty 4 war ein fantastisches Spiel, in dem dem Gamer von der ersten bis zur letzten Minute Fließbandaction geboten wurde. Der Preis für diese komprimierte Spielspaßansammlung war ein sehr kurzes Game, da diese hohe Gameplayqualität nicht einfach aufrecht zu erhalten war.

Spieldauer! - Werden Games immer kürzer?

Wenn man den aktuellen Spielemarkt betrachtet, so fällt auf, dass die Tendenz eher zu kurzen, actionreichen Spielen geht, als zu epischen Games mit einer Spieldauer von mehreren Tagen. Auch der kommende Shooter “Crysis: Warhead” wird allem Anschein nach nicht über sechs stunden Spielzeit bieten. Auch wenn es sich dabei nur um ein 30 Euro teures Stand alone-Addon handelt, so sind sechs Stunden letztlich nur ein etwas längerer Abend.

Aber ist diese allgemeine Wahrnehmung, dass Spiele immer kürzer werden richtig und wenn ja, woran liegt es, dass man sich inzwischen locker an einem Wochenende durch aktuelle Hits kämpfen kann?

Ein entscheidender Punkt für die Spieldauer ist sicher das Genre, in dem der Titel angesiedelt ist. Rollenspiele sind von Natur aus eher lange Spiele, die dem Spieler durch weite Laufwege und ebenso lange Dialoge öfter einiges an Geduld abfordern und in denen sich häufig ein Gefühl des Leerlaufs einstellt, nachdem man stundenlang durch die verschiedenen Fantasywelten gewandert ist.

Eben dieses Problem haben Actionbündel wie “Call of Duty” oder “Crysis” nicht. Vielleicht ist die Tendenz zu kurzen Spielen also damit zu erklären, dass das Actiongenre an sich so populär geworden ist und die neu gewonnene Zielgruppe der Casualgamer lieber schnelle Action am Stück möchte, als ein langwährendes Spielerlebnis, das unter Umständen einiges an Einarbeitungszeit mit sich bringt und in dem auch die ein oder andere spielspaßtechnische Durststrecke überwunden werden muss.

Die entscheidende Frage, wenn man über Spieledauer und Langzeitmotivation spricht ist allerdings: können hohe “Unterhaltungsdichte” und lange Spieldauer verbunden werden? Es gibt einige Spiele, denen dieses Kunststück mit bravour geglückt ist. Als jüngstes Beispiel wäre dabei sicherlich GTA 4 zu nennen, das mit allen Nebenmission insgesamt ca. 90 Stunden actionreichen Spielspaß bietet.

Auch “S.T.A.L.K.E.R” konnte die Spieler lange vor den Bildschirm fesseln und bot gleichzeitig konstante Action, indem es die Genres Shooter und RPG mixte.

Um die Coregamer bei kurzweiligen Spielen trotzdem möglichst lange bei der Stange zu halten, greifen die Programmierer immer häufiger zu kleinen Tricks wie dem Einbauen von Achievments. Kaum ein Topgame kommt heute noch ohne versteckte Gimmicks, Orden für besondere Leistungen oder ähnlichem aus. Auch ein guter Multiplayermodus kann helfen ein Spiel, welches nach zwei Tagen durchgezockt ist, noch lange über seine eigentliche Spieldauer hinaus am Leben zu erhalten.

Wie wird sich der Markt weiterentwickeln? Werden Spiele das Unterhaltungsäquivalent zu Büchern, einem Medium mit dem man viele Abende pro Titel verbringt und in die man sich regelrecht einarbeiten muss, oder nähern sich Spiele doch eher dem Film an, der ein rasantes, aber kurzes Unterhaltungserlebnis bildet?

Diesen Fragen widmen wir uns heute Abend bei GIGA The Show! Dazu live im Telefoninterview sind bei uns Heiko Gogolin, Chefredaktuer Gee Magazin und Torsten Meier, International Public Relations Manager Ascaron.

Weitere Themen: Crysis Wreckage, Electronic Arts

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