Dark Souls Test – Wir lieben dieses Spiel!

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Ok lieber Leser, du hast es bis hier her geschafft. Jetzt sind es nur noch ein paar Sätze bis zur großen Entscheidung. Wer hätte das gedacht? Vor ein paar Monaten noch erschien dir dieses merkwürdige Action-Rollenspiel als viel zu nischig, zu spleenig oder einfach zu japanisch, um es auf deinem Radar auftauchen zu lassen. Doch irgendetwas an Dark Souls hat deine Aufmerksamkeit geweckt. Wie ein Geist hat es sich in deinem Augenwinkel eingenistet, dir mit seinen mysteriösen Bilderwelten und dem Lockruf der großen Herausforderung Interesse abgetrotzt. Es war ein langer Weg, der dich zu diesem Test geführt hat, lieber Leser. Nun bist du endlich am Ziel – und deine Reise hat sich gelohnt. Versprochen!

Ihr merkt schon, wir wollen vor allem die Zweifler von Dark Souls überzeugen. Das ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Schließlich ist dieses Spiel bestens geeignet, um mit dem ersten Blick übersehen zu werden. Selbst der zweite Blick dürfte vielen Spielern nur verschreckende Eigenschaften offenbaren. Der geistige Nachfolger von “Demon’s Souls” ist wie sein Vorgänger unzugänglich, unkomfortabel und frustrierend. Wer will so etwas denn überhaupt spielen?

Doch wir haben “Dark Souls” überlebt, also werden wir es ja wohl auch schaffen, euch von der brutalen Schönheit und der zeitlosen Klasse, die in diesem wundervollen Spiel stecken, letztlich doch noch zu überzeugen.

Tausend Gründe Dark Souls zu verfallen
Wo fangen wir an? Es gibt tausend Gründe, “Dark Souls” mit Haut und Haaren zu verfallen und sich in seinem faszinierenden Sog stundenlang zu verlieren. Der mit Abstand gewichtigste Grund sind jedoch die intensiven Gefühle, die dieses garstige Action-Rollenspiel in den todgeweihten Seelen entfacht, die tatsächlich versuchen es zu meistern.

Zum Beginn unserer langen Reise in die melancholische Geisterwelt von “Dark Souls” waren es vor allem Wut, Ärger und Aggression die uns dieses verkackte Spiel (und die ganze wahnsinnige Entwicklerbande gleich mit) auf’s Herbste verfluchen ließen. All das, was andere Spiele mit zum Teil enormen Aufwand versuchen zu vermeiden – ständige Wiederholungen, lange Laufwege, schlecht platzierte Speicherpunkte – all das gehört in “Dark Souls” zum harten Brot, in das uns Entwickler FromSoftware beißen lässt. So ist man in den ersten Spielstunden stets versucht, es einfach sein zu lassen und mit den Worten “Dieses Spiel passt einfach nicht zu mir” zu resignieren.


Fehler macht der Spieler – nicht der Entwickler
Ihr könnt uns glauben, auch wir waren an diesem Punkt. In der Rückschau wäre das aber eine echte Tragödie gewesen, denn all die erbarmungslose Dreistigkeit, die uns “Dark Souls” zu Beginn auftischt, hat Methode. Die Entwickler wissen ganz genau, was sie da tun. Die oben aufgeführten Unzulänglichkeiten, die man dem Action-Adventure zunächst vorwerfen möchte, beruhen letztlich auf Fehlern, die man als “Dark Souls”-Noob machen muss, um aus ihnen zu lernen. “Dark Souls” erklärt sich nicht und will dennoch ganz genau verstanden werden, damit man es bezwingen kann.

Dabei sind es ein paar ganz einfache Regeln, an die man sich zu halten hat. Sei bei der Erkundung stets hoch konzentriert, studiere deine Gegner ganz genau, beherrsche das Kampfsystem im Schlaf, kenne deine Grenzen und die wahrscheinlich wichtigste Lektion: Arbeite für deinen Erfolg.


Wenn ihr in einem bestimmten Gebiet vor dem Erreichen des sicheren Lagerfeuers wieder und wieder zu Boden geht, oder wenn euch einer der vielen fantastisch designten Bosse zum xten Mal zu Brei haut – dann, liebe Freunde, habt IHR etwas falsch gemacht. Entwickler FromSoftware trifft keine Schuld. Es gibt für jedes Problem immer eine Lösung – sie will nur gefunden oder eben erarbeitet werden. Das ist der Deal, auf den man sich in “Dark Souls” möglichst früh einlassen muss.

Der Dark Souls Deal
Hat man diesen kritischen Punkt erst einmal erreicht, kippt auch das emotionale Verhältnis, das ein jeder zu “Dark Souls” aufbauen wird in eine ganz, ganz andere Richtung.

Eifer, Tatendrang, Neugierde, Freude und ganz viel Stolz bestimmen fortan den weiteren Weg durch die phantastische Welt, die auf unsere Eroberung wartet. “Dark Souls” beherrscht eine Kunst, die gegenwärtig nur noch wenige Entwickler richtig zu Werke bringen können. Es belohnt uns – oder besser gesagt, es erlaubt uns, uns selbst zu belohnen – mit magischen Momenten, die diejenigen, die sie erlebt haben, so schnell nicht mehr vergessen werden.


Es sind Augenblicke, in denen wir wider all der Grausamkeit, die uns die zahlreichen, fantastisch designten Bosse in “Dark Souls” entgegenwerfen, trotzdem siegreich waren. Augenblicke, in denen wir mit nur noch einem Hitpoint ein gewaltiges Monster niederstrecken und ganz tief ausatmen. Augenblicke, in denen die Spannung kaum zu ertragen ist, weil unser Versagen schlimme Konsequenzen hätte. Es sind diese Momente und die Art und Weise, wie wir sie uns verdienen müssen, die “Dark Souls” für uns zu einem der besten Spiele des Jahres 2011 machen.

Weitere Themen: Dark Souls Demo, Namco Bandai Games


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