Darkspore Test – Zünftige Zweitverwertung

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Leicht hat es “Darkspore” nicht, wenn sich mal die internationalen Pressestimmen ansieht. Wertungen um die 60%-Marke, vernichtende Urteile, Miesmacherei. Ironischerweise hat es damit eine weitere Gemeinsamkeit mit “Spore”, dem gescheiterten Großprojekt von Entwickler Maxis, auf dessen Rumpf das Hack’n Slay basiert. Auch das wurde von der Fachpresse einmal quer durch den Raum geschubst und ausgelacht.

Darkspore Test – Zünftige Zweitverwertung

Als Tester geht man in solchen Fällen natürlich irgendwo vorbelastet ans Geschäft. Eigentlich logisch: Wenn keiner etwas Positives über ein Spiel zu sagen hat, wie gut stehen dann die Chancen, dass man selbst noch qualitative Überbleibsel entdeckt? Man dürfte sich also die Überraschung auf unseren Gesichtern vorstellen, nachdem wir “Darkspore” installiert und angespielt haben, statt der vorprogrammierten Totalenttäuschung aber so einigen Spaß hatten.

Um mal kurz das Pferd von hinten aufzuzäumen: “Darkspore” ist so etwas wie das “Rudis Reste Rampe” der Videospiele, ein Produkt, das nur deshalb existiert, weil ein anderes nicht funktioniert hat. Weil Maxis nämlich einen tatsächlich sehr guten und beliebten Editor für “Spore” erdacht hatte, darüber hinaus aber den Rest des Spiels vergaß, floppte dieses. Was also machen mit so einer Technologie? Klar: Einfach ein neues Spiel darum basteln. Name: “Darkspore”.

Interessant ist dabei vor allem, dass Maxis nach “Die Sims”, “Sim City” und “Spore” plötzlich ein Genre bedient, das ihnen völlig fremd ist: Hack’n Slay, also jenes überflutete Metier, in dem seit Jahren “” auf uneinholbarem Posten thront. Stellen wir also doch gleich am Anfang die Frage, die sowieso jeder als erstes beantwortet wissen will: Ist “Darkspore” ein ernst zu nehmender Thronanwärter? Nein. Ist es so schlecht, wie manche Pressevertreter dies empfinden? Unserer Ansicht nach nicht.

“Darkspore” unterscheidet sich in einem gewichtigen Detail schon mal ganz grundlegend von den Konkurrenten. Statt einem schlagkräftigen Helden, gibt man uns hier gleich drei an die Hand, die – auch das ist neu – nicht als blondgelockter Strahlemann erscheinen, sondern eigentlich ziemlich scheiße aussehen. Und bisweilen auch mal sechs Armee haben. Hier überträgt “Darkspore” nämlich das “Spore”-Konzept und gibt euch drollige bis skurril-absurde Weltraumkreaturen in die Hand.


Ein großer Aspekt des Spiels dreht sich folgerichtig auch um diese Kreaturen, die man mitsamt des bekannten ““-Editors bearbeitet. Statt Charakterwerte zu durchforsten, Inventarplätze zu verwalten und optimale Skillverteilungen auszurechnen, legen wir hier einfach gefundene Gegenstände im Editor an, verändern deren Größe, kolorieren um, färben nach, drehen, schrauben und ziehen. Wer diesen Bastel-Tamagotchi-Effekt mag, wird viel Faszination im “Darkspore”-Editor erkennen.

Ein Problem haben jedoch all jene, die eben genau die oben genannten Punkte lieben, auf Inventargefriemel und Attributwerte nicht verzichten wollen. Da jede Kreatur lediglich über vier festgelegte Fähigkeiten verfügt, werden viele Spieler den fehlenden Tiefgang vermissen, den sich “Darkspore” klar auf die Kappe der Verfehlungen schreiben muss. Großartiges Taktieren ist somit beim Spielen nie vonnöten.


Auch das sperrige Levelssystem wird gerade Puristen wenig befriedigen: Aufgelevelt wird hier nämlich nicht durch Erfahrungspunkte, sondern durch die Stufe der gefundenen Gegenstände. Ein komisches, weil arg sperriges Konzept, das eine klare Designschwäche offenbart: Da die Gegenstände nämlich zufallsgeneriert werden, passiert es immer wieder, dass wir uns zwar den Wolf metzeln, unsere Kreaturen aber mangels Items stets gleich schwach bleiben.

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Weitere Themen: Darkspore Demo, Maxis


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