Dawn of War II - Retribution - Test: So geht Add-on heute

Tobias Heidemann
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Liebe DoW-Fans, machen wir es kurz: Dawn of War II – Retribution ist der bislang beste Teil der Reihe. Die sechzehn Missionen der Einzelspielerkampagne sind abwechslungsreich und spannend, die neue Fraktion spielt sich erfrischend anders und fast alle Änderungen am Gameplay überzeugen. Ihr könnt also bedenkenlos zugreifen. Noch Fragen? Nein? Dann kann ich ja beginnen, dem Rest der Spielewelt zu erklären, warum wir es bei diesem eigenständigen Add-on mit einer echten Perle der Echtzeit-Strategie zu tun haben.

Dawn of War II - Retribution  - Test: So geht Add-on heute

Mal ehrlich: Add-ons enttäuschen uns häufiger, als dass sie uns positiv überraschen würden. Viel zu oft sind sie schnell und lieblos zusammengeschusterte Anhängsel, die in erster Linie schnelles Geld in die Kassen der Publisher spülen sollen. Mit “Drakensang – Phileassons Geheimnis”, “F.E.A.R. Extraction Point”, “Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 – Der Aufstand” oder auch diversen “Die Sims”-Erweiterungen seien an dieser Stelle nur einige, besonders unrühmliche Vertreter dieser langen Liste genannt.

Es lassen sich aber auch immer wieder Ausnahmen dieser traurigen Regel finden. “Dawn of War II – Retribution” ist DIE Ausnahme schlechthin. Für knapp 30 Euro spendiert uns Relic Entertainment ein Standalone-Erweiterung (das Basisspiel wird nicht benötigt), die so machen Vollpreistitel zum schämen in die Ecke schickt.

Martialisches Space-Stahlgewitter: Die Welt von “Warhammer 40k”

Wer noch nie mit dem im 41. Jahrtausend nach Christi Geburt angesiedelten “Warhammer 40k” Szenario in Berührung gekommen ist, dem mag die Story von “Dawn of War II – Retribution” sehr brachial und kriegstreiberisch vorkommen. Das ist sie zweifelsohne. Allerdings gelingt es Relic Entertainment erneut aus dem martialischen Fundus der Tabletop-Vorlage, den richtigen Stoff für stimmige Charaktere und interessante Handlungszweige zu entnehmen. Der glorifizierende Militarismus, der der Serie tief in den Programm-Code geschrieben ist, sollte dabei zu keinem Zeitpunkt allzu ernst genommen werden.

Das beweisen die ironischen Töne, der erneut überdurchschnittlichen Dialoge, die nicht nur während der zahlreichen Zwischensequenzen, sondern auch vor, nach und während der Einsätze viel zur dichten Atmosphäre des Spiels beitragen. An die cineastische Leistung eines “StarCraft II” kommt “Retribution” indes nicht heran. Dennoch wird die blutige Erzählung zu jedem Zeitpunkt mit sehr Verve und Detailliebe vorgetragen.

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