Vorschau: Dead Island Riptide – Eher Ripoff statt Riptide

von

Wenn eine Präsentation  im ersten Moment das Gefühl erweckt, gerade ein längst erschienenes Spiel noch einmal zu sehen, liegt irgendetwas im Argen. Das ist umso enttäuschender, wenn es wie in diesem Fall mit „Dead Island“ um einen Titel geht, der zwar faszinierend war, aber auch jede Menge Verbesserungspotenzial barg. Relativ eilig, nicht einmal ein Jahr später, schob man vor kurzem eine offizielle Ankündigung für „Dead Island: Riptide“ nach, welches wir nun auf der gamescom erstmals zu Gesicht bekamen. Und verblüfft staunten.

Vorschau: Dead Island Riptide – Eher Ripoff statt Riptide

Schon die Frage, was „Dead Island: Riptide“ nun überhaupt sei, eher Addon, Spinoff oder Fortsetzung, konnte bzw. wollte man uns nicht wirklich beantworten. „Es ist die Fortsetzung, aber nicht Teil 2“. Aha?! Wie jetzt? Scheinbar hat man sich bei Techland bzw. Publisher Koch Media noch nicht entschieden, wie man den Titel vermarkten soll, vor allem aber, vermarkten kann. Echte Sequels kommen bei Fans nun mal besser an als bloße Tie-Ins, ohne Neuerungen lässt sich eine zwei im Titel allerdings nur schwer rechtfertigen.

Kommen wir also zurück zur Präsentation, die mit den Worten „Ihr seid auf einer neuen Insel notgelandet“ beginnt und uns sofort die eingangs erwähnte Verblüffung abnötigt. Sieht irgendwie alles seltsam bekannt aus. „Da ist jetzt mehr Wasser“, erklärt man uns und will damit wohl sagen, dass inmitten des vertrauten Dschungelsettings nun auch kleine Bäche und völlig überwässerte, sumpfähnliche Gebiete zu finden sind.

Nun gut, wahnsinnig neu ist das nicht, gab es so schließlich auch schon im dritten Akt des Vorgängers, kann aber noch kommen. Man zeigt uns eine Mission, die etwa zur Hälfte des Spiels aufkommen wird. Die Helden des ersten Teils, die am Ende per Hubschrauber entkommen sind, landen auf einer neuen Insel, die natürlich ebenfalls von Untoten überrannt wurde. Dort treffen wir ebenfalls auf Überlebende, die sich kleine Bastionen errichtet haben. Abermals ebenfalls.

Auf einen dieser Posten rückt eine riesige Zombiehorde vor – und wir stehen natürlich mittendrin. Was folgt sind extensive Vorbereitungen. Wir stellen Propanfässer auf, ziehen Drahtzäune hoch, verlegen Minen. „Dead Island: Riptide“ gibt dem Spieler zahlreiche neuer Spielzeuge in die Hand, die man – genügend morbide Kreativität vorausgesetzt, an den schlurfenden Untoten ausprobieren kann. Eine diebische Freude sei das, erklärt man uns.

Glauben wir nicht. Einer der großen Kritikpunkte am Vorgänger war das unausgereifte Kampfsystem, dass sich aus Fuchteln, schlechtem Balancing, Hit & Run, übertrieben (un)realistischer Waffenhaltbarkeit und unfairen Respawn-System zusammensetzte und so die vielen schönen Aspekte des Spiels förmlich erstickte. Freude am Experimentieren empfanden wir da nie. Und selbst wenn es sie gäbe, zeigt ein „Dead Rising“, dass selbst die ulkigsten Waffen spätestens nach dem dritten Gebrauch auch nur noch höchstens mittelkomisch sind.

Auf die Frage, ob es irgendwelche Änderungen in dieser Hinsicht gäbe, ernten wir zunächst fragende Blicke. Überraschend, denn auch ohne jetzt mit der Metacritic-Keule wedeln zu wollen, müsste den Machern aufgefallen sein, dass längst nicht alle Reviewer mit der Zombiehatz zufrieden waren. Neben zahlreichen Wertungen im 70er Bereich, vergab das renommierte Edge-Magazin sogar nur 30 Punkte. Zugegebenermaßen deutlich zu wenig, aber ein klares Zeichen.

Weitere Themen: Deep Silver


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz