Dead Island Riptide Test: Die erste Fortsetzung, die keine ist

von

Acht Stunden bin ich jetzt im Spiel. Und meckere und ärgere mich. Jedes Mal wenn ich wieder durch einen unfairen Onehit-Kill sterbe, weil mir ein Zombie sein Messer an den Kopf wirft. Oder wenn mich das Questlog ans andere Ende der riesigen Spielkarte schickt, vorbei an zahllosen respawnenden Zombies. Überhaupt, diese Laufwege. Und diese Quests. Grauenhaft. Aber aufhören kann ich trotzdem nicht.

Diese merkwürdige Faszination übte vor anderthalb Jahren bereits der Vorgänger „Dead Island“ auf mich aus. Damals überwiegte jedoch zunächst die Enttäuschung, dass der viel versprechende CGI-Trailer mit dem finalen Spiel nichts gemein hatte. Dieser Drops ist mittlerweile gelutscht. Das „Dead Island“ nicht mehr (oder weniger) als stundenlanges Herumgefuchtel mit Fink und Forke ist, weiß man mittlerweile.

Die Hassliebe zu „Dead Island“ speiste sich aus den verschiedenen Gesichtern des Spiels. Da wäre die Gute, die mit einer dichten Atmosphäre brilliert, weil ich mich unglaublich einsam auf dieser Insel fühle, während ich in der Ferne das entartete Stöhnen der Zombies höre. Die wirksame Spirale aus Levels-Ups, neuen Fähigkeiten und immer besseren Waffen tut ihr Übriges. Selbst die Grafik (abgesehen von den Charakteren) gefällt mir.

Was mir nicht gefällt, ist das Kampfsystem. Oder die Laufwege. Oder die Notwendigkeit, Reparaturen vornehmen zu müssen. Oder die nicht-vorhandene Story. Oder die teils unfair platzierten Gegner. Es gibt manigfaltige Gründe, dieses Spiel zu hassen – weshalb Kollege Robin beispielsweise schon nach dem Tutorial (!) die Lust verloren hat. Ich jedoch beiße mich durch. Es muss wohl der von „Dark Souls“ bekannte Trieb sein, jede noch so große Hürde nehmen zu wollen – sofern es denn geht.

Also hackt und sticht man sich durch, vorbei an den immer gleichen Gegnern, durchsucht Behälter nach Geld und Waffen und erledigt die teils arg aufwändigen Such- und Bring-Quests. Alles gehupft, wie gesprungen – denn „Dead Island Riptide“ ist diese Sorte von Nachfolger, die keine, wirklich nicht eine einzige neue Idee haben. Abgesehen von drei neuen Gegnertypen, ein paar frischen Waffen und einer neuen Insel (die grafisch aber kaum vom Vorgänger zu unterscheiden ist), ist dies praktisch dasselbe Spiel.

Das kann man schon mal frech finden, zumal 50Euro für „Riptide“ fällig sind. Wer jedoch seine Freude mit dem Vorgänger hatte, wird hier nun mal gut bedient. Die Story gewinnt gegen Ende sogar an Fahrt dank einer unvorhersehbaren Wendung, die neuen Minen bringen diebische Freude ins Waffenarsenal und der Koop-Modus ist ohnehin spaßig, lässt die Missionen aber zu einfach werden. Leider sind auch die technischen Unzulänglichkeiten geblieben – krasse Framerate-Einbrüche und Bugs kennt man ebenfalls aus dem Vorgänger. Immerhin konsequent...

Fazit:

Viel Test ist an dieser Stelle eigentlich nicht nötig, denn für eine Vielzahl der Argumente könnte ich auf unsere alte „Dead Island“-Review verweisen. Denn abgesehen von minimalsten Kleinigkeiten, ist das hier praktische ein und dasselbe Spiel. Ob das nun Dreistigkeit, Serientreue oder schlicht Einfallslosigkeit ist, sei mal dahingestellt, aber selbst für ein Addon (was Riptide nicht ist) ist das zu wenig. Vor allem zum Preis von 50 Euro.

Skurrilerweise haben sich unsere frühen Preview-Eindrücke bewahrheitet. Am ausgesprochen sperrigen Spielsystem hat sich nichts geändert. Ihr werdet viel sterben, viel laufen, euch oft ärgern, viel fuchteln. Allerdings behält sich auch „Riptide“ diese seltsame Faszination bei, gespeist aus der genial-postapokalyptischen Atmosphäre und dem stetig angefütterten Sammeltrieb. Ob das als Empfehlung gilt, solltet ihr selbst herausfinden – allerdings mit dem günstigeren Vorgänger.

Unsere Wertungsphilosophie

Folge uns auf Facebook, Twitter oder Youtube. So bist du immer auf dem neuesten Stand.

Wertung

6/10
Getestet von David

Keine einzige neue Idee, aber zumindest bleibt der durchaus faszinierende Ansatz. Für den Preis aber eine Frechheit.

Leserwertung
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

138 Leser haben Dead Island: Riptide mit durchschnittlich 6 von 10 Punkten bewertet. Und wie gefällt's dir? Gib deine Wertung ab!

Na, angefixt?

Weitere Themen: Deep Silver


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz