Destiny Ersteindruck – Große Worte, kleine Taten

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Seit Wochen teaserte Bungie die große Enthüllung ihres neuen Ego-Shooters „Destiny“ an. Wenn die Macher von „Halo“ in Kooperation mit Activision das gesamte Genre auf den Kopf stellen wollen, horcht die Spielelandschaft natürlich auf. Nun ist es passiert, „Destiny“ wurde enthüllt und...ich habe immer noch keine Ahnung, was das Ganze nun eigentlich werden soll.

Destiny Ersteindruck – Große Worte, kleine Taten

Warum? Nun, weil Bungie und Activision sich aus irgendeinem Grund dazu entschieden haben, bei der offiziellen Ankündigung des – angeblich – revolutionären Online-Shooters kein Gameplay-Material zu veröffentlichten. Keine Gameplay-Videos, keine Screenshots, nichts.

Stattdessen gibt es ein Dutzend Artworks und noch mehr Versprechungen. Die könnte ich jetzt blind wiedergeben und einfach mal für voll nehmen – mache ich aber nicht, denn spätestens seit „Aliens: Colonial Marines“ sollte man gemerkt haben, dass das selten eine gute Idee ist.

„Destiny“ soll ein „Shared World Shooter“ werden. Ein Shooter, bei dem eine bestehende Internet-Verbindung vorausgesetzt wird und ihr jederzeit auf andere Leute treffen könnt. Jeder Spieler erstellt einen eigenen Charakter, wählt eine Klasse, erhält immer neue Fähigkeiten, sammelt bessere Rüstungen, Waffen und...schon muss ich mein Gähnen unterdrücken. Denn was „Bungie“ uns hier als Revolution des Ego-Shooters verkaufen will, scheint nichts anderes zu sein als ein MMOFPS – das Shooter-Gegenstück zum MMORPG.  Momentan ist das weder neu, noch besonders interessant, denn Bungie bewirft uns lieber mit Worthülsen statt mit aussagekräftigen Gameplay-Videos.

»Alles was Spaß macht, macht mit Freunden noch mehr Spaß«, behauptet Halo-Mastermind Jason Jones. „Nö“, behaupte ich. Die Halo-Kampagne ist zwar seit jeher im Coop-Modus spielbar, beim ersten Spieldurchgang spielte ich trotzdem immer allein, da ich nur so völlig in die Story eintauchen kann.

MMOs sind dagegen bekannt dafür, dass sie gerade in puncto Storytelling und Inszenierung gegenüber den Einzelspieler-Pendants schwächeln und Jones gibt sich alle Mühe, diese Befürchtung zu untermauern: »Die wichtigsten Geschichten werden nicht von uns erzählt werden. Sie werden von den Spielern erzählt werden – individuelle Legenden, aufgebaut durch miteinander erlebte Abenteuer«.

Im Klartext: Statt einer packenden, von Bungie geschriebenen Story, sollen Spieler durch ihre individuellen Online-Abenteuer ganz eigene Geschichten erzählen können; eben wie in jedem anderen MMO auch. Dass es keine Charaktere, sondern nur generische Charakterklassen gibt, unterstreicht diese Befürchtung noch.

Wie es sich für Bungie gehört, spielt „Destiny“ natürlich in einer Sci-Fi-Welt, in der die Menschheit von Aliens angegriffen wurde. Als einer der Überlebenden bereist ihr das hiesige Sonnensystem, um die Außerirdischen wieder los zu werden. Dafür könnt ihr sogar mit eurem eigenen Raumschiff das All bereisen und andere Planeten besuchen, inklusive Weltraumkämpfe. Dass Bungie diese zu inszenieren weiß, haben sie in „Halo: Reach“ bereits bewiesen. Wie das jedoch in einem MMO umsetzbar ist, muss sich erst noch zeigen. „Star Wars: The Old Republic“ hat in diesem Bereich gerade erst eine ordentliche Bauchlandung hingelegt.

Und das war es dann auch schon an konkreten Informationen. Natürlich ist ein bisschen Aufregung berechtigt, wenn Bungie ein neues Spiel ankündigt – als großer „Halo“-Fan habe ich der Enthüllung ebenfalls entgegengefiebert. Wenn das Studio aus Bellevue, Washington dann jedoch nichts als Versprechungen um sich wirft, die auf nichts anderes als ein weiteres Shooter-MMO hinauslaufen, sollte ein bisschen Skepsis durchaus angebracht sein. Ich freue mich auf “Destiny“ – dass es die große Shooter-Revolution wird, muss Bungie mir aber erst noch beweisen.

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Weitere Themen: E3 2013, Activision Blizzard


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