DmC Vorschau: Das beste Devil May Cry aller Zeiten?

Ich hatte so meine Zweifel, ob der Reboot der „Devil May Cry“-Reihe etwas werden könnte. Ich mochte das neue Design von Dante nicht, doch was mir viel mehr Sorgen bereitete, war der neue Entwickler. Das englische Studio Ninja Theory ist dank „Heavenly Sword“ und „Enslaved“ für ihre tollen Geschichten und interessanten Figuren bekannt – spielmechanisch waren beide Titel aber sehr, sehr gewöhnlich. Die Erzählung einer guten Geschichte schien wichtiger als das Gameplay. Damit habe ich grundsätzlich gar kein großes Problem – nur war es bei „Devil May Cry“ immer genau umgekehrt und das Gameplay war wichtiger als alles andere. Nach dem mehrmaligen Durchspielen einer Demo kann ich nun jedoch selbstbewusst sagen: „DmC“ könnte das beste „Devil May Cry“ aller Zeiten werden.

DmC Vorschau: Das beste Devil May Cry aller Zeiten?

Das ist zugegebenermaßen eine sehr mutige Behauptung, schließlich habe ich nur einen Level des Spiels gespielt. Bezüglich der noch unbekannten Story mache ich mir jedoch keinerlei Sorgen: Die Mannen von Ninja Theory haben schon zu Genüge bewiesen, dass sie auf diesem Gebiet Experten sind. Wovon “Devil May Cry”-Fans erst noch überzeugt werden mussten, war das Kampfsystem.

Dessen Grundlagen lassen sich definitiv in den ersten vier Teilen finden. Mit den vier Hauptknöpfen springt, schießt und schnetzelt ihr wie eh und je, durch gezielte Pausen in den Schlagkombinationen lassen sich verschiedene Combos durchführen. Der Kniff an der Sache kommt mit den beiden Schultertasten ins Spiel. Im Reboot der Reihe ist Dante Sohn eines Engels und eines Dämons – die rechte Schultertaste steht für seine dämonische, die linke für seine himmlische Seite. Haltet ihr eine der Tasten gedrückt, ändert sich nicht nur eure Waffe zu einer Sichel bzw. einer brennenden Axt, sondern auch die euch zur Verfügung stehenden Schlagkombinationen sind gänzlich andere.

Der Clou: Bestätigt ihr den Fernkampf-Button während ihr eine der Schultertasten gedrückt haltet, benutzt ihr nicht mehr eure Pistolen. Stattdessen befördert ihr euch mit Hilfe einer Kette rasend schnell zu eurem Gegner oder zieht ihn zu euch hin. Diese eine Funktion erzeugt einen Spielfluss, wie es ihn nur selten gibt. Ein Beispiel: Am Boden stellen sich euch drei Gegner in den Weg, in der Luft fliegt ein feindlich gesinnter Engel durch die Luft. Mit der Dämonentaste und eurem Fernangriff zieht ihr den fliegenden Feind zu euch heran, schlagt auf ihn ein, haut ihn anschließend mit der Sichel zurück in die Luft, schnellt im Engels-Modus zu ihm, schlagt dann mit dem normalen Schwert sekundenlang auf ihn ein, nur um dann mit dem Dämonenaxt euch und den Gegner in rasender Geschwindigkeit auf den Boden zu befördern. Durch die Druckwelle werden die Feinde am Boden zurückgeschlagen, ihr zieht euch erneut an sie heran und erledigt sie gleichzeitig mit einer ausgefallenen Schwertcombo. Der Kampf ist vorbei und mein Blutdruck bei 180.

Natürlich ist es nicht immer ganz so einfach. Manche Dämonen schützen sich mit einem Schild, den ihr nur mit besonderen Attacken umgehen könnt oder gehen mit einer Kettensäge auf euch los. Die Ausweichrolle ist im Gegensatz zu den Vorgängern nun auf einem gesonderten Button gelagert, wodurch ihr Dante wesentlich unkomplizierter durch die Monsterhorden manövriert.

Die große Schwäche der Vorgänger waren die extrem fummeligen Sprungpassagen. Dank der Möglichkeit, in der Luft jederzeit eine große Distanz nach vorne zu gleiten und einer frei kontrollierbaren Kamera machen diese Stellen aber nun tatsächlich Spaß. An bestimmten Punkten gelangt ihr mit eurer Kette an ansonsten unerreichbare Orte und dank des grandiosen Leveldesigns wisst ihr nie, was nun eigentlich hinter der nächsten Ecke auf euch wartet – oder ob die Ecke nicht plötzlich auf euch zurast. Das Level selbst versucht nämlich, Dante zu töten. Links und rechts versuchen die Wände, euch zu zerquetschen, Autos fliegen in den Weg und der Boden gibt plötzlich unter euren Füßen nach. In diesen Szenen erinnert das Spiel stark an Inception. Da ist es nur passend, dass die Stadt den Namen „Limbo City“ trägt. Das Beeindruckende daran ist, dass die gesamte Zerstörung nicht nur in Echtzeit berechnet, sondern in dem von mir gespielten Level auch niemals frustig wurde. Ich hatte immer genug Zeit, plötzlich auftauchenden Abgründen auszuweichen oder andere akrobatische Aktionen durchzuführen, ganz ohne den Einsatz von nervigen Quick-Time-Events.

Ausblick

Was habe ich mich aufgeregt, als ich das erste Mal den neuen Look von Dante zu sehen bekommen habe. Seitdem wurde sein Gesicht nochmal ordentlich überarbeitet, doch selbst das hätte sich Ninja Theory sparen können. Denn in dem Gebiet, auf das es ankommt, scheint “DmC” seinen Vorgängern in Nichts nachzustehen – ganz im Gegenteil! Das Kampfsystem ist perfekt ausbalanciert, jede Combo fließt flüssig in die Nächste über und dank der cleveren Nutzung der Schultertasten gibt es dutzende Wege, eure Waffen miteinander zu kombinieren. Selbst die Sprungpassagen sind dank der neuen Kamera und des großartigen Leveldesigns nicht nur einfach zu bedienen, sondern machen auch noch Spaß. Egal, ob man Dantes neue Frisur mag, oder nicht. Eines steht fest: „DmC: Devil May Cry“ wird ein Hit.

Ersteindruck: Ausgezeichnet

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Weitere Themen: Devil May Cry Demo – DmC Demo

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