Mit System zum Bild
Eine wachsende Zahl von DSLRs mit Live-View und teilweise auch einem Movie-Modus sorgt für einen sanften Aufstieg von der Kompakt- zur modularen System-kameraklasse. Neben Spiegelreflexkameras bieten jetzt auch Modelle mit elektronischem Sucher eine vergleichbare Flexibilität.

Für diesen Vergleichstest haben wir sechs Systemkameras für Einsteiger ausgewählt. Neben den DSLRs Canon EOS 500D, Nikon D3000, Olympus E-620, Pentax K-x und Sony Alpha380 testen wir das Micro-Four-Thirds-Modell Lumix DMC-GH1 von Panasonic, dessen elektronischer Sucher ohne Spiegelmechanik auskommt.
Canon EOS 500D

Four-Thirds-Lager an. Gegenüber den Mittelklassemodellen hat Canon am Gehäuse gespart, das aus Kunststoff besteht, und das Sucherbild wird von einem Dachkantspiegelsystem anstelle eines lichtstärkeren Prismas erzeugt. Der Digic-4-Prozessor, der 14-Bit-A/D-Wandler und das 920.000 Pixel auflösende Display entsprechen dafür dem Leistungsstand der höherpreisigen Modelle, ebenso das automatische Sensorreinigungssystem.
Wie alle aktuellen EOS-Modelle kann die 500D ein Live-Bild auf ihrem 3,0-Zoll-Display anzeigen, das ansonsten als Statusdisplay dient. Den hierfür erzeugten Strom von Videobildern kann man im Moviemodus auch aufzeichnen, wobei die Full-HD-Auflösung von 1920×1080 Pixeln noch die VGA-Auflösung des Displays übertrifft. Leider hat Canon die Bildrate auf 20 Bilder pro Sekunde beschränkt, was kaum über dem Super8-Niveau liegt.
Im Live-View- und Video-Modus stellt man mit einem Kontrastvergleichs-AF scharf, der allerdings sehr langsam arbeitet. In der Live-View ist es sinnvoller, zur Fokussierung kurz den Spiegel zurückklappen zu lassen, damit die Kamera in der Dunkelpause den bedeutend schnelleren Phasendetektions-AF nutzen kann.
Wie Canons Profimodelle ist auch die EOS 500D nach dem Einschalten praktisch verzögerungslos aufnahmebereit. Im Einzelbildmodus vergehen 0,4 s zwischen zwei Bildern; im Serienbildmodus legt die Geschwindigkeit noch auf 3,4 Bilder/s zu. Rund 25 JPEGs oder 8 Raw-Bilder können mit dieser Bildrate aufgenommen werden; danach fällt die Geschwindigkeit ab. Der 9-Feld-Autofokus mit zentralem Kreuzsensor stellt mit dem Standardzoom in 0,3 bis 0,4 s scharf – falls nicht, lässt sich der Autofokus für alle oder nur für bestimmte Objektive fein justieren.
Die gemessene Auflösung von rund 2260 Linien/Bildhöhe ist die höchste des Testfelds und auch der Wirkungsgrad von 72 Prozent kann sich sehen lassen. Das Farbrauschen bleibt bis ISO 1600 gering, steigt dann aber bis ISO 12.800 gleichmäßig an; beim Helligkeitsrauschen kann sich nur die Panasonic Lumix DMC-GH1 mit der 500D messen.
Nikon D3000

Wer häufig aus unterschiedlich belichteten Aufnahmen ein HDR-Bild mit höherem Dynamikumfang berechnet, wird den großen Umfang der Belichtungskorrektur begrüßen, mit der man die Belichtungsparameter um ± 5 EV verändert. Auf Belichtungsreihen muss man dann verzichten, ebenso auf eine Spiegelvorauslösung und eine Abblendtaste. Eine Live-View gibt es nicht. Auf dem Sensor haftenden Staub schüttelt die Kamera durch Vibrationen ab. Der Dachkantspiegelsucher vergrößert 0,8-fach; AF-Messfelder und Hilfslinien können in das Mattscheibenbild eingeblendet werden.

Mit 10 Megapixeln markiert die D3000 das Minimum gängiger Sensorauflösungen, setzt sie aber mit einem hohen Wirkungsgrad von 74 Prozent in messbar aufgelöste 1920 Linien/Bildhöhe um. Das Rauschen der relativ großen Sensorpixel ist gering und das Farbrauschen das unauffälligste des Testfelds; die Grenze von ISO 3200 im erweiterten ISO-Modus hätte durchaus weiter gesteckt sein können.
Michael J. Hußmann

