Diablo 3: Fehler 37 oder Warum wir ziemlich genervt sind

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Als Blizzard im vergangenen Jahr verlautbaren ließ, dass „Diablo 3“ nur noch mit permanenter Internetverbindung gespielt werden könne, tobte der Sturm im Wasserglas in vergleichsweise überschaubarer Größe. „Was soll's, ich bin doch eh ständig online“, dachten sich viele. Ein Großteil davon dürfte diesen Gedanken mittlerweile bereuen. Seit dem Mitternachtsstart am 15. Mai kämpfen nahezu alle Spieler weltweit mit einem viel größeren Übel als Diablo – Fehler 37.

Diablo 3: Fehler 37 oder Warum wir ziemlich genervt sind

Das Battle.net hat für sämtliche Login-Vorgänge seine Fehlercodes, Fehler 37 dürfte dabei derjenige welche sein, der für den Authentifizierungsprozess des Accountnamens steht. Nach rund einer Minute Wartezeit ploppt ein Fenster auf und berichtet uns, man könne leider derzeit nicht zum Diablo 3-Server verbinden. Doof, aber nachvollziehbar – „Diablo 3“ verkauft sich derzeit schneller als die Händler ihre Regale aufstocken könnten.

Man sollte allerdings meinen, dass Blizzard dann doch so viel Empathie besitzt, um abschätzen zu können, dass während der ersten Tage JEDER ins Battle.net verbinden möchte. Der Hype um „Diablo 3“ köchelt seit Monaten auf höllischen Temperaturen, die Vorbestellungen sprengten selbst bei Amazon alle üblichen Rahmen. Zu Blizzards Verteidigung muss man aber wohl sagen, dass keine Vorausplanung und Serverarchitektur dieser Welt einen Ansturm dieser Größenordnung abfedern könnte.

Was man allerdings sehr wohl beanstanden kann ist etwas, dass wohl nur sehr wenige haben kommen sehen: Die permanente Internetverbindung, die bereits „Starcraft 2“ voraussetzte, macht – im Falle eines Serverabsturzes – jegliches Spielen unmöglich. Selbst, wenn man eigentlich nur allein losziehen möchte, ohne die Freuden des Mehrspielerspaßes, sitzt man stundenlang vor einer Fehlermeldung und ärgert sich.

Gestern Nachmittag, gegen 16Uhr, kamen zunächst die Lags. Denn auch das gehört zum Spielerlebnis „Diablo 3“. Der Krieg gegen die Horden der Hölle findet auf Blizzards-Battlenetservern statt, ob ihr wollt oder nicht. Und wenn die überlastet sind, laggt es eben. Oder noch schlimmer: Man fliegt einfach raus. So geschehen gestern, gegen 17Uhr, während unserer Testläufe. Danach war kein Spielen mehr möglich, bis weit nach 22Uhr. Fehler 37. Oder 75. Je nachdem.

Logisch, dass im Netz bereits fleißig gehasst und gemeckert wird. Fehler 37 beherrscht die Facebook-Pinnwände aller Diablo-Fans, Youtube-Rantvideos sprießen schneller aus dem Boden als Diablos-Schergen und bei Amazon wird wie immer bereits fleißig die „Ein-Stern“-Kanonade abgefeuert. „BLIZZARD, SO GEHT ES ABSOLUT NICHT. SETZEN SECHS !!!!“ – um mal nur ein Zitat zu bringen. Und auch wir ärgern uns natürlich, die nicht nur aus privater Leidenschaft spielen wollen, sondern – ja man glaubt es kaum – ihren Job machen müssen. Und einfach nicht können.

Diablo 3 und der Ruf zu den Waffen

Blizzard wird diese Probleme sehr wahrscheinlich schnell in den Griff bekommen. In vielleicht nicht einmal einer Woche wird sich niemand mehr an den Ärger zum Release erinnern. Warum auch – das Spiel macht unheimlich viel Spaß, so viel können wir euch schon jetzt verraten (unser Test folgt in Kürze). Dennoch ist dieses Gebaren mit erzwungener Onlineverbindung eine von vielen alarmierenden Entwicklungen im DLC-, Online-, DRM-, wasauchimmer-Wahn.

Zumal sich die Geschichte hier einfach nur wiederholt: Als Ubisoft vor zwei Jahren die Vorreiterposition einnahm und den Onlinezwang bei „Assassins Creed 2“ in großem Stil salonfähig machen wollte, sah das Ergebnis ähnlich aus. Heruntergefahrene Server, keine Spielverbindung, unzählige erboster Fans. Sie alle wollten Ubisoft damals boykottieren – 2011 wurde „Assassin's Creed: Revelations“ trotzdem zu einem der meistverkauften Spiele überhaupt.

Vielleicht lernen wir ja irgendwann einmal daraus. Oder auch nicht – dann können wir uns künftig wahrscheinlich auf viele weitere Fehlermeldungen freuen. Nummer 38 hatten wir ja zum Beispiel noch nicht...

Diablo 3

Weitere Themen: Diablo 3 Patch, Diablo 3 Beta, Activision Blizzard


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