Diablo 3 für PS3 und Xbox 360: Was kann die Konsolenversion?

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Ich dachte, ich hätte genug davon. Nach über 100 Stunden auf dem PC, einem Level 60 Hardcore-Charakter und zahllosen Multiplayer-Partien habe ich Diablo 3 schon vor Monaten zur Seite gelegt. Statt jetzt aber gemütlich auf das Add-on „Reaper of Souls“ zu warten, legte ich die PS3-Version des Höllen-Geschnetzels in die Konsole. Und schon brannte es wieder, das Loot-Feuer.

Nur für's Protokoll: Lassen wir den historischen Moment, dass Blizzard seit SNES-Zeiten wieder ein eigens entwickeltes Spiel auf die Konsole bringt, für eine Sekunde sacken. So.

Das neue Dark Alliance

Wenn ihr noch so gar keinen Plan davon habt, wie gut „Diablo 3“ für den PC war, dann lest euch Davids Diablo 3 Test vom letzten Jahr durch. Ich gehe hier nur auf die Unterschiede zwischen Konsolenfassung und PC-Version ein.

Wenn ihr schon mal „Baldur's Gate: Dark Alliance“ oder „Torchlight“ auf der Konsole gespielt habt, wisst ihr ungefähr, wie sich das neue „Diablo 3“ steuert. Mit dem Analogstick bewege ich meinen Helden jetzt also direkt durch die Welt. Dadurch wirkt Blizzards Beutejagd noch mal actionreicher, gerade mit Nahkampfcharakteren. Besonders gefällt mir dabei die neue Ausweichrolle via rechten Analogstick, die sogar eine neue taktische Ebene in das Kampfgeschehen bringt.

Gerade bei Fernkämpfern werden aber auch ein paar Probleme deutlich. So ist es nun schwerer, einen bestimmt Gegner genau anzuvisieren – stattdessen zeigt man mit dem Analogstick nur in die ungefähre Richtung, in die der Feuerball gehen soll. Zwischen Zielen zu wechseln gestaltet sich da schwierig.

Im Multiplayer ist Blizzard ebenfalls einen Kompromiss eingegangen: Alle Spieler müssen auf demselben Bildschirm bleiben. Weit voneinander entfernen darf man sich nicht und wenn ein Spieler via Portal zurück in die Stadt will, müssen alle anderen mit. Bleibt ein Spieler – aus welchen Gründen auch immer – stehen, während der Rest der Gruppe weiter geht, bewegt der Computer ihn automatisch hinterher oder teleportiert ihn direkt zu einem anderen Spieler.

Altlasten adé

Damit sind Blizzards Eingeständnisse an die Konsole aber auch aufgezählt. Dafür verzichtet „Diablo 3“ auf Xbox 360 und PS3 aber auch auf ein paar Altlasten der PC-Version. Ein Auktionshaus gibt es nicht – das gibt dem gefallenen Loot wieder mehr Bedeutung, kann man sich doch so nicht einfach das beste Equipment zusammenkaufen. Auch der Onlinezwang ist passé, für Einzelspieler-Partien oder Couch-Koop braucht ihr keine Internetverbindung.

Die Steuerung funktioniert übrigens nicht nur aufs Gemetzel bezogen hervorragend. Auch Menü- und Inventarnavigation gehen nach wenigen Minuten der Eingewöhnung leicht von der Hand. Blizzard verlässt sich hierbei hauptsächlich auf kreisförmige Menüs, die via Analogstick zu steuern sind. Mir gefällt zudem die Kategorisierung des Inventars – Stiefel, Helme, Tränke, Crafting-Gegenstände, alles landet nun in seiner eigenen Tasche.

Die Aufteilung der gefallenen Beute funktioniert im lokalen Koop klassisch: Wer zuerst das Loot in der Tasche hat, hat es eben. Je nach Koop-Partner kann das mal mehr, mal weniger problematisch werden. Im Online-Spiel ist alles wie gehabt, jeder erhält sein persönliches Loot. Richtig angenehm ist das Fast-Equip-System: Via Steuerkreuz kann ich gerade aufgesammelte Gegenstände durchwechseln, ohne extra ins Inventar gehen zu müssen. Drei Symbole verraten mir dann, ob ich durch das neue Item mehr Schaden mache, mehr Rüstung oder mehr Leben bekomme.

Gerade „Diablo 3“-Veteranen dürften sich über die neuen Schwierigkeitsstufen freuen, die bei der PC-Version in anderer Form erst mit der Zeit gepatched wurden. Neben der klassischen Einteilung in Normal, Albtraum, Hölle und Inferno, gibt es jetzt auch innerhalb dieser nacheinander freischaltbaren Stufen eigene Schwierigkeitsgrade. Zu Beginn sind das drei an der Zahl, später lassen sich mehr freischalten. Ich habe meinen ersten Spieldurchgang auf „Hard“ gestartet und hatte so gleich zu Beginn echte Herausforderungen. Da gibt es dann schon mal Elite-Monster, die mir mit zwei, drei Schlägen die Barbarenhaut vom Fleisch brennen.

Die Technik von „Diablo 3“ in der von mir gespielten PS3-Version ist durchwachsen. Grafisch sieht das Teil aus wie die PC-Fassung auf mittleren bis hohen Einstellungen, gerade Lichtstimmung und Physik sind genauso beeindruckend wie auf dem Rechner. Dafür gibt es seltene kurze Ruckler, sowohl im Spiel selbst als auch in Zwischensequenzen. Ladezeiten sind fix, die neu entworfenen Menüs sind schick und fügen sich nahtlos in das Spiel ein.

Fazit:

Diablo 3“ hat mich wieder. Der Couch-Koop und die direkte Steuerung sind schon genug, um mich vom PC vor die Konsole zu holen. Offline-Modus, Fast-Equip-System, die neuen Schwierigkeitsstufen und die angepassten Menüs sind ebenfalls gute Pro-PS3 und Xbox 360 Argumente. Das volle „Diablo 3“-Erlebnis gibt es trotzdem nur auf dem Rechner, vor allem, weil dort Patches und vor allem das Add-on „Reaper of Souls“ bereits weit vor der Konsolenversion erscheinen werden.

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Weitere Themen: Activision Blizzard


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