Doom VFR im Test: Virtual Fucking Reality!

Sandro Kreitlow

Nach der bisher größten Virtual Reality-Konvertierung Skyrim VR folgt nun der wohl actionreichste VR-Titel Doom VFR. Wie gut hat Bethesda den schnellen Action-Shooter für die virtuelle Realität angepasst? 

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DOOM VFR – Launch Trailer | PS VR

Nur ein Jahr, nachdem id Software mit Wolfenstein den ersten Ego-Shooter etablierte, folgte mit Doom 1993 eines der einflussreichsten Videospiele aller Zeiten. 24 Jahre später ist Doom noch immer in aller Munde. Mit Doom VFR hat es die Reihe nun sogar bis in die Virtual Reality geschaft. Wie gut funktioniert das bisher temporeichste VR-Spiel auf der PlayStation VR per PlayStation 4 Pro?

Vorteile dank Virtual Reality

Anders als Skyrim VR wurde Doom nicht einfach konvertiert. Doom VFR ist ein eigenständiges, kurzweiliges Spiel für drei bis vier Stunden, das nach den Ereignissen des 2016er-Titels spielt. Alles andere wäre allerdings ohnehin zu anstrengend oder gar unmöglich gewesen. Wie im 2016er-Titel wird auch hier nicht um den heißen Brei herumgeredet. Dämonen dringen aus der Höllenwelt in eine wissenschaftliche Einrichtung ein. Deine Aufgabe ist es lediglich, sie zu erledigen. Doch keine Sorge: Doom VFR ist kein eintöniges Geballer. Für etwas Abwechslung sorgen kleine Rätseleinlagen.

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Für die Fortbewegung hast du die Wahl, ob du die Teleportation nutzt oder dich entweder in kleinen Schritten oder vollkommen frei bewegen willst. Vor allem letzteres ist allerdings nur für ganz feste Mägen geeignet. Spielst du Doom VFR mit dem Dualshock-Controller, zielst du mit dem Kopf. Da du allerdings sehr genau zielen und dich relativ flott bewegen musst, wird das Spielen dabei schnell unangenehm und anstrengend. Auch die Steuerung per Move-Controller ist nicht makellos, da du dich nur im Erfassungsbereich der PS4-Kamera frei bewegen und drehen kannst. Stehst du also mit dem Rücken zur Kamera, werden die Move-Controller nicht erfasst. Doom VFR ist außerdem nicht das erste PSVR-Spiel, das Analogsticks an den Move-Controllern vermissen lässt. Dadurch kannst du dich nämlich lediglich vor und zurück oder seitlich bewegen oder per 180-Grad-Wende drehen.

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In VR bieten sich dir klare Vorteile gegen die fiesen Monster. Wenn beispielsweise eine Rakete in deine Richtung fliegt, kannst du die Zeit anhalten, ehe du dich rechtzeitig mit einem Teleportsprung – zumindest kurz – in Sicherheit begibst. Während die optionale Teleportation in Titeln wie Farpoint oder Skyrim VR noch die Immersion bricht, stört es in Doom VFR in keinster Weise, zumal die Fähigkeit sogar zu Beginn der Handlung begründet wird. Schnell gelingt die Fortbewegung intuituv. Richtig verrückt wird es, wenn du einem Monster schon so viel Schaden zugefügt hast, dass es blau leuchtet. Dann kannst du dich nämlich mit einem weiteren Teleportsprung an die Stelle des Monsters beamen, ehe es platzt und du inmitten einer Blutfontäne stehst. Abartig gut!

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Grafik weder Himmel, noch Hölle

Keine Frage – die schiere Größe der Höllen-Monster wird dir erst in Virtual Reality so richtig bewusst. Zudem werden sowohl Umgebungen als auch Gegner schlicht recycelt, wodurch einige Elemente besonders klar in die Doom VFR eingebaut werden konnten. Selten zuvor konnten Details in VR so gut erkannt werden. Mit den Move-Controllern oder dem Aim-Controller können beispielsweise Beschriftungen auf Waffen oder Türen sehr genau gelesen werden. Auch die Spielgeschwindigkeit bleibt stabil, sodass Motion Sickness nur für diejenigen ein Problem sein sollte, die sich an Virtual Reality ohnehin nicht gewöhnen können.

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Auf der anderen Seite ist die Auflösung aufgrund der leistungsfordernden VR-Technik verringert worden. Mit der Zeit wirst du dich aber daran gewöhnen. Immerhin sind Platzierungen der HUD-Elemente gut gelungen. Lebens- und Munitionsanzeigen hast du stets im Blick, ohne dass sie stören. Der gewaltige Metal-Soundtrack mit dem hervorragenden Sounddesign zieht dich dank Kopfhörern besonders in die Welt von Doom.

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Der Schwierigkeitsgrad ist enorm hoch. Herausfordernd wird es schon auf der zweiten der fünf Stufen. Hier stört hin und wieder die Autosave-Funktion. Du kannst also nicht selbst entscheiden, wann gespeichert wird, wodurch du oft längere Passagen wiederholen musst.

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Fazit

Bis zu zwei Stunden ist Doom VFR problemlos spielbar, denn id Software ist der Schritt in die Virtual Reality außerordentlich gut gelungen. Nur die Steuerung per Dualshock- oder Move-Controller führt zu Brüchen der Immersion. Soundtrack und Sounddesign sind wie schon im 2016er-Doom ausgezeichnet, die Atmosphäre und Kulissen zählen zu dem Besten, was Virtual Reality bisher zu bieten hatte. Vorsicht: Intensiv!

Wird dir gefallen, wenn du schnelle Shooter magst, du schon Erfahrungen mit der Virtual Reality hast.

Wird dir nicht gefallen, wenn du Motion Sickness bekommst und dich Kabelsalat nervt.

Wertung

7.5/10
Getestet von Sandro

Doom VFR beweist, dass schnelle VR-Spiele funktionieren können, wenn die Teleport-Funktion gut umgesetzt wird. Dank brachialer Action und düsterer Atmosphäre ein PSVR-Highlight.

Weitere Themen: Doom, id Software

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