Dragons Dogma – Gamescom Kurzcheck

von

Trailer X zu Spiel Y verläuft üblicherweise so: Die Helden, strahlend und mächtig, umzingeln einen gigantischen Antagonisten, der allein durch seine monströse Physis schockt. Dann – blitzen, krachen, schreien, Riesenvieh tot, Trailer X aus. Die Wahrheit in Spiel Y sieht meist jedoch so aus: Weder blitzt es, noch würde es krachen und ein Riesenvieh gibt’s schon gar nicht. Spieletrailer kochen eben alles etwas heißer, als es letztlich gegessen wird.

Das es anders geht zeigt “Dragons Dogma” von Capcom. Da flattert schon nach wenigen Minuten ein Riesenadler ins Bild, attackiert unsere Heldengruppe – und wir denken: Ja klar…Aber: Das hier ist kein Trailer, sondern reines Ingamematerial. “Dragons Dogma” verbindet den Gigantismus eines “Monster Hunter” mit eher traditionellen, westlichen Rollenspiel-Mechaniken. Aufleveln, Skills, Loot, Items – alles an Bord.

Größere Gegner oder Bosse haben hier auch schon mal den Umfang eines kleinen Luxusdampfers, die man in vielen Kampfphasen, entlang mehrerer Lebensbalken und mit klugen Taktiken besiegen muss. Bossbegegnungen tragen damit also immer etwas verdammt episches. Vor allem, wenn dann mal einer der ganz großen Brocken anrauscht. Am Ende der Präsentation zeigte Capcom noch einen überdimensionalen, roten Drachen, der unsere Heldengruppe eigentlich problemlos verschlucken müsste.

Zum Glück spielt ihr den Singleplayer-Modus nie allein, sondern habt stets mehrere KI-Kameraden im Schlepptau. On- bzw. Offline-Koop gibt es nicht, Capcom will eine hoch atmosphärische Einzelspielererfahrung erschaffen, was sich im Mehrspielerpart schlicht und einfach nicht bewerkstelligen lässt. Die KI spielt allerdings clever mit, heilt, verbindet eure Attacken mit den ihrigen zu mächtigen Kombos. Der Spieler darf sich auf den Rücken der Gegner schwingen – ein höllischer Ritt und spektakulärer Anblick zugleich.

Überhaupt holt Capcom optisch in einem Maße aus, das man so gar nicht gewöhnt ist, von den auf bunte Farben prädestinierten Japanern. Texturen erscheinen glasklar, die Umgebung ist detailreich ausmodelliert, die Animationen gehören zur absoluten Spitzenklasse. Wenn sich uns ein gräßlicher Mantikor in den Weg stellt, samt Löwenkopf, Schlangenschwanz und Adlerschwingen, bewegt der sich beinahe so geschmeidig wie eine Raubkatze. Mit ‘ner Anaconda am Po.

Fazit


Ginge man nur von den Äußerlichkeiten aus, “Dragons Dogma” wäre schon jetzt einer der Titel des kommenden Jahres. Technisch ist das gerade für einen Konsolentitel wirklich beeindruckend, die mehrstufigen Bosskämpfe haben das Beiwort “Epik” wirklich verdient. Viel mehr als das wissen wir von “Dragons Dogma” aber eben nicht. Gibt es überhaupt eine Story? Wenn ja, wie ist sie inszeniert? Wie hoch ist der Rollenspielt-Part? Sind die Charaktere ausgearbeitet? Fragen, die wir erst in den kommenden Monaten beantworten können, trotzdem ist unser Messeeindruck schon jetzt…

Messeindruck: Sehr gut

Weitere Themen: Capcom


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz