User-Review - Drakensang, am Fluss der Zeit

casi
8

(Hilti- Bohrhammerson) Natürlich bin ich, als alter DSA- Recke, bei diesem Game nicht ganz unvoreingenommen. Aber Der Fluss der Zeit hat mich sofort mit seinen Fluten ergriffen und mich auf eine abenteuerliche Reise nach Aventurien mitgenommen.

User-Review - Drakensang, am Fluss der Zeit

Zur Vorgeschichte:
Nach dem sehr schön gestalteten Intro wird klar, dass es sich beim zweiten Teil der Drakensang – Reihe nicht um eine Fortsetzung der Geschichte handelt, sondern um den Rückblick eines Helden des ersten Teils.
Die Geschichte wird von dem, aus dem ersten Teil bekannten, Zwerg Forgrimm erzählt und spielt 1009nBF (nach Bosparans Fall), also 23 Jahre vor dem ersten Teil.
Den Spieler-Charakter aus Teil 1 kann man nicht in das Spiel importieren.

Forgrimm berichtet, das bei dem erlebten Abenteuer nicht nur seine Freunde Ardo und Cuano eine Rolle spielten, sondern auch ein junger Held namens…
Und schon schwenkt das Spiel zur Charakter- Erschaffung des Spieler Helden.

Charakter- Erschaffung:
Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt einen der vielen vorgefertigten Helden (Archetypen), dies würde ich besonders Einsteigern empfehlen, oder man schaltet in den Experten Modus und stellt sich seinen Helden von der Pieke auf zusammen.
Es gibt die aus Teil1 bekannten Rassen, Herkünfte und Professionen. Mit dem Gjalskerländer, einem rohen und brutalen Nahkämpfer und dem zwergischen Geode, einem Magier der Natur, kommen aber auch zwei neue Charakter- Typen ins Spiel.
Einsteigern empfehle ich, einen Nicht-magiebegabten Charakter auszuwählen.

Das Abenteuer:
Sobald man seinen Helden zusammen geklöppelt hat, beginnt das eigentliche Abenteuer. Erst auf einem Nachtlagerplatz am Fluss, danach in der mittelländischen Stadt Nadoret. Zunächst muss man die ersten kleinen Aufgaben erledigen und wird so sanft in die Spielmechaniken eingeführt.
In Nadoret angekommen, gilt es, eine Questreihe zu bestreiten, die sich auf den gewählten Charakter bezieht. Beispielsweise musste mein Kampf- Magier seine Ausbildung bei einem örtlichen, recht skrupellosen Meister der Magie abschließen.
Nach einem besinnlichen Anfang der Geschichte, arbeitet sich der Spannungsbogen der Story stetig nach oben.
Am Fluss der Zeit, ist kein Weltenretter-Epos wie z.B. “Dragon Age” oder “Oblivion”. Vielmehr erzählt es eine klassische Heldengeschichte, in der zwar auch wichtige Persönlichkeiten und Geschehnisse eine Rolle spielen, die Welt aber nicht von den Taten der Helden zerstört oder gerettet wird. Ich mag solche Geschichten sehr gerne, weil es leichter ist, sie nachzuvollziehen. Und wenn man zum hundertsten mal die Welt retten muss, verliert auch dies seinen Reiz.

Solides Handwerk:
Das Spiel ist sicherlich kein Meisterwerk des Grafischen-Spieldesigns und auch kein Effektfeuerwerk der Sonderklasse aber, das hatte ich auch nicht erwartet.
Am Fluss der Zeit besticht durch seine wohlige Atmosphäre und durch seine stimmige Darstellung der Welt Aventurien. Man spürt förmlich, dass man sich durch eine Umgebung bewegt, die auf einer seit 25 Jahren entwickelten Pen & Paper Vorlage basiert..
Wer die Welt nicht kennt, findet im Internet tausende Einträge und Seiten die sich mit dieser beschäftigen. Als kleinen Bonus haben die Entwickler das Basisregelwerk des Pen & Paper Rollenspiels als PDF mit auf die DVD gepackt. Mit diesem Beiwerk kann man unzählige weitere Abenteuer in Aventurien erleben – ohne Computer, ohne Strom, mit Fantasie!
Ein ganz großer Pluspunkt ist die komplette Sprachausgabe, die es im Vorgänger leider nicht gab. Von professionellen Sprechern vorgetragen, die nur gelegentlich doppelt besetzt wurden, hauchen sie der Spielumgebung weiteres Leben ein.
Das Game bietet genau betrachtet keine offene Welt im Stil von “Fallout3″, was seine Vor- und Nachteile hat. In Städten wie Nadoret, kann man sich zwar von Anfang an frei bewegen, aber nicht alle Gebäude sind betretbar.
Es gibt auch keine fließenden Tag- und Nachtwechsel, vielmehr werden Licht- und Wettereffekte als Stimmungselement benutzt.

Die Kämpfe:
Die am Anfang noch leichten, im weiteren Verlauf aber immer anspruchsvoller werdenden Kämpfe, verlangen nach einer guten Taktik, um die Gegner zu besiegen. Mit der Leertaste kann man das Kampfgeschehen immer wieder pausieren, um den einzelnen Helden der Gruppe neue Aktionsbefehle zuzuweisen. Zwar agieren die Charaktere auch selbstständig, doch wenn ein Magier seinen Stab nicht nur als Prügel missbrauchen soll, muss man ihm einen Zauber, ebenso ein Angriffsziel zuweisen. Wer die Kämpfe einfach laufen lässt, findet sich schnell auf dem Boronsanger (Aventurisches Wort für Friedhof) und schließlich auf dem Ladebildschirm wieder.

Verschiedene Lösungswege:
Immer wieder bietet das Spiel verschiedene Möglichkeiten eine Aufgabe zu lösen.
Dies ist oft an einen der begleitenden Kameraden gebunden. Geht man eine Quest mit Forgrimm an, endet dies immer wieder in einem blutigen Gemetzel.
Entscheidet man sich für Cuanos Vorgehensweise, warten Intrigen und Schleicheinlagen auf den Spieler. So kann man, je nach Charakter- Typ, seinen Weg durch die Geschichte bestimmen.

Fazit:
Das Schwarze Auge Drakensang: Am Fluss der Zeit, ist für jeden Spieler der Pen & Paper Vorlage ein absoluter Pflichtkauf. Für Rollenspielfans bietet das Spiel ein solides und liebevoll gestaltetes Spielerlebnis. Freunde von hack & slay – Gemetzel wie bei “Diablo”, sollten lieber die Finger davon lassen.

Wer selbst einmal Probespielen möchte, der findet die Demo zum Spiel HIER!

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