Driver – San Francisco Test – Frisch, eigenständig und einfach groovy

von

Mit der wahrscheinlich lächerlichsten Prämisse seit “Carmageddon” will Entwickler Reflections endlich frischen Wind ins eingefahrene Rennspielgenre bringen. Bleiblut-Bulle John Tanner ist zurück und kann nun per Tastendruck seinen Körper verlassen. In Sekundenschnelle schwebt Tanners Geist frei über der Stadt und kann von jedem beliebigen Fahrer Besitz ergreifen. Klingt beknackt? Mag sein. Driver – San Francisco ist trotzdem ein verdammt guter Arcade-Racer geworden.

Am besten nimmt man “Driver – San Francisco” wie eine kultige Fernsehserie aus den tiefsten 80ern. Der abgefahrene Stil des Rennspiels befindet sich nämlich irgendwo zwischen “Ein Colt für alle Fälle” und “Zurück in die Vergangenheit”. Aus dieser vergangenen TV-Ära bezieht das Spiel seinen naiven und lässigen Ton sowie die Erzählweise der Story. Die kommt in kleinen episodenhaften Häppchen daher, die uns bei jedem Neustart des Spiels mit einem “Bisher bei Driver – San Francisco” stilsicher zusammengefasst werden. Wer sich jetzt noch die Liebe der Reflection Studios für legendäre Film-Verfolgungsjagden à la Bullitt und den mit Abstand fettesten Soundtrack seit der Erfindung des Funk dazu denkt, der beginnt langsam zu verstehen, dass “Driver – San Francisco” ein Spiel mit Persönlichkeit ist.

Die Story um den Gefängnisausbruch von John Tanners Erzfeind Jericho wird für ein Rennspiel überraschend aufwendig inszeniert. Tanner und sein redseliger Partner Jones versprühen dank schlagfertiger Dialoge jede Menge Cop-Movie-Flair. Gleich zu Beginn werden wir Zeuge eines hinterhältigen Überfalls auf einen Gefangenentransport, in dessen Verlauf Ober-Gangster Jericho die Fliege macht und Tanner schwer verletzt wird. Der Undercover-Bulle fällt in ein tiefes Koma. Fortan spielt sich “Driver – San Francisco” nur noch in Tanner Kopf ab.

Eben noch lag er dem Sterben nahe in einem Krankenwagen, dann findet er sich plötzlich im Körper des Sanitäters wieder, der den Wagen fährt. Ähnlich verwirrt wie der Spieler selbst, nimmt Tanner diese neue Fähigkeit nach kurzem Staunen erst einmal so hin und nutzt sie, um sich und später auch anderen Menschen zu helfen.


Die Rede ist vom großen Alleinstellungsmerkmal des Arcade-Racers, dem sogenannten Shiften. Ganz behutsam führen uns die Entwickler an diese innovative Spiel-Mechanik heran. So behutsam, dass man sich anfangs kurz fragt, was daran eigentlich so besonders sein soll. Sobald “Driver – San Francisco” aber die gesamte Anwendungspalette des Shiftens freigibt, sind alle Zweifel zerstreut. Ubisoft Reflections ist es tatsächlich gelungen, dem Genre des Rennspiels etwas vollkommen Neues abzuringen. Lasst uns das kurz erklären:

Man stelle sich eine Hochgeschwindigkeitsverfolgung durch die engen und hügeligen Gassen der kalifornischen Metropole vor. Tanner hat den Körper einer jungen Polizistin “beseelt” und jagt nun ein paar Schwerverbrechern hinterher. Mit Hilfe eines einfachen Tastendrucks und ohne jeden Zeitverlust kann er nun entweder von einem Polizeiwagen zum anderen shiften oder aber er schwebt frei über San Francisco und pickt sich ein geeignetes Vehikel aus dem heranrasenden Gegenverkehr heraus. Das funktioniert in etwa so, wie in der Highway-Szene aus “Matrix – Reloaded”. Wie einer der Matrix-Agenten sitzt Tanner plötzlich am Steuer eines Tanklastwagens und kann mit diesem entweder die Straße verbarrikadieren oder aber den Flüchtigen mit einem Frontalzusammenprall stoppen. Ein Mordsspaß.

Folge uns auf Facebook, Twitter oder Youtube. So bist du immer auf dem neuesten Stand.

Weitere Themen: Driver: San Francisco Demo

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz