Dungeon Defenders: Unreal Engine-Spiel mit Macken

Frank Ritter
6

Mit ein wenig Verspätung ist Dungeon Defenders jetzt erschienen — das erste Spiel, das die Unreal Engine unter Android verwendet (wir berichteten). Dungeon Defenders vom Entwickler Trendy Entertainment — ja, die heißen wirklich so — leidet allerdings unter zahlreichen Kinderkrankheiten, aufgrund derer wir den Kauf des heiß erwarteten Games derzeit noch nicht empfehlen können. In unserem Kurztest erfahrt ihr, warum.

Dungeon Defenders: Unreal Engine-Spiel mit Macken

Zunächst ist die im Market gekaufte APK, wie mittlerweile bei vielen Games üblich, nicht das eigentliche Spiel. Beim Start der App werden die nötigen Spieldaten aus dem Netz nachgeladen, im Fall von Dungeon Defenders sind dies etwa 600 MB. Diese Lösung ist dem Umstand geschuldet, dass Apps im Android Market regulär nur 50 MB groß sein dürfen, dürfte jedoch auch als Kopierschutzmaßnahme bei den Herstellern willkommen sein. Ärgerlich: Durch den langwierigen Download-Prozess — in unserem Test immerhin etwa 20 Minuten — wird effektiv verhindert, dass das Spiel bei Nicht-Gefallen oder vorhandenen Bugs innerhalb des jüngst auf 15 Minuten verkürzten Refund-Fensters zurückgegeben werden kann. Da keine Demoversion verfügbar ist, kauft man also die sprichwörtliche Katze im Sack.

Update: Auf YouTube existiert ein Video, das den Installationsvorgang dokumentiert.

dungeon-defenders

Das Spiel ist eine Art Tower Defense, das aus der Third-Person-Perspektive gespielt wird und um Rollenspiel-Anleihen angereichert wurde. Es verfügt über einen Online-Mehrspieler-Modus (Gamespy-Konto nötig). Mehr zu den Spielinhalten in unserem alten Artikel. Zum Langzeitspaß können derzeit noch nichts sagen, da wir das Spiel nur etwa eine Viertelstunde probespielen konnten, bevor unser Akku versiegte — sicherlich eine Folge des riesigen Spiel-Downloads. Der Einstieg wirkte mit seinen vielen Bedienelementen und der nicht allzu intelligent mitschwenkenden Kamera eher konfus- Allerdings haben wir auch nicht das Tutorial gespielt, wir werden weitere Eindrücke zum Spiel nachtragen.

Das Grafik war auf unserem Galaxy S recht hübsch für jemanden, der mit knalliger Bonbon-Buntheit etwas anfangen kann. Die Verwendung der Unreal Engine, die auf den “großen” Plattformen unter anderem in den Titeln Call of Duty 4 bis 7, Mass Effect, Mirror’s Edge und Batman: Arkham Asylum eingesetzt wird, stellt auf dem Android-Smartphone keinen Quantensprung gegenüber den Spielen von beispielsweise Gameloft dar. Sie scheint selbst mit der guten CPU/GPU-Kombination guten Grafikchip des Galaxy S oft leicht ruckelig zu laufen — entweder stößt die Hardware hier an ihre Grenzen oder die Engine ist nicht ausreichend auf die Mobilgeräte hin optimiert. Dem Ruf eines hervoragend skalierenden Spiele-Unterbaus wird die Unreal Engine in diesem Fall aber nicht gerecht.

Dungeon Defenders: Deutsches Menü

Die furchtbare deutsche Übersetzung im besten Babelfish-Stil störte uns (siehe Bild) ebenfalls. Gerade vor diesem Hintergrund fällt stärker ins Gewicht, dass man die Anzeigesprache nicht auf Englisch umstellen kann.

Fazit: Unser Ersteindruck zu Dungeon Defenders ist eher mäßig. Neben einer langwierigen Installation verärgert uns der recht konfuse Spieleinstieg, die dämliche Übersetzung und die schlechte Performance – die auf älteren Geräten vermutlich noch stärker ins Gewicht fällt. Wir raten beim derzeitigen Zustand von Dungeon Defenders vom Kauf des Spiels ab. Immerhin ist für die Zukunft eine Erweiterung namens “Dungeon Defenders: Arena” angekündigt, die dem erfreulichen Trend zum plattformübergreifenden Spielen zwischen iPhone und Androiden Tribut zollen soll. Das allein reicht aber noch nicht für ein gutes Spiel. Wir hoffen, dass Trendy Entertainment nachbessert.

Download: Dungeon Defenders: Market | AppBrain

dungeon-defenders-qr

Weitere Themen: Engine

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz