Preview - Fable 3

Leserbeitrag
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6 Jahre nach dem Erstling möchten die Lionhead Studios mit Fable 3 einen krönenden Abschluss der Saga kreieren. Lagen zwischen den ersten beiden Teilen noch 4 Jahre, beschränkt sich die Entwicklungszeit für Teil 3 auf ziemlich genau 24 Monate. Ob die Qualität des Spiels darunter leidet?

Schließlich meinte Studio-Chef Peter Molyneux erst vor kurzem, dass man bei Fable 2 einige Dinge hätte besser machen können: ”Wir haben die Entwicklung am Ende völlig überstürzt, weil es diese Phase gab, in der wir von ’die Welt sieht toll aus mit diesen ganzen Features’ auf eine weniger schöne Welt mit weniger Features umsteigen mussten, da es so viele Bugs gab.” Diesmal möchte Molyneux alles richtig machen.

Le roi est mort, vive le roi!

Doch nicht nur spielerisch hat sich bei Fable 3 (hoffentlich) einiges verändert. Knapp 50 Jahre nach den Geschehnissen von Teil 2 angesiedelt, ist Albion nun mitten in der Industrialisierung. Auch ist nicht mehr der unsympathische Lucien an der Macht (wer den zweiten Teil kennt weiß warum), vielmehr hat euer ebenso widerwärtiger Bruder Logan den Thron erobert. Den Weg zur Rache und zur Eroberung der Krone, beschreitet ihr wahlweise als junger Prinz oder Prinzessin. Deutlich beeinflussen könnt ihr das Spiel mit dieser Entscheidung jedoch nicht.

Doch wie in den Vorgängern wird es dazu wieder genügend Gelegenheit geben. Josh Atkins, Senior Design Director der Microsoft Game Studios:

”Bei Fable geht es darum, dass der Spieler etwas fühlt. Wir wollen, dass er emotionale Momente erlebt. Peter fragt regelmäßig das Team und die Designer: ´Was tut ihr, um den Spieler in diesem und jenem Moment etwas fühlen zu lassen?´ Der Schlüssel, den Spieler zu fassen zu kriegen ist, ihm eine Frage zu stellen.”

So könnt ihr zum Beispiel einen Söldnerhauptmann zu verschonen, woraufhin dieser sich eurem Gefolge anschließen wird. Dieses müsst ihr vergrößern um die Haltung gegenüber dem Königshaus zu ändern und letztendlich eine Revolution anzuzetteln. Die Schauplätze scheinen dabei ein wenig abwechslungsreicher als noch beim Vorgänger. Lionhead muss sich übrigens besonders auf die Atmosphäre des Spiels konzentrieren, denn Grafisch hat sich im Vergleich zu Fable 2 zwar einiges getan, ein Augenschmaus ist das RPG aber nicht.

Wichtig bei den Bemühungen um die Macht Albions ist natürlich das Kampfsystem. Besondere Änderungen im Vergleich zum zweiten Teil sind hier kaum zu finden, erneut habt ihr die Wahl euch eure Gegner mit Zaubern, Schwert oder Schusswaffen zu entledigen. Längeres Drücken des jeweiligen Knopfes verstärkt die Attacke, mit Ausweichrollen und Blocken vermeidet ihr Schaden.

Beim Interface folgen die Briten dem aktuellem Trend, auf Bildschirmanzeigen wird beinahe ganz verzichtet. Stattdessen werdet ihr ,ähnlich wie in modernen Shootern , mit Herzklopfen und Co. auf Verletzungen eures namenlosen Helden aufmerksam gemacht.  Mit dabei ist wieder die golden glitzernde Linie, welche euch zu eurem aktuellem Ziel leitet. Nicht fehlen darf natürlich auch der schatzsuchende Hund. Die typischen Erfahrungspunkte hat Molyneux aber ebenso abgeschafft (die Belohnung erfolgt jetzt durch Gildensiegel) wie die seiner Meinung nach umständliche Listenverwaltung im Menü.

Vielmehr rüstet ihr euch nun im per Start-Taste erreichbarem Sanctuary aus. Euer Butler Jasper, im Original gesprochen von John Cleese, zeigt euch so z.B. das Waffenzimmer in welchem ihr die Auswirkungen eurer Taten sehen könnt. Wart ihr großzügig zu Bettlern könnt ihr euch so auf ein schickes blaues Ornament auf eurem Schwertgriff freuen. Im Hauptraum findet ihr eine 3D-Karte von Albion mit welcher ihr Questgeber ausfindig macht und zu bereits entdeckten Gegebenheiten reist.

Neben zahlreichen Sidequests und Rhythmus-Minispielen, bietet auch der Koop-Modus einiges an Beschäftigung. ”Das ist der fehlerhafteste Teil des Spiels, und wir haben wirklich Bammel ihn zu zeigen”, meinte Chef-Designer Atkins bei einem Event Anfang August. In der Vollversion soll es möglich sein die gesamte Story Online mit einem Kumpanen durchzuspielen. Zudem können die Spieler auch heiraten und Kinder bekommen. Trennen sich allerdings die Wege des Paares, landen die Sprösslinge im Waisenhaus.

Wenn ihr den Platz eures Bruders Logan auf dem Thron eingenommen habt, sind laut Lionhead gerade einmal 50% des Spiels vorbei. Von nun an seid ihr damit beschäftigt, das Volk zufrieden zu stellen oder euch als regelrechter Tyrann zu beweisen. Auf die ansprechende Gestaltung  dieser Hälfte des Spiels darf man sicherlich gespannt sein.  Mehrere komplett verschiedene Enden wird es übrigens nicht geben. ”Eine gute Geschichte braucht ein einheitliches Ende”, so Atkins.

Auch wenn Molyneux noch nicht wirklich mit Infos über die zweite Spielhälfte rausrücken wollte und sich im Vergleich zum Vorgänger das Grundgerüst nicht immens geändert hat, wird Fable 3 sicherlich wieder ein Pflichtkauf für Rollenspielfans. Wem aber keiner der beiden vorherigen Teile zusagte und auch sonst nicht auf Rollenspiele steht, der sollte wohl auch von diesem Teil die Finger lassen. Bis zum Release für die XBox 360 im Oktober (PC-Version kommt später) dürfen die britischen Entwickler aber gerne noch ein wenig am Rollenspielepos arbeiten.

Weitere Themen: Lionhead Studios

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