Hunted – Teil 4
Von diesen Rätseln soll es zahlreiche geben, die man nie erfüllen muss, aber oft sollte, denn sie öffnen neue Wege und lassen den Spieler Ausrüstung, Tränke oder Kristalle finden. Im Interview erzählte Matthew von drei Schwierigkeitsgraden: 40 Prozent sollen sehr leicht sein wie etwa der erwähnte Kopf, 40 weitere Prozent der Rätsel sollen schon happiger sein und gerade Anfänger stärker fordern, während die letzten 20 Prozent selbst erfahrene Rollenspieler weinen lassen sollen wie ein Baby.
Inventar ist ja mal sowas von 2009
Thema Ausrüstung: Wie schon eingangs erwähnt wird das Heldenduo nicht gerade mit fortschrittlichster Schmiedetechnik überhäuft werden. Ab und an findet man wohl das eine oder andere Upgrade, aber mehr als das wohl nicht. Das Inventar ist daher nicht wirklich existent und nur in minimalistischer Form zum Wechsel von Waffe-und-Schild- auf zwei-Waffen-Stil da. Auch hier wird wieder mit Rollenspielwerten gebrochen, wie es schon Mass Effect 2 getan hat – nur noch stärker.

Der Fokus auf der actiongetriebenen Story ist der Grund hierfür. Mancher Spieler wird das ewige Vergleichen von Werten vermissen, das Entwicklerteam hat es aber genau deshalb weggelassen: Es dauert eben ewig. Was man daher hauptsächlich einsammelt, sind Pfeile und ab und an ein Schild, da gerade die anfänglichen Modelle schon mal kaputt gehen – als Nahkampfgegenstück zur Fernkampfmunition, erklärt Matthew.
Held über Zeit
Auch ein komplexe Level-System fehlt und treibt den Spielfluss so voran. Stattdessen gewinnen die Charaktere mit der Zeit automatisch merklich an Stärke, ohne dass der Spieler zeitraubend Statuspunkte investieren und sich Gedanken über diese machen muss. Dass er aber tatsächlich mächtiger wird, soll ganz klar erkennbar sein, etwa wenn man ab und an auf frühere Gegner stößt und diese dann problemlos niedermäht.

Der Spieler soll sich ganz auf die Story einlassen können, actionreiche Kämpfe mit seinem Gefährten oder seiner Gefährtin bestreiten und in immer wieder auftretenden Erkundungsphasen knackige Rätsel lösen, Schätze heben und Unschuldige befreien. Wobei es den Spielern frei steht, diese auch höchst unkoscher von ihrem Leid zu erlösen. Ein Moralsystem gibt es allerdings nicht und die Spielmechanik belohnt nur Heldentaten mit Hinweisen oder zusätzlichen Schätzen; wer böse handelt, gewinnt hier nichts.
Das Mysterium um das Slag
Das Spiel wird dabei neben dem Tutorial sechs große Kapitel beinhalten und in einem Dark-Fantasy-Szenario mit der Zeit von einem weit größeren Übel erzählen, als man zu Beginn erahnen kann. Dabei geht es auch um die Substanz “Slag”, die für alle Magie in der Welt verantwortlich ist und dunklen Kreaturen wie den Wargar ihre Macht verleiht. Wenn man sich auf den Hauptpfad beschränkt, soll man in knapp zehn Stunden schon den Abspann sehen können, wenn man aber versucht, alle Rätsel zu lösen, verspricht Matthew, wird man sehr viel länger beschäftigt sein.
Ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest, daher müssen wir uns noch gedulden, bis wir erfahren, ob Brian Fargos Traum mit Hunted: The Demon’s Forge in Erfüllung geht oder ob es doch etwas zu gewagt war, das Rollenspiel der Inszenierung zu opfern. Das Potenzial zum nächsten Bethesda-Knaller ist da, ob es genutzt wird, sehen wir, wenn es anspielbar ist.