FIFA 12 Vorschau - Auf dem Weg zur Titelverteidigung

Tobias Heidemann
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GIGA-Redakteur Tobias Heidemann liebt die "Pro Evolution Soccer"-Reihe und hasst den FC Bayern München. Als EA Canada vergangene Woche dann das neue "FIFA 12" in der Allianz Arena vorstellte, war Tobi natürlich genau unser Mann. Wenn jemand kritisch über des Deutschen liebste Sofasport-Serie berichten kann, dann ja wohl er – dachten wir zumindest. Entweder EA hat ihm das Gehirn gewaschen oder FIFA 12 wird wirklich verdammt gut.

FIFA 12 Vorschau - Auf dem Weg zur Titelverteidigung

Es soll ja Leute geben, die die lizenzmageren Verkaufsversionen von Konamis “Pro Evolution Soccer” mit Hilfe von halblegalen Community-Patches auf Vordermann bringen. Alljährlich werkeln engagierte Modder an fehlenden Namen, an den Trikots und den Stadien, um den aktuellen Stand der echten Fußballwelt in den “PES”-Spielen abzubilden. Den Verantwortlichen bei EA Sports dürfte das ein ziemliches Dorn im Unternehmens-Auge sein – schließlich gibt der Publisher sehr viel Geld für die teuren Lizenzen der Ligen und Nationalteams aus. Mit der dreisten Patcherei spucken die fußballverliebten Hobbyprogrammierer dem Marktführer also mächtig in den Businessplan, denn EA positioniert die Originalausstattung seiner “FIFA”-Kader stets als eines der wichtigsten Kaufargumente im Kampf um die Genrekrone.

Doch die Zeiten ändern sich. Das Lizenzthema rutscht immer weiter in den Hintergrund. Der Grund dafür ist einfach: Die “FIFA”-Reihe wird immer besser. EA hat es schlichtweg nicht mehr nötig, mit den fetten Lizenzpaketen um die Gunst der Fußball-Fans zu buhlen. Das über die Jahre gereifte Gameplay ist längst zum wichtigsten Kaufargument der “FIFA”-Spiele geworden. Im vergangenen Jahr konnte EA das Wertungs-Finale sogar für sich entscheiden. Auch die “PES”-Fans mussten neidlos anerkennen, dass “FIFA 11″ unterm Strich das bessere Spiel war. Konami steht also unter Zugzwang. Will man die treue Fan-Gemeinde nicht an die Konkurrenz verlieren, dann muss “ProEvo 2012″ das volle Potential des Entwickler-Teams abrufen.

Wie schwer das werden wird, das zeigte EAs neueste Präsentation von “FIFA 12″ in der Allianz Arena des FC Bayern München. Dort hatten wir nämlich nicht nur Gelegenheit, das Spiel ausführlich anzuspielen, sondern erhielten auch einen ersten Einblick in den brandneuen Karrieremodus. Um es kurz zu machen: Was Produzent David Rutter da in einer Presselounge des Stadions präsentierte, sah enorm vielversprechend aus.

Grundlegendes Ziel der Entwickler ist es, den Karrieremodus noch etwas näher an das echte Fußballbusiness heranzuführen. Der Alltag eines Managers soll möglichst realistisch nachgebildet werden. Neben Mannschaftsaufstellungen und taktischen Ausrichtungen wollen deshalb auch Emails aus der medizinischen Abteilung gelesen werden, private Gespräche mit den Spielern geführt, Ruhephasen verordnet, Verletzungen betreut und Presse-Kommunikation organisiert werden. Letzterer soll in “FIFA 12″ besonders viel Bedeutung zukommen. So werden unsere Entscheidungen in den einzelnen Aufgabenfeldern nun mittels detaillierter Pressemitteilungen reflektiert und sogar in die Anmoderation der Kommentatoren integriert.

Gleichzeitig möchte EA Canada auch, dass sich die Hektik und die Stresssituationen in der Transferperiode wiederfinden. Wie in “PES” können wir nun Scouts auf die Suche nach geeigneten Spielern schicken und mit Nachwuchsspielern oder etablierten Top-Spielern in Verhandlung treten. Viel Zeit bleibt uns für die wirtschaftliche Abwicklung des Spielerkaufs allerdings nicht, denn im Hintergrund läuft eine kleine Uhr erbarmungslos in Richtung Transferschluss. Die drohende Deadline soll den bisher recht sachlich verlaufenden Verhandlungen also etwas mehr Saft geben. Ob´s funktioniert, können wir leider noch nicht hundertprozentig bestätigen, denn den Karrieremodus bekamen wir von David Rutter nur im marketing-geschliffenen Schnelldurchlauf präsentiert. Vielversprechend ist er aber allemal.

Weitere Themen: FIFA 12 Demo, Electronic Arts

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