Final Fantasy 14 – A Realm Reborn: So träge wie ein Tombery!

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“Gebe ich ihnen mal eine Chance“, habe ich gedacht, als der Beta-Key zur PS3-Version von „Final Fantasy XIV – A Realm Reborn“ in meinen Händen landete. Selten erlebt man, dass ein derart gegen die Wand gefahrenes Projekt wie FF14 die Chance bekommt, seine Fehler wieder gut zu machen. Und meine Güte, waren das viele Fehler! Was Square damals als vollwertiges Online-Rollenspiel auf den Markt geworfen hat, galt bei anderen Entwicklern noch als früher Alpha-Build. Hier ist mein Ersteindruck.

Das Kampfsystem war langsam und komplett Spannungs-befreit, die Quests waren langweilig, das Crafting-System war undurchsichtig und überhaupt schien sich das alte FF14 einen Dreck darum zu scheren, ob man nun Spaß in dieser Welt hat oder nicht. So gut wie niemand hatte dann schließlich Spaß, also wurde das Projekt erneut in die Entwicklung gegeben. Haben fast drei Jahre mehr Entwicklungszeit gereicht, um aus „A Realm Reborn“ ein gutes MMO zu machen?

NEIN! Nach knapp einer Stunde war ich von „A Realm Reborn“ bereits dermaßen angeödet, dass ich das Teil am liebsten hochkant aus dem Fenster schmeißen wollte – aber es ist ja nur ein Beta-Key, ich habe also nicht mal etwas zum Schmeißen! Irgendwie passt es dann auch zum Spiel, mir selbst diese Genugtuung zu verweigern. Also weitergezockt und gehofft, dass es noch besser wird…

„FF14“ beginnt mit einem schicken Render-Intro, in dem mir die Hintergrundgeschichte der Welt Eorzea erklärt wird. Die habe ich allerdings schnell wieder vergessen, weil das Ganze auch einfach zu viel Exposition in zu kurzer Zeit ist – mal ganz davon abgesehen, dass „generisch“ noch eine eher nette Beschreibung des Plots wäre. Aber das ist okay, noch immer erwarte ich von einem Online-Rollenspiel kein erzählerisches Meisterwerk. In dem Genre kann einem sowas ja auch oft im Weg stehen.

Dafür glänzt „FF14“ im Gameplay-Berei... hahaha, als ob. Was SquareEnix im Endeffekt in den letzten drei Jahren geschafft hat, ist aus „Final Fantasy XIV“ ein Standard-MMO von der Stange zu machen. Das grottige Kampfsystem von vor drei Jahren weicht einem normalen Action-Button-System. Das ist dann auch genauso aufregend, wie in jedem anderen Spiel dieser Art. Ich kann es jedenfalls nicht mehr sehen.

Was aber wirklich gar nicht geht, ist der quälend langsame, inszenatorisch grauenhafte Einstieg ins Spiel. Nach dem wirklich hübschen Intro-Video folgen nämlich Ingame-Zwischensequenzen, die grafisch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand und auch (noch) nicht vertont sind. Und dann die ersten Quests – lauf nach da, dann bring das hier hin, geh wieder zurück und bring dann das noch ans andere Ende, argh! Wieso ist der „fulminante“ Einstieg in FF14 nur eine Reihe an Postboten-Quests? Ich bin doch kein Moogle!

Schließlich gab es dann endlich ein paar Aufgaben, die mich in die Wildnis schickten, um gefährliche Monster zu besiegen. Wie Kröten oder Schafe. Na gut, das ist ein bisschen unfair, ein paar der Monster sind selbst in den frühen Gebieten schon ziemlich cool, vor Limsa Lominsa stapfen etwa Level 14 Baumgiganten rum. Nach ein wenig hirnlosen Metzelns ploppte plötzlich eine Nachricht auf: Ich war in einem FATE-Event. Das sind die Public Quests in „FF14“ und auch die funktionieren so, wie man es erwartet.

Nach meinen drei Töte-die-Viecher-Quests schickte man mich in die Stadt zurück um dort... Sachen von A nach B zu bringen. Ne, sorry, dachte ich mir, das war‘s erst mal für den Abend. Und ratet mal, wie motiviert ich bin, mich für's nächste Beta-Event einzuloggen… Aber was soll’s, es kann nur besser werden.

Glückwunsch, „Final Fantasy XIV – A Realm Reborn“, du bist jetzt auf dem MMO-Niveau von 2008 angekommen! Meine erste Session mit dem neuen alten Online-Rollenspiel von SquareEnix war mehr als ärgerlich. Zu den ganzen spielerischen Schwächen und der Langeweile kamen noch technische Probleme. Auf der PS3 ruckelt das Spiel nämlich an manchen Stellen stark – bleibt zu hoffen, dass das noch behoben wird. Zusammen mit dem Rest des Spiels.

Hier geht’s zum Bericht vom zweiten Ausflug in die Beta von Final Fantasy XIV.

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