Final Fantasy 15: Unser Eindruck zur offiziellen Demo-Version

Stefan Briesenick
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Seit vorgestern ist die offizielle Anspieldemo von Final Fantasy XV für Xbox One und Playstation 4 verfügbar. Für mich ist das die Gelegenheit gewesen, nach vielen Jahren endlich mit eigenen Augen zu sehen, welche Fortschritte die Serie gemacht hat. Was ihr von der Platinum-Demo erwarten dürft und wie mir der Ausflug mit dem jungen Noctis gefallen hat, lest ihr in dieser Vorschau.

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Final Fantasy XV Kingsglaive Trailer

Bevor ich euch mehr über die Demo erzähle, muss ich gestehen, dass ich seit langer Zeit kein Final Fantasy mehr gespielt habe. Die Playstation-2-Ära habe ich großzügig ausgelassen, und als Lightning in diversen Final-Fantasy-XIII-Teilen die Welt, sich selbst und alle anderen gerettet hat, wollte ich mich auch nicht recht für die Serie begeistern. Mit Final Fantasy XV könnte sich das nun jedoch ändern; jedenfalls bin ich nach all diesen Jahren mächtig gespannt, was Square Enix auf der aktuellen Konsolengeneration erschaffen hat. Gespannt bin ich übrigens immer noch, die Demo hat daran leider rein gar nichts geändert – dafür wurde mir einfach zu wenig Inhalt geboten.

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Eine Demo mit wenig Inhalt:

Diese frühe Testversion besteht aus gerade einmal vier mehr oder minder umfangreichen Abschnitten, einer unüberschaubaren Zahl von goldenen Kristallen, die zum Sammeln einladen sollen, und einem recht anspruchsvollen Endkampf. Die Geschichte von Final Fantasy XV bleibt dabei weitestgehend verborgen, es werden lediglich einige Details über Noctis‘ Kindheit angerissen. Wer schnell lernt und sich nicht viel aus der Kristall-Sammlerei macht, ist also nach einer knappen halben Stunde durch.

FinalFantasy15_Demo2

Durch die linearen Levels, die sich innerhalb seiner eigenen Traumwelt befinden, wird Noctis von seinem magischen Tierbegleiter – eine Art Einhorn-Segelohrkatze – geführt. Sieht man von Noctis‘ pelzigem Vertrauten und einigen eher harmlosen Gegnern einmal ab, ist der wortkarge Schützling allein in dieser Welt.

Die Kämpfe gegen genau diese harmlosen Gegner von Final Fantasy XV finden wieder in Echtzeit statt, was sehr actionlastig rüberkommt. Angriffe dürfen entweder vollautomatisch ablaufen oder – wer mehr auf wildes Button Mashing steht – hackt halt manuell auf dem Controller rum. Das Parieren feindlicher Angriffe funktioniert ebenso simpel, nur den aufgeladenen Angriffen sollte Noctis per Ausweichrolle entgehen. Da in der Testversion keine nennenswerten Gegnervariationen vorkommen, sind die feindlichen Begegnungen insgesamt sehr eintönig. Außerdem bleibt das Niveau insgesamt noch sehr leicht, da Noctis von seinem tierischen Begleiter geheilt wird, sobald seine Lebenspunkte gen Null sinken. In der Platinum-Demo ist man übrigens nur solo unterwegs; wie sich das Teamspiel mit unterschiedlichen Charakteren anfühlt, kann ich demnach nicht sagen.

FinalFantasy15_Kampf

Wenn ihr nicht kämpfen möchtet, ist es in Final Fantasy XV dank der fehlenden Zufallsbegegnungen möglich, Feinden aus dem Weg zu gehen oder sie zu umschleichen. Die Kreaturen spawnen jedenfalls nicht neu, nachdem etwas Zeit vergangen ist, was allerdings auch am speziellen Traumszenario der Anspielversion liegen könnte.

Leider enthält die Demo keinerlei Informationen zum Charaktermenü oder der Entwicklung der Spielfiguren. Wer die Traumwelt gründlich durchsucht, erhält zusätzliche Waffen und nützliche Gegenstände für den Kampf gegen die Albtraumwesen. Nützt nur leider alles nichts, da der finale Kampf unter speziellen Bedingungen und mit vorgefertigter Ausrüstung stattfindet.

Noctis im Wunderland

Das interessanteste Element der Platinum-Demo von Final Fantasy XV ist ohne Zweifel die Welt selbst. In einem Level schrumpft Noctis auf die Größe einer Maus und muss den Ausgang des Areals mitten auf dem großen Esstisch finden. In dieser Sequenz ist mir die zickige Kamera aufgefallen, die so ihre Probleme mit nahen Objekten hat. Außerdem laufen Kollisionsabfrage und deren Sounds trotz des ordentlichen Technikgerüsts noch nicht vollends rund, was das Spielerlebnis der Demo etwas in Mitleidenschaft zieht. Aber das sind Dinge, die sich bis zum Release des Titels bereinigen lassen.

FinalFantasy15_Demo

Die Welt spielt aber nicht nur beim Erkunden eine wesentliche Rolle, Noctis agiert auch in den hitzigen Gefechten souverän mit ihr. Bestimmte Objekte oder das passende Klima verstärken beispielsweise entsprechende Elementarzauber, oder dienen als natürliche Deckung. Die spannendste Fähigkeit ist sicherlich der Warp-Angriff, der schwere Schmetterattacken entfesselt und sogar große Feinde ins Wanken bringt. Neben dieser überdurchschnittlich coolen und sehr stylischen Fortbewegungsmethode ist es sogar möglich, Noctis in Autos oder große Reittiere zu verwandeln.

Optisch entpuppt sich Final Fantasy XV als typischer Blender. Das Spiel ist grafisch sehr hübsch, aber im Vergleich zu Entwickler-Screenshots und Trailershows fast schlicht. Dafür sind allerdings die Farben schön knackig, die Kartenareale umfangreich und weit, das Spielerlebnis nahezu frei von Rucklern oder Tearing. Wetter, Uhrzeit und Licht wirken sich auf die Kleidung von Noctis aus und wechseln absolut flüssig. In der Spielwelt sind dafür sogar eigene Bodenschalter eingebaut worden, die zwar keinen richtigen Nutzen haben, aber das Potential der Technik-Engine demonstrieren. Natürlich bleibt abzuwarten, ob diese Elemente in der offenen Welt ebenso gut funktionieren, die gezeigten Areale sind wie gesagt recht beengt. Dennoch stimmt das Gezeigte schon jetzt optimistisch, die Animationen sind tatsächlich knackig.

Mein Fazit zur Demo von Final Fantasy 15:

FinalFantasy15

Insgesamt bin ich ziemlich enttäuscht von der Platinum-Demo von Final Fantasy XV. Das Spiel sieht in so vielen Punkten richtig interessant aus, vor allem die Bosskämpfe scheinen actionreich und gut in Szene gesetzt zu sein. Doch alles, was wir Spieler im Vorfeld zu sehen bekommen, ist eine langweilige Traum-Sequenz mit einem mittelmäßigen Höhepunkt. Da wäre sicher mehr drin gewesen, auch ohne die Geschichte groß anzureißen. So verkommt diese erste (Da ist dem Tester ein kleiner Fehler unterlaufen. Sorry.) spielbare Version von Final Fantasy XV zur reinen Technik-Demonstration, die man sich hätte ebenso gut anschauen können. Als ich damit durch war, wusste ich von FF15 genauso viel wie vor der Demo und hatte weder mehr, noch weniger Lust auf das fertige Game. Und das herauszufinden, sollte ja eigentlich der Grund für solch eine Anspielversion sein. Andererseits können wir froh sein, überhaupt mal wieder eine Demo zu einem Spiel mit Einzelspieler-Modus fern der ganzen Online-Betas zu bekommen.

Ich muss mich wohl einfach gedulden, bis es handgreiflichere Informationen zu Kampf, Charakteren oder der Spielwelt gibt.

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