Fire Emblem – Awakening Test: Pflichtkauf für 3DS-Strategen!

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Ich hielt „Fire Emblem“ ja immer für eine recht kleine Spielereihe. Entsprechend überrascht war ich, als ich erfahren habe, dass es davon schon über zehn Teile gibt. Und dann auch wieder nicht, knapp die Hälfte davon ist nämlich nie im Westen erschienen. Zum Glück hat sich das inzwischen geändert. Zum Glück kommen wir in den Genuss von „Fire Emblem: Awakening“ – dem bisher besten Spiel, das ich auf dem 3DS spielen durfte.

Und dabei konnte ich in der Vergangenheit gar nicht so viel mit dem Genre anfangen: „Final Fantasy Tactics“ hat mich recht kalt gelassen, Hardcore-Vertreter wie die „Disgaea“-Reihe mich eher abgeschreckt. Erst als ich vor kurzem „Fire Emblem“ für den Gameboy Advance via Virtual Console gespielt habe, wurde in mir die Faszination für das Genre des Taktik-RPGs geweckt.

Jeder Charakter zählt

„Fire Emblem: Awakening“ macht so vieles richtig, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Die mittelalterliche Fantasy-Geschichte mag mit ihrer Vorhersehbarkeit keinen Preis für Originalität gewinnen, sie wird aber kompetent erzählt – teils in spektakulären Render-Sequenzen, teils via Charakter-Portraits und Text. Der Story wird vor allem durch die vielen verschiedenen Persönlichkeiten Leben eingehaucht. Der unnachgiebige Chrom, der vorlaute Vaike, der stoische Frederick – dadurch, dass jede meiner Einheiten charakterisiert wird, wachsen sie mir auch ans Herz.

Das kommt besonders dann zum Tragen, wenn man im klassischen Spielmodus spielt. Stirbt dort eine Einheit, bleibt sie auch tot und ist für immer verloren – besonders tragisch, wenn das nach zehn Stunden Spielzeit einen Charakter trifft, den man seit Beginn der Reise dabei hat. Die Beziehungen zwischen den Personen der eigenen kleinen Armee spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Pegasus-Reiterin Sumia ist etwa in den Kommandeur Chrom verliebt. Kämpfen die beiden oft nebeneinander, verbessert sich ihr Verhältnis und dadurch wiederum ihre Effektivität im Zusammenspiel.

Wenn ich also zu Beginn einer der rundenbasierten Taktik-Gefechte meine Einheiten auswähle, schaue ich nicht nur auf Angriffswert und Verteidigung, sondern wähle auch Charaktere, die mit anderen Charakteren gut können. Im Laufe der Story bekommt man in Haupt- und Nebenmissionen weitere Rekruten für den Trupp – die haben es dann oft schwer, altbekannte Haudegen zu ersetzen. Ich lerne sie auch nur kennen, wenn ich sie wirklich benutze, also muss ich die Entscheidung treffen, ob ich bei meiner altbewährten und funktionierenden Einheitenkonstellation bleibe, oder mal was Neues probiere – wobei es dafür auch immer einen zweiten Durchgang gibt.

Klassen, Level, Loot & Co

Der Spielverlauf in „Fire Emblem: Awakening“ ist recht linear. Wer will, konzentriert sich nur auf die Story-Missionen und kommt entsprechend schnell durch's Spiel. Wer wiederum so spielt wie ich, nimmt jeden optionalen Kampf und jede Sidestory mit – es könnte ja ein neuer Charakter, eine neue Waffe oder sonst was bei rumkommen. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird das Spiel dann aber ziemlich schnell ziemlich einfach, weil die zusätzlichen Level- und Klassenaufstiege sich merklich auswirken, aber auch ordentlich motivieren.

Die Präsentation von „Fire Emblem: Awakening“ schwankt zwischen sehr gut und mittelmäßig. Generell gilt: Alles was zweidimensional ist, sieht super aus. Bei den 3D-Szenen, also Story-Sequenzen und dem (ausblendbaren) Kampfgeschehen, fallen fehlende Kantenglättung und Matschtexturen stark auf. Außerdem haben alle Charaktere keine Füße, was wohl niedlich sein soll, aber einfach nur albern aussieht.

Gemischte Gefühle weckt auf die DLC-Politik: Wer nicht genug bekommt, kann sich zusätzliche Maps & Sidestories kaufen, die entweder einzeln oder in kleinen Paketen angeboten werden. Der Zugriff auf den DLC erfolgt über einen Ort auf der Weltkarte, den ich nach dem ersten Besuch schnell ignoriert habe.

Fazit:

Fire Emblem: Awakening“ macht süchtig. Und das nicht etwa mit einem billigen Level- oder Lootsystem, sondern mit ausgetüftelten Strategie- und Rollenspielmechaniken, die eine wunderbare Balance zwischen Zugänglichkeit und Spieltiefe schaffen, und mit unheimlich charmanten Charakteren. Die Wendungen der Geschichte sind zwar nur selten überraschend und die teils matschigen 3D-Szenen stören das sonst so hübsche 2D-Gesamtbild, aber am Ende bleibt in mir nur eins: Der Wille, weiterzuspielen und euch ans Herz zu legen, dieses hervorragende Taktik-RPG zu kaufen.

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Wertung

9/10
Getestet von Thomas

Hervorragendes Taktik-RPG mit Charakter.

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