Ihr seid vielmehr eine Mischung aus Viehhirte und Landschaftsgärtner, der einen winzigen Stamm Eingeborener vor der sicheren Vernichtung schützt, indem er die Elemente ein wenig manipuliert.

Eric Chahi, der Erschaffer des Kultspiels “Another World” (Amiga, 1991), hat sich dieses kleine, schöne Spielchen ausgedacht, das zunächst zum Preis von 1200 Microsoft-Punkten für die Xbox 360 und mit einigen Tagen Verzögerung am 17. August auch via Steam für PC veröffentlicht wird. Es ist interessant, dass From Dust als Erstes auf Konsole erscheint, denn Simulationen wie diese scheinen aufgrund ihres Steuerungs-Profils eigentlich für den PC geeigneter.

Tatsächlich erweist sich dieser Aspekt auch als einer der störendsten auf dem Weg zum Spielerglück. Die Anpassung an den Controller ist zwar durchaus akzeptabel, offenbart aber immer wieder auch ihre Tücken.

Gehen wir aber zunächst ans Eingemachte, ich komme später noch mal auf diesen Punkt zurück. In der Welt von From Dust seid ihr der “Odem”, das alle Elemente verkörpert, sie manipuliert und teilweise kontrolliert. Ein durch die Gegend huschender Mauszeiger, der Erde, Wasser, Lava oder Bäume aufsammelt und sie an anderer Stelle wieder herabregnen lässt. Auf diese Weise beseitigt man Hindernisse oder baut Brücken, damit der kleine Stamm Dörfer errichtet oder spirituelle Orte erreicht.

Dies funktioniert allerdings nur an bestimmten Punkten, wo etwa Totems darauf warten, von den Siedlern in Beschlag genommen zu werden. Erst wenn diese Vorhut sich in einem der 13 Levels etabliert, weitet sich die Herrschaft aus, erhaltet ihr Zugriff auf weitere Fertigkeiten. Plötzlich teilen wir die mächtigen Wassermassen – unpassierbar für unsere grazilen Menschelchen – wie einst der biblische Moses und kreieren eine Furt, damit das Volk buchstäblich zu neuen Ufern aufbrechen kann.