Lazy Backup: Die unbekannte Cloud-Datensicherung für Android

Daniel Kuhn
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Backup-Lösungen wie MyBackup und Titanium Backup sind ohne Frage eine super Sache. Wer schon mal ein Factory-Reset machen musste, hin und wieder neue Custom ROMs ausprobiert oder einfach auf ein neues Smartphone oder Tablet umgestiegen ist, weiß diese Apps zu schätzen. Aber leider sind sie nicht perfekt und viele Apps stehen nach Wiederherstellen eines Backups plötzlich nackt und ohne die alten Daten da — Einstellungen, High Scores, Logindaten. Dabei haben App-Entwickler bereits seit Android 2.2 „Froyo“ die Möglichkeit ein cloud-basiertes Backup in ihre Apps zu integrieren. Sie wird nur nie genutzt.

Lazy Backup: Die unbekannte Cloud-Datensicherung für Android

Ärgerlich: Nachdem ein neues ROM geflasht wurde, sind plötzlich alle Achievements bei Fruit Ninja verschwunden, die Einstellungen des Launcher Pro müssen neu gesetzt werden und PowerAmp steht plötzlich wieder ohne Lock Screen Widget da. Wer bisher noch keinen Neuanfang machen musste, wird sich jetzt zu Recht fragen, was daran so schlimm ist. Wer aber, wie wir, viele ROMs und immer wieder neue Geräte ausprobiert, wird wissen, wie zeitaufwändig dieses Prozedere sein kann.

Es wäre doch schön, wenn eine App diese Einstellungen regelmäßig „in der Cloud“, also im Netz, sichern könnte und bei einer eventuellen Neuinstallation gleich alle Einstellungen, Spielstände Login-Datenwiederherstellen könnte. Theoretisch können Apps das sogar, Google bietet diese Funktion per API seit Android 2.2 „Froyo“ per API an. Aber kaum eine App nutzt diesen „Backup Service“. Warum eigentlich? Bei der Implementierung soll es sich laut Android Developers Guide um einen einfachen und wenig zeitaufwändigen Prozess handeln.

Bei dem Service handelt es sich übrigens um ein sogenanntes „Lazy Backup“, bei dem der User selber nichts machen muss. Die App teilt dem Backup Manager mit, dass etwas geändert wurde und daher ein Backup angebracht ist. So könnten neue Highscores und Einstellungen automatisch im Hintergrund gesichert werden — sicher verwahrt vor dem Datenverlust durch Handydefekt, Firmware-Flash oder die Experimentierfreude kleiner Kinder.

Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings auch: Die Backup-Daten sind nicht gesichert, weshalb Passwörter und andere sensible Daten nicht in das Backup eingeschlossen werden sollten. Aber dieser Punkt könnte in Zukunft ja auch noch verbessert werden.

Also liebe Entwickler, baut diesen Service doch bitte in eure Apps mit ein. Wenn es so ein Feature gibt, sollte es doch auch genutzt werden, finden wir zumindest.

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