Nach Visceral-Schließung: „God of War“-Director und Spieler setzen sich für lineare Spiele ein

Luis Kümmeler

Nachdem Electronic Arts das Entwicklerstudio Visceral Games geschlossen und eine Richtungsänderung für dessen „Star Wars“-Spiel angedeutet hat, ist im Internet eine verstärkte Diskussion um das gefühlte Aussterben linearer Videospiele entbrannt. Auch der „God of War“-Chefentwickler Cory Barlog hat sich auf Twitter für lineare Spiele ausgesprochen.

Gefühlt immer mehr Spiele werden nach erfolgreichen „Open World“- und „Multiplayer“-Kriterien entwickelt. Dies führt bei vielen Spielern zu der Sorge, dass sie sich zunehmend von linearen Singleplayer-Games verabschieden müssen. Und nachdem der Publisher Electronic Arts nun den Entwickler Visceral Games geschlossen und eine Abkehr dessen „Star Wars“-Spiels weg vom linearem Singleplayer-Gameplay angedeutet hat, kocht die Diskussion im Internet verstärkt hoch. Der leitende Entwickler von God of War, Cory Barlog, hat sich nun auf Twitter für lineare Spiele ausgesprochen.

Das neue God of War im Gameplay-Trailer

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God of War – E3 2017 – Be A Warrior – Gameplay-Trailer

„Ich liebe lineare Singleplayer-Spiele. Dass das Wort ‘linear’ als schlechte Sache gesehen wird, macht mich traurig. Du kannst auch Handlungsfreiheit in einem linearen Story-Spiel haben.“

Auch viele Spieler auf Twitter und Reddit sind der Meinung, dass es auch weiterhin einen Markt für lineare Singleplayer-Spiele geben muss:

„Lineare Singleplayer-Spiele müssen bleiben, einige der besten Erfahrungen gibt es nur in diesen Spielen.“

„Natürlich benötigen wir immer noch Story-getriebene Spiele. Wir brauchen Vielfalt. Die meisten Spiele, die ich mag, sind solo. Ich mag Overwatch, aber dass Solospiele für immer verschwinden, könnte ich mir nicht vorstellen.“

„Ich liebe lineare Spiele. Oft haben sie fesselndere Geschichten und Charaktere, als ‘Open World’-Spiele.“

„(…) Lineare Spiele haben mehr Fokus und dadurch bessere Geschichten, Feinschliff und Wiederspielbarkeitswert. (…) Ganz zu schweigen von größeren Setpieces und hervorstechenden Momenten. Ich liebe viele ‘Open World’-Spiele, aber lineare Spiele zähle ich zu meinen Favoriten.“

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„Ich bevorzuge lineare Spiele. Es macht mich traurig, wenn ‘linear’ als negatives Wort für ein Spiel genutzt wird. ‘Open World’-Spiele sind oft Meilen groß, aber nur einen Zoll tief. Sie haben tonnenweise Inhalte, doch die meisten davon haben wenig Tiefe oder Qualität vorzuweisen. Lineare Spiele verzichten häufig auf solchen Ballast und erzählen dadurch eine atmosphärischere Geschichte mit einem besseren Tempo.“

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„Ich stimme zu 100 Prozent zu. Ich hasse es, dass heutzutage alles ‘open world’ sein muss, nur um denjenigen zuzuspielen, die denken, dass ‘linear’ das selbe ist wie ‘seicht’.“

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„Wir brauchen Vielfalt, auch mit Genres und Stilen, die ich nicht mag. Ich möchte, dass sie existieren, weil ich Videospiele liebe und möchte, das jeder ein Spiel hat, das er genießen kann. Ich mag GTA nicht, bin aber froh, dass es so ungemein erfolgreich und beliebt ist – genauso gefallen manchen Leuten wahrscheinlich meine Lieblingsspiele nicht. Ob es jetzt linear ist, halboffen oder ‘open world’ – alle drei Spiele können nebeneinander existieren und tolle Erfahrungen bieten.“

Weitere Themen: God of War, Sony

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