Review - GoldenEye 007

Leserbeitrag
9

Vegangenes Ehren


1997 erschien ein Indizierter Egoshooter für das N64, welches Kritiker wie Spieler gleichermaßen begeisterte und für die Entwicklerschmieder Rareware ein Goldesel wie auch ein Aushängeschild wurde. Selbst fast 15 jahre später, müssen sich noch immer Spiele, aus dem gleichen Hause, an diesem Meilenstein der Videospielunterhaltung messen. Die Rede ist natürlich von, dem gnadenlos guten, GoldenEye!

Auch vor 14 Jahren, war die Versoftung eines erfolgreichen Filmes keine Garantie auf eine Videospielperle. Vielmehr galt auch damals schon der Grundsatz eines jeden Kapitalisten, das große Namen auch großes Geld bedeuten. So waren die damaligen Lizenzspiele auch nicht mehr als eine Ansammlung von halbgaren Ideen, furchtbaren Spieldesign fehlern und debilen Kampfsystemen. Welche,zusammengeschustert von dem Hausmeister des Entwicklerbüros, nur deswegen eine Daseinsberechtigung erhielten, weil auf dem Cover des Produktes ein Berühmter Kopf pragte, den man im fertigen Spiel natürlich auf der Spielfigur nicht erkennen konnte. Die Fans der Franchises fürchteten solche Produkte des Grauens natürlich nicht. Sie kauften alles von ihrem favorisierten Filmen, egal wie billig, schlecht oder schlampig es gefertigt wurde.

Den Publishern kamen solche Ahnungslosen Seelen natürlich recht. Ohne viel aufwand eine riesige Menge Geld verdienen! Wen würde das nicht freuen? So ging es viele, viele Jahre. Bis sich, eines Tages, ein englisches Entwicklerstudio auf das Lizenspielchen einließ. Rare hatte die James Bond Lizenz und entwickelte etwas, was bis dato viele als das beste Shooter Erlebnis ihres Lebens bezeichnen!

GoldenEye für das N64 bestach durch sein brillantes Leveldesign, seinen fordernden Missionen, der großen Waffenauswahl, dem treibenden Soundtrack und nicht zuletzt durch den Multiplayer Modus. Dieser war es auch, welcher den meisten in Erinnerung blieb. Viele, viele Stunden saß man vor der Flimmerkiste und schoss sich gegenseitig in Facility mit der Klobb

in den Rücken und erfreute sich am Blutroten Bildschirm des anderen.

Und genau diese Erfahrung wollte man den Spielern wiederbringen!

 

Als Activison GoldenEye für die Wii ankündigte ging ein Aufschrei durch die Fangemeinde des Original Spiels. Viele fragten sich, ob das Flair des Klassikers eingefangen werden kann und wenn ja, ob es nicht eigentlich genau das selbe Spiel sein würde wie vor 14 Jahren, nur mit etwas angepasster Grafik. Doch abseits der Ängste, die eigentliche Vorfreude überwiegte doch und so waren viele Gespannt auf GoldenEye für die Wii.

 

Ein Quantum Bond of Duty

Wenn man das Spiel startet, wird man von einem modernen Menü begrüßt in dem sich alle gängigen Optionen befinden, die man von heutigen Spielen kennt. Ob neues Spiel, Spiel fortsetzen, Missionswahl oder der berühmte Multiplayer Modus. alles ist vorhanden und für das anspielen bereit.

Natürlich stürzte ich mich auf den Single Player Modus, denn durch diverse Videos gespoilert, wollte ich sehen wie gravierend die Veränderungen im Gameplay wirklich sind. Bevor man sich jedoch in die Agentwelt stürzt, darf man sich aussuchen wie schwer die Mission, für den Augapfel des MI6, werden soll.

Agent ist die einfachste Auswahl und je mehr man sich im Schwierigkeitsgrad steigert, umso mehr Missionsziele müssen erfüllt werden um zu bestehen. Desweiteren halten die feindlichen Soldaten mehr aus und werden durchaus Treffsicherer. Der Schwierigkeitsgrad 007 sorgt sogar dafür, das man wieder eine HP Anzeige hat und während der Mission Body Armor aufsammeln muss.

Wenn man dies nun erledigt hat wird man mit einer, schön inzenierten, Sequenz ins Spiel gebracht. Die eigentliche Story werde ich hier nicht weiter Spoilern, sie sollte aber auch relativ bekannt sein. Schön zu hören ist die Tatsache, das man sich bei der Überstzung des Titels sehr viel Mühe gegeben hat, denn all die bekannten Rollen haben auch ihre Original Synchronsprecher bekommen. Sei es Judi Denoch oder Pierce Bro…moment Mal! Dem findigen Spieler wird es direkt auffallen. Pierce Brosnan musste seinen Hut nehmen und Daniel Craig ist nun in seine Fußstapfen getreten. Endlich hat er eine Rolle in einem ordentlichen Bond bekommen.

Das Spiel beginnt an dem berühmten Level DAMM, wo auch einst der Urvater begann. Im verregneten Russland muss sich Bond mit seinem Agentkumpanen 006 Alec Trevelyan durch ein russisches Lager kämpfen und den namensgebenden Damm infiltrieren. Nach wenigen Sekunden Spielzeit wird auch schon eine der großen Neuerungen gezeigt. Da man nun den Nahkampferprobten Bond von Danile Craig steuert, kann man natürlich seine Feinde auch gekonnt Niederschlagen. Das ist Lautlos und vor allem in höheren Schweierigkeitsgraden äußerst nützlich.

Man rennt nun also durch das Level, schlägt einige Soldaten mit ein paar Gezielten Handkantenschlägen nieder und erfreut sich an der Schallgedämpften PP7. Der einstieg ins Spiel ist im Endeffekt doch sehr vertraut, weil das Leveldesign 1:1 Übernommen wurde.

Doch wo man im Original Spiel hinter einem LKW herlief und von dort aus die Gegner niederstreckte, so wird es jetzt doch deutlich anders. Mit seinem Kumpanen steigt man in besagten LKW ein und versucht durch eine Absperrung zu kommen. Gelingt natürlich nicht und man muss sich den rest der Strecke freischießen. Hier sieht man auch, das CoD deutliche Spuren hinterlassen hat. An allen Ecken und Kanten explodiert etwas, ohne das man wirklich Einfluss drauf hat. Geskriptete Sequenzen erfreuen das Zuschauerauge, aber spielerisch ist es doch etwas Mau.

Ein jede Mission enthält dutzende Skriptereignisse, mal mehr, mal weniger gut ins Spiel eingebaut. Manchmal wirkt es aufgesetzt und unnatürlich, nicht so bombastisch wie bei einem Call of Duty und schon lange nicht so fließend integriert. Aber sei es drum, den eigentlichen Shooter Passagen tut dies keinen abbruch. Denn die KI der gegner ist zwar nicht immer auf Höhe der Zeit, aber sie kann doch fordernd sein und das bereits auf Agent oder Geheimagent.

Man kämpft, hangelt, schießt und fährt sich durch einen guten Singleplayer Modus, welcher nicht mehr viel von dem original enthält, aber für sich selbst gesehen wirklich funktioniert und die 7-8 Stunden Spielzeit wirklich gut Unterhält.

 

Quer über den Globus mit Technikspielereien

Es wäre kein James Bond, wenn der Doppelnull Agent nicht über die halbe Weltkugel reisen würde um seinen Wiedersacher zu erledigen.

Anders ist es auch nicht bei GoldenEye. Man reist von einem exotischen Schauplatz zum nächsten, manchmal ohne wirklich zu wissen warum. Aber das macht eigentlich gar nichts, da die Schauplätze optisch wie auch Level Design Technisch, in den meisten Fällen, zu überzeugen wissen.

Kommen wir im Allgemeinen mal auf die Präsentation des Spiels zu sprechen. Jeder weiß, mittlerweile, dass die Wii keine Grafikwunderkiste ist und man keine optischen Meilensteine auf ihr erwarten kann. Aber GoldenEye sieht auch für HD verwöhnte Augen nicht unbedingt wie ein virtuelles Brechmittel aus.

Die Hauptfiguren sind sehr gut umgesetzt worden und durch das Motion Capturing verfahren bewegen sie sich äußerst realistisch. Das mit der Bewegung gilt auch für die feindlichen Einheiten, nur stellt man dort schon fest, das viele Gesichter sich doch immer und immer wiederholen. Andere Beweise der Hardware sieht man Beispielsweise in dem Nachtclub Level. Das viele Gäste sich ähneln wie die Bewohner eines kleinen Bergdorfes ist zu verkraften, auch die tanzenden Silhouetten haben einen gewissen Stil, das jedoch Barcelona so aussieht, als hätte man Haustexturen aus dem N64 Original übernommen ist 2010/2011 einfach nicht mehr tragbar. Natürlich ist die Aussenwelt sehr uninteressant bei einem innenlevel. Aber man hätte sich schon mehr Mühe geben können. Ohnehin fallen die Innenlevel meistesn Grafisch gegenüber den Aussenlevel ab.

Lichtdurchflutete Dschungellandschaften mit kleinen details wie Wasserfällen oder verschneite Weiten Mütterchen Russlands messen sich mit Grauen Innenräumen, mit der immergleichen Einrichtung. Auch die Texturen des gesamten Spiels haben ihre Höhen und Tiefen, gehen aber insgesamt in Ordnung. Schön anzusehen sind die teils zerstörbaren Umgebungen und die Waffenmodelle.

Alles in allem ist es einer der schöneren Titel auf der Wii und im Bereich des realistischen Grafikstils auch irgendwo im oberen Bereich anzusiedeln!

Akkustisch bewegt sich alles auf einem guten, wenn auch nicht überragenden Niveau. Schön sind einige lizensierte Songs, sowie das von Nicole Scherzinger eingesungene Opening GoldenEye!Wie bereits Eingangs erwähnt sind Professionelle Sprecher am Werk, die ihren text auch wirklich gut sprechen und mit Elan bei der Sache sind. Das ist einfach ein Novum auf der Nintendo Heimkonsole und ist aus diesem Grunde besonders hervorzuheben!

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über das Gameplay verlieren. Das Bond nun Handgreiflich werden kann und mehr mit der Umgebung interagiert (man kann über Hindernisse hüpfen und gewisse Dinge mit seinen Smartphone hacken) verleiht dem Spiel eine andere Geschwindigkeit, man rennt und springt durch die Level und schießt dabei wild um sich. Das ist Action orientierter und physischer als es das original noch war.

Wenn zugleich man aber auch noch immer darazf bedacht sein sollte, behutsam durch die Level zu gehen und möglichst lautlos zu agieren. Denn die Herbeigerufenen Spezialtruppen der Gegner sind stark gepanzerter Kampfmaschienen, die in direkten Duellen oft überlegen sind!

Leider hat das Spiel aber nun mal solche Stellen wo man nicht drum herum kommt gegen eine Vielzahl von Gegnern zu kämpfen und das kostet viele virtuelle Leben, denn die KI ist zwar nicht so clever um jemanden zu umkreisen, aber manchmal clever genug einen durch eine Kiste zu erschießen bevor sie einen gesehen hat!

Mitunter stört das den Spielfluss deutlich, wenn auch die Checkpoints äußerst fair gesetzt wurden. vielleicht wollten die Entwickler hier den alten zeiten fröhnen, wo man ohne viel Auto-Aiming gegen Bockschwere Gegner antreten musste, was man ja aus heutigen Spielen kaum noch kennt!

Alles in allem ist das Gameplay der heutigen zeit entsprechend, besitzt aber einige makel die es zur Spitze führen würden. Es ist anders als das original, anders als die modernen Shooter. Es hat etwas eigenes, was gefällt…aber nicht unbedingt jedermann.

 

Splitscreen oder Online? Egal!! I KILL YOU!!!

Alle wollten es Gegeneinander spielen! Alle haben es Gegeneinander gespielt! So war es damals bei GoldenEye auf dem N64. Aber schafft es ein Shooter Anno 2010 noch Leute vor den Fernseher zu versammeln?

Die klare Antwort: Jein, Denn es liegt an euch und euren Freunden ob ihr dem MP Modus von GoldenEye auch Offline fröhnen werdet. Wer nicht viel mit Freunden vor der heimischen Konsole sitzt und spielt wird wenig freunde an dem kleinen Blickfeld haben, den man, durch diesen Modus bedingt, nun einmal hat.

Außerdem stört die, im Vergleich, sehr geringe Karten- sowie die deutlich geschrumpfte Waffenauswahl des Spiels. Irgendwie hatte man erwartet, das man den gleichen MP Modus spendiert bekommt wie im original. Aber es ist eher eine abgespeckte CoD Variante als ein GoldenEye. Der Witz fehlt einfach, dadurch das man meistens mit herkömlichen Waffen schießt und es keine Duelle ala ”Klappers (Messer) Only” mehr vorfindet. Da helfen auch die vielen spielbaren Charaktere nichts. Und der Paintball oder Big Heads Modus macht auf den kleinen Karten auch einfach nicht mehr soviel Spaß wie früher.

Alle Fans des alten Teiles, die es nur offline zocken wollen, seien gewarnt: es entwickelt beileibe nicht das Suchtpotenzial wie GoldenEye 64! Traurig, aber wahr. Für ein paar Runden macht es Spaß, aber es wird keine durchzockten Nächte mehr damit geben!

Ganz anders hingegen der Online Modus! Mit einer vielzahl an verschiedenen Modi und freischaltbaren Waffen, je nach Rang, entsteht eine große Motivation immer mal wieder eine runde zu spielen. Außerdem ist immer etwas los und man findet schnell mitspieler und auch Anfänger können Recht schnell Erfolge erzielen.

Online entfaltet sich schnell das Suchtprinzip vieler Shooter, man will nur noch einen Rang aufsteigen und vielleicht hier noch jemanden Killen oder da eine Konsole hacken!

Apropos Hacken. Die Spielvarianten des Online Modus reichen vom normalen Deathmatch (Konflikt) bis zum äußerst spaßigen Golden Gun Modus (ein Treffer von Namensgebender Waffe ist tötlich und gibt mehr Erfahrungspunkte). Außerdem gibt es noch freischaltbare Modi für Profis!

Der Online Modus ist das Herzstück vom MP und liegt in meiner Gunst deutlich über den Splitscreen! Nur eine Sache stört, denn der Host des Spieles ist immer derjenige, der als erstes ein Spiel eröffnet. geht dieser Offline sucht das Spiel einen neuen Host, findet diesen aber in den meisten Fällen nicht und man darf neue Gegner suchen und das alte Spiel ist beendet. Frustrierend und nervtötend, aber sicherlich nicht anders machbar bei Nintendos Konsole! Ebenso nervig sind die altbekannten Freundes Codes und das man keinerlei Möglichkeit hat mit den Mitspielern zu kommunizeieren! Das macht Team Kämpfe unorganisiert und fad.

Aber ich hoffe, das wir mal alle in den Genuss kommen gegeneinander zu zocken! ;)

 

 

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