Ein Wochenende am Nürburgring: Der Erlebnisbericht

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(Christian) Am letzten Wochenende trafen sich Motorsport-Fans aus aller Welt, um gemeinsam das 24 Stunden Rennen am Nürburgring zu zelebrieren. Aber nicht nur auf der Rennstrecke wurde Vollgas gegeben, auch virtuell gab es heiße Positionskämpfe. Da darf auch ein Motorsport begeisterter GIGA-Mitarbeiter nicht fehlen.

Ein Wochenende am Nürburgring: Der Erlebnisbericht

25,359 Kilometer ist sie lang. 33 Links- und 40 Rechtskurven sind in einer Runde zu meistern. Nicht zu vergessen die Sprunghügel, Steilkurven, lange Geraden, schnelle Passagen und kurvenreiche Abschnitte. Die Nordschleife ist ebenso beliebt wie gefürchtet. Rennfahrer wie Jackie Stewart oder Jacky Ickx verdanken dieser Strecke ihren Ruhm.

Freitag, 23. Mai
Der Nürburgring liegt bekanntermaßen in der Eifel. Genauer gesagt zwischen der Stadt Keiberg und Adenau. Und wie es sich für so kleine Städtchen gehört, sind die Anbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel eher dürftig. So war ich froh, nachdem ich mit einem Intercity, einer Regionalbahn, einer Bus- sowie Taxifahrt endlich am Mekka des Rennsports ankam.

Dann im Dorint Hotel eingecheckt. Die Freude war groß. Ein Zimmer mit Balkon und Aussicht auf die Start-/Zielgeraden. Wie es sich später herausstellen sollte, ein Fluch und ein Segen zugleich.

Schnell noch mit den anderen Pressevertretern was essen gegangen und dann ins Bett verschwunden.

Samstag, 24. Mai
Um neun Uhr war das Treffen in der Lobby des Hotels mit den anderen Redakteuren. Wecker stellen war unnötig, denn um halb sieben fuhren schon wieder die ersten Rennwagen über die Strecke. Ganz zu schweigen vom Party-Truck, der in den frühen Morgenstunden gemächlich über den Kurs fuhr. Wie es sich für einen Party-Truck gehört, war die akustische Beschallung alles andere als im niedrigen Dezibel Bereich angesiedelt.

Um Zehn Uhr fuhren wir dann zum Nissan Race Camp. Dort wartete schon “Gran Turismo”-Mastermind Kazunori Yamauchi darauf, in einer Pressekonferenz über die “GT Academy” zu plaudern, die in Zusammenhang mit Nissan entstand: In einem acht Monate dauernden Prozess, werden die besten beiden “Gran Turismo”-Spieler zu echten Rennfahrern ausgebildet, die dann im nächsten Jahr am 24 Stundenrennen in Dubai teilnehmen. Alle nötigen Infos findet Ihr unter den RELATED LINKS.

Doch das war dem Japaner nicht genug: Er suchte einen Herausforderer, der gegen ihn in “Gran Turismo 5: Prologue” antritt. Ein kurzer Blick nach links und ein kurzer Blick nach rechts meinerseits und es war klar: Ich musste handeln. Also hob ich meine Hand.

Ich ging auf die Bühne, Herr Yamauchi begab sich zum Racing-Seat und begann seine Runde. Es sah so einfach bei ihm aus. Er fuhr die Eiger Nordwand geschmeidig und immer nah an der Idealllinie. Seine Zeit betrug um die 01:17 Minuten.

Nun ich war an der Reihe. Gefahren wurde natürlich mit dem Lenkrad. Zu dumm, dass ich nie mit einem Lenkrad gespielt habe. Sämtliche Fahrhilfen waren aus. Ich fahre los, beschleunige stark, komme auf die erste Kurve, trete auf die Bremse, rutsche ab, komm stattdessen auf die Handbremse, fange an zu schlittern, drehe mich, und krache gegen die Absperrung.

Ok, das Rennen war gelaufen. Aber ich dachte mir, dass ich wenigstens das Rennen zu Ende fahren sollte, wegen Ehrgefühl, Anstand, Selbstachtung und so ein Kram.

Da es am Lenkrad keinen Knopf für den Rückwärtsgang gab, hat es ein wenig gedauert bis ich wieder auf der Strecke war. Ich beschleunige (mit bedacht!), konzentriere mich auf die zweite Kurve, bremse frühzeitig ab, lenke ein… UND DREH MICH SCHON WIEDER!

Zugegeben, die Chance dass ich das Rennen gegen Kazunori-san gewinne, war äußerst gering. Doch das ich es nicht einmal gebacken bekomme, gescheit durch die Kurven zu kommen und eine Runde zu beenden, war erschreckend. Das Schlimme daran: Ich wurde vorher interviewt. Mit geschwellter Brust habe ich noch verlauten lassen, dass ich sämtliche Teile von “Gran Turismo” ausgiebig gespielt habe und auch mit der aktuellen Version vertraut bin.

Manchmal sollte man einfach nur die Klappe halten…

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