Grid 2 Test: Bewährter Spaß

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Das Offensichtliche zuerst: „GRID 2“ ist ein tolles Rennspiel. Große Überraschung.  Entwickler Codemasters hält die Rennspiel-Fans der Nation mit „DIRT“, „GRID“ und „F1“ seit Jahren über Wasser und schafft es mit jeder neuen Version ihrer Serien, die Vorherige zu übertrumpfen. „GRID 2“ schafft das nicht ganz, da sich die seit Jahren genutzte Codemasters-Formel so langsam abzunutzen beginnt.

Im Karriere-Modus wird zumindest versucht, so etwas wie eine Story zu erzählen. Als namenloser Wunder-Fahrer ist es an euch, die noch unbekannte Rennserie WSR, die World Series of Racing, bekannt zu machen. Die ersten drei Saisons verbringt ihr deswegen damit, nacheinander durch Amerika, Europa und Asien zu reisen, um dort ansässige Rennclubs auf der Strecke zu besiegen und ihnen damit zu beweisen, dass es sich lohnen würde, in der WSR anzutreten. So wächst die WSR mit jedem eurer Rennsiege und gewinnt an Bekanntheit.

Mit der Zeit feiern euch immer mehr Fans über Twitter, der amerikanische Sportsender ESPN wird auf euch aufmerksam und die Strecken werden immer voller und gewinnen an Spektakel. So schafft es Codemasters eine einigermaßen glaubwürdige, sich niemals in den Vordergrund drängende Story zu erzählen. Ab der vierten Saison habt ihr dann alle konkurrenzfähigen Rennclubs besiegt und tretet in längeren Saisons an, die von Kamerateams, Feuerwerken und anderem Radau begleitet werden.

Aber wie hat Lothar Schumacher mal gesagt? Die Rennstrecke ist rund und das Rennen dauert bis zu 24 Stunden. Oder so. Wichtig ist jedenfalls nur, was auf der Strecke passiert. Und wie schon sein Vorgänger und die „DIRT“-Reihe schafft es „GRID 2“, das Renngeschehen extrem cineastisch und spektakulär wirken zu lassen. Bei hoher Geschwindigkeit fängt die Kamera an zu wackeln, Unfälle spürt ihr dank der Soundkulisse bis ins Mark.

Durch zwei große Unterschiede setzt sich „GRID 2“ jedoch von seiner Codemasters-Familie ab. Zunächst einmal wäre da das Fahrverhalten. Bereits seit dem ersten „DIRT“ beherrscht es Codemasters wie kaum ein anderes Studio, eine Balance aus Arcade- und Simulations-Racer zu finden. Wer einfach nur losrasen wollte, der konnte das dank einstellbarer Fahrhilfen tun – umgekehrt konnte man die Autos jedoch auch ansatzweise realistisch um die Kurven schmettern. „GRID 2“ bietet als erstes dieser Rennspiele nun jedoch keinerlei Fahrhilfen mehr. Stattdessen hat das britische Entwicklerteam es geschafft, einen Mittelweg aus Arcade und Simulation auf die Konsole zu bringen.

Wer blutiger Fahranfänger ist, wird deshalb mit „GRID 2“ so seine Schwierigkeiten haben. Keine Bremshilfen, keine eingezeichnete Ideallinie, nichts. Dafür hält sich die KI in den ersten beiden Saisons noch ziemlich zurück und dank der bereits bekannten Rückspul-Funktion könnt ihr eure Fehler problemlos rückgängig machen.

Dadurch, dass es keine Fahrhilfen mehr gibt, konnten die Entwickler jedoch jedem Auto eine ganz eigene Charakteristik geben. Tatsächlich fühlen sich die Autos allesamt unterschiedlich an und sind mit „Drift“, „Allrad“ und „Grip“ in auch für Anfänger leicht verständliche Kategorien verteilt. Codemasters hatte bei der Entwicklung von „GRID 2“ weniger das Ziel, das Fahrverhalten realistisch zu übertragen. Stattdessen werden die Autos so dargestellt, wie wir sie uns vorstellen würden. Mit einem Bugatti Veyron mit über 300 KM/h durch die französische Innenstadt zu rasen ohne dabei in jeder Kurve an der nächstbesten Wand pulverisiert zu werden hat herzlich wenig mit der Realität zu tun. Spaß macht es dank dem idealen Mix aus cineastischer Inszenierung, großartiger Grafik und Geräuschkulisse und zugänglichem, aber trotzdem herausforderndem Fahrverhalten trotzdem.

Der zweite, große Unterschied ist jedoch weniger erfreulich: Die Cockpit-Ansicht fehlt komplett. In einem Rennspiel, das solch einen großen Wert auf spektakuläre Inszenierung legt, ist das völlig unverständlich. Unfälle und Überholmanöver sind sehr viel packender, wenn man sie hinter der virtuellen Windschutzscheibe erlebt. Gleichzeitig scheint auch dem Replay-Modus weniger Aufmerksamkeit geschenkt worden sein: Statt spektakulärer Kameraeinstellungen gibt es statische Bebilderung, die das Renngeschehen nur selten spannend darzustellen weiß

Schließlich hat „GRID 2“ eine ganze Reihe an unterschiedlichen Modi zu bieten, die sowohl die Karriere als auch den Mehrspielermodus von der Konkurrenz abheben. Neben allseits bekannten Renn-, Drift-, Checkpoint- und Eliminierungs-Events hat Codemasters die eine oder andere Überraschung auf Lager. Im Überhol-Event befahren etwa langsamere Autos eine fest vorgegebene Strecke auf der Fahrbahn – für jeden überholten Wagen erhöht sich euer Punkte-Multiplikator. Berührt ihr jedoch auch nur einmal die Bande oder ein gegnerisches Auto ist der Multiplikator futsch und ihr beginnt wieder bei 100 Punkten pro überholten Wagen. Dadurch wird eine interessante Mischung aus eiligem Überholen und vorsichtigem Herantasten erreicht.

Fazit:

Dank umfassenden Mehrspielermodus, abwechslungsreichen Stadt- und Rennstrecken sowie dutzenden lizensierten Autos bietet „GRID 2“ für viele, viele Stunden Fahrspaß. Beinharte Simulationsfans, denen selbst ein „Forza 4“ noch zu unrealistisch ist, werden wie auch mit den bisherigen Codemasters-Rennspielen wohl woanders ihr Glück suchen müssen. Wer jedoch spektakuläre Renn-Action ohne viel Drumherum will, der ist mit „GRID 2“ perfekt bedient.

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Wertung

8/10
Getestet von Robin

"GRID 2" packt das bekannte, spaßige Fahrverhalten in einen netten Karriere-Modus und garniert ihn mit etlichen Modi und abwechslungsreichen Strecken. Für jeden Rennspiel-Fan ein Muss!

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