Endgame? Beginnt mit Stufe 1!

 

Imke: Eines der wohl mutigsten Neuerungen in Guild Wars 2 ist der Wegfall des sogenannten Endgame-Contents. ArenaNet betont immer wieder, dass Spieler von der ersten Sekunde an mitten im Geschehen sind und im Gegensatz zu nahezu allen anderen MMORPGs kein Rennen zur Maximalstufe antreten müssen, um die wirklich spannenden Spielinhalte zu erleben. Sicherlich eine Aussage, die schon viele andere Entwickler getroffen haben und die entsprechend mit Vorsicht zu genießen ist. In Guild Wars 2 funktioniert dieser Ansatz aber tatsächlich. Von Beginn an ist man mittendrin anstatt nur dabei. Das Tutorial ist kurz, aber knackig. Nach nur einer Quest, steht das erste große Event an, bei dem gewaltige Monster auf einen losstürmen und einen schnell gen Jenseits befördern, sollte man bei all dem Durcheinander die Orientierung verlieren. Ist das Monstrum besiegt, geht es auch schon in die große weite Welt von Tyria. Imposante Hauptstädte, unzählige dynamische Events, versteckte Höhlen, Durchgänge, Dungeons, knifflige Puzzle mit Jump’n’Run-Einlagen, alte Sehenswürdigkeiten aus dem ersten Teil des Spiels – es gibt unzählige Dinge zu entdecken. Bei all den unterschiedlichen Möglichkeiten, die einem die Welt bietet, vergisst man schnell, dass es tatsächlich eine Maximalstufe gibt. ArenaNet hat es geschafft, dass man das Hier und Jetzt genießt und nicht nur permanent im Hinterkopf hat, so schnell wie möglich hochzuleveln.

 

 

Tobi: Eines muss man ArenaNet wirklich lassen, sie wissen genau, woran es im Genre hapert. Doch die Ambitionen der Entwickler sind das eine – deren Umsetzung das andere. Ich komme diesbezüglich noch mit sehr gemischten Gefühlen aus der Beta. Ja, der Einstieg ist klasse gemacht und ArenaNet fackelt da tatsächlich nicht lang. Doch sobald Tutorial und Lernphase vorbei sind, stellte sich dann doch wieder viel gewohnter Trott ein. Mein Ranger hätte sich zum Beispiel bei seiner Erkundung des Königinnentals und der Kessex-Hügel durchaus über ein paar echte Entscheidungsschlachten gefreut. Stattdessen musste ich Wassereimer schleppen, ein paar faule Kinder zum Arbeiten animieren und irgendwelche Maden zerkloppen. Episch wurde es bis Level 25 nur ein einziges Mal. Gemeinsam mit einem zufällig vereinten Spieler-Haufen, galt es ein Dorf gegen eine kleine Zentauren-Invasion zu verteidigen. Das war toll! Deswegen gleich von einem vollkommen neuen Spielerlebnis sprechen, würde ich allerdings nicht. Immerhin waren die Welt-Boss Events in „Rift“ auch nicht von schlechten Eltern und auch die wurden mir sehr früh im Spiel präsentiert.

Ganz ähnlich erging es mir übrigens auch bei der Erfahrung meiner persönlichen Story. Zu selten hatte ich das Gefühl, dass sich das kleine Frage-und-Antwort-Spiel aus der Charaktergenierung auch wirklich in meiner Hauptquest niederschlug. Stattdessen gab es jede Menge Fantasy-Klischees und eine sehr durchschnittliche Inszenierung. Da gefielen mir Klassenstory-Quests aus „SW:TOR“ doch ungleich besser.

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Klassen

Weitere Themen: gamescom 2013: Vorverkauf für 2014 hat begonnen, NCSoft

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