Hey! Pikmin im Test: Strategie-Plattformer mit viel Charme

Marcel-André Wuttig

Nach dem eher mäßigen Erfolg von Pikmin 3 auf der Wii U meldet sich die Serie um Captain Olimar und den bunten Pflanzen-Wesen nun auf dem 3DS zurück. Ob Hey! Pikmin auch auf Nintendos erfolgreichem Handheld überzeugen kann und worauf du bei diesem Ableger verzichten musst, erfährst du in unserem Test.

Bist du gerade im Stress? Am Ende des Tests findest du eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Punkten unserer Bewertung! 

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Hey! Pikmin Release Date Announcement Trailer

Mit Hey! Pikmin schaffen es die bunten Pflanzenwesen nun auch auf Nintendos erfolgreichen Handheld. Es ist kaum zu glauben, dass es sich bei dem Titel erst um den vierten Ableger der Reihe handelt, wurde der erste Teil doch schon im Jahr 2001 auf dem GameCube veröffentlicht. Zwar folgte der Nachfolger schon im Jahr 2004 auf Nintendos lila Würfel, doch dauerte es ganze neun Jahre, bis ein dritter Teil für Wii U erschien. Obwohl es einen passenderen Titel für Nintendos Konsole nicht hätte geben können, verkaufte sich Pikmin 3 eher mäßig.

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Glücklicherweise mussten wir trotzdem nicht ganz so lange auf ein neues Abenteuer mit dem äußerst charmanten Captain Olimar und seinen bunten Pflanzen-Freunden warten. Denn am 28. Juli erschien Hey! Pikmin für den 3DS.

Schön dich wiederzusehen, Captain Olimar!

HeyPikminCaptainOlimar

Ich selbst habe noch die schönsten Erinnerungen an die ersten beiden Teile der Serie. Als das originale Pikmin erschien, war ich gerade einmal 14 Jahre alt. Mit großer Leidenschaft genoss ich Nintendos damals neue IP und war nicht nur von der detailverliebten Grafik, sondern auch vom strategischen Gameplay angetan, das so völlig anders war als sonstige Nintendo-Spiele.

Den dritten Teil habe ich leider verpasst, da ich nie eine Wii U besaß. Für mich war das Abenteuer mit Captain Olimar also auch eine Zeitreise in meine Jugend.

Gerade der visuelle Stil mit den vielen liebevollen und geradezu malerischen Details transportierte mich zurück in die Welt des kleinen Astronauten. Auch der liebevolle Humor büßt nichts von seinem originalen Charme ein.

Du hast dich aber verändert, Olimar!

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Nicht alles ist jedoch beim Alten in dem 3DS-Ableger. Statt isometrischer Vogelperspektive kommt mit Hey! Pikmin ein Plattformer mit taktischen Elementen auf deinen Handheld. Du steuerst den kleinen Astronauten von der Seite und bewältigst mit (und manchmal auch ohne) Hilfe deiner bunten Freunde jegliche Hindernisse.

Olimar bewegst du mit dem Steuerkreuz deines Handhelds. Die Pikmin folgen dir ganz automatisch. Mit dem Stift und dem Touchscreen wirfst du sie durch die Levels, um sie an unerreichbare Orte zu bringen. Dort machen sie dann Gebrauch von ihren einzigartigen Fähigkeiten. Die roten Pikmin sind feuerresistent, die Gelben springen am höchsten, die Blauen schwimmen, die Grauen zerstören Kristalle und die Pinken können fliegen.

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Obwohl sich das nach der vertrauten taktischen Vielfalt vergangener Pikmin-Titel anhört, besitzt die neue Reise mit Captain Olimar nicht die gleiche Tiefe wie die Vorgänger. Das Level-Design kam mir gerade zu Beginn relativ simpel vor. Leider änderte sich auch in späteren Welten nicht allzu viel daran. Natürlich wurde das Spiel ein bisschen schwieriger, doch fühlte ich mich nie wirklich stark gefordert. Schade, hatte ich mir doch gerade bei Pikmin komplexere und einzigartigere Levels gewünscht. Streckenweise fühlte es sich sogar danach an, als wäre das große Potenzial der Serie nicht wirklich ausgeschöpft worden.

Und doch mag ich dich noch immer, kleiner Astronaut!

Doch soll sich das nicht schlimmer anhören, als es eigentlich ist. Denn das Wiedertreffen mit den charmanten Nintendo-Charakteren hat mich trotzdem stark unterhalten. Das lag nicht zuletzt an der liebevollen Präsentation, die Pikmin schon in der Vergangenheit so beliebt gemacht hat.

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Deine Aufgabe ist es, Captain Olimar dabei zu helfen, genug Glitzernüsse zu sammeln, damit er mit seinem Raumschiff den fremden Planeten der Pikmin verlassen kann. Teilweise gibt es diese Nüsse, wenn du Gegner besiegst. Andere Male sind sie im Level versteckt. Besonders viele gibt es, wenn du bis zu drei versteckte Gegenstände pro Stage findest.

Das können Handys, NES-Spiele oder Brillen sein. Da unser Hauptcharakter ein Alien von einer anderen Welt ist, haben diese Gegenstände witzige, befremdlich wirkende Bezeichnungen, die dennoch passender nicht sein könnten. So wird das klappbare Handy als Business-Strandliege bezeichnet.

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Auch die Pikmin selbst tragen in kleinen Zwischensequenzen zum charmanten Flair des Spiel bei, wenn sie ihre Umwelt erkunden und von Gegnern überrascht werden. Putzig, wie tollpatschig die kleinen Pflanzenwesen sind!

Zusammenfassung und Fazit: Ein lohnender Zeitvertreib mit Retro-Charme

HeyPikminBewertungsübersicht

Captain Olimar und seine Pikmin sind zurück! Der vierte Ableger der beliebten Nintendo-Serie verbindet Plattformer- und Strategie-Elemente. In acht Welten erkundest du über 40 verschiedene Levels.

Die Entwickler bauen auf den altbekannten Charme der Serie. Leider büßen sie jedoch strategische Tiefe beim Level-Design ein. Zwar macht Hey! Pikmin wirklich viel Spaß, doch ist das Spiel nicht sonderlich fordernd. Vor allem jüngeren Spielern kann aber getrost zum Kauf geraten werden. Ältere Generationen werden sich freuen, dem knuffigen Astronauten und seinen hilfreichen Freunden wieder zu begegnen. Die Komplexität der vorherigen Teile solltest du von Hey! Pikmin aber nicht erwarten.

Wird dir gefallen, wenn du unbedingt wieder ein Pikmin-Spiel zocken willst, wenn du einen soliden Nintendo-Titel für unterwegs brauchst, der nicht frustriert und du niedliche und entspannte Plattformer mit Strategie-Elementen magst.

Wird dir nicht gefallen, wenn du ein vollwertiges Pikmin, einen Plattformer mit strategischer Tiefe oder komplexe Level und einen hohen Schwierigkeitsgrad erwartest.

Wertung

7.5/10
Getestet von Marcel-André Wuttig

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