Hitman – Absolution Vorschau: Alles beim Alten

Es  wurde Zeit: Ganze sechs Jahre ist es nun schon her, seit Agent 47 das letzte Mal seine Klaviersaite ausgepackt hat. „Blood Money“ ist 2006 sowohl bei Kritikern, als auch bei Fans richtig gut angekommen – umso verwunderlicher, dass „Hitman: Absolution“ erst jetzt erscheint. Bleibt Agent 47 der stille Assassine, oder ist er zu einer furchtlosen Actionikone mutiert?

Hitman – Absolution Vorschau: Alles beim Alten

Square Enix macht es den “Hitman”-Fans ja wirklich nicht einfach. Da betonen sie in so ziemlich jedem Interview, dass „Hitman: Absolution“ noch immer auf ruhige Art spielbar ist und Agent 47 seine Opfer wie früher einzeln und ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen ausschalten kann – und veröffentlichten dann solche Trailer:

Das lässt Stealth-Fans natürlich skeptisch werden und zeichnet leider ein völlig falsches Bild von „Hitman: Absolution“. Wir konnten ein Level auf verschiedene Art und Weise durchspielen und können Entwarnung geben: Der kahlköpfige Killer ist nicht zum ballernden Muskelprotz geworden.

“Hitman Absolution” bleibt seinen Wurzeln treu

Wir durften die zweite Mission von “Hitman: Absolultion” anspielen, in der wir einen Gangster ausschalten müssen, der Chinatown kontrolliert. Schon bei der Auswahl des Schwierigkeitsgrades fällt der erste, große Unterschied auf. Derer gibt es nämlich nun fünf und sie unterscheiden sich auf viele Arten voneinander.  Der einfache und der normale Schwierigkeitsgrad haben wenig mit den früheren Teilen gemein.  Überall werden euch Hinweise angezeigt, Eigeninitiative ist kaum mehr gefragt. So laufen wir etwa an einem Restaurant vorbei und wir erfahren automatisch, dass unsere Zielperson dort essen geht und wir sie doch einfach vergiften können. Für Hitman-Fans geht damit ein sehr integraler Bestandteil des Spiels verloren. Weil wir sämtliche Infos direkt auf dem Präsentierteller bekommen, müssen wir unsere Zielpersonen nämlich nicht mehr beobachten, ihre Gewohnheiten studieren und die Umgebung erkunden.

Jeder, der also schon einmal „Hitman“ gespielt hat, sollte sich also gleich an einen der drei härteren Schwierigkeitsgrade wagen. Dort sind diese Hinweistafeln abgeschaltet, je nachdem, wie schwer ihr es haben wollt, werdet ihr zudem schneller entdeckt oder müsst ganz ohne Bildschirmanzeigen auskommen. So sorgt IO Interactive dafür, dass sowohl Newcomer, als auch Hardcore-Fans gleichermaßen zufrieden gestellt werden. Der neue Instinkt-Modus, mit dem Agent 47 Feinde durch Wände erkennen und ihre Laufwege sehen kann, wird dann natürlich ebenfalls abgestellt.

An den grundsätzlichen Spielmechaniken hat sich im Vergleich zu „Hitman: Blood Money“ währenddessen kaum etwas geändert. Mit Hilfe eurer Umgebung schaltet ihr die Zielpersonen aus, lasst es, wenn möglich, wie einen Unfall aussehen und flieht. Dabei wird weniger der Fokus auf Stealth gesetzt, wie es etwa bei Splinter Cell der Fall ist. Stattdessen könnt ihr euch noch immer die Kleidung sämtlicher Personen im Level überstreifen und so meist problemlos durch die Gegend laufen.

Neuerungen im Detail

Neu ist das Deckungssystem, ohne das heute kaum ein Third-Person-Spiel auszukommen scheint. Nun könnt ihr auch von dort eure Waffen abfeuern, was Agent 47 wesentlich effektiver im direkten Feuergefecht werden lässt. „Hitman: Absolution“ ist noch immer kein Shooter, legt aber Wert darauf, zumindest die Alternative offen zu lassen.

Zudem hat nun jedes Level zahlreiche Challenges, die ihr absolvieren könnt. Im von uns gespielten Abschnitt können wir dem Gangsterboss etwa Gift in die Drogen mischen, ihn zu seinem Auto locken und es explodieren lassen oder einfach komplett Chinatown zusammenballern – für alle Vorgehensweisen gibt es eine eigene Challenge. Je mehr Aufgaben ihr erfüllt, desto höher wird euer Punktemultiplikator für das Level. Schon im Vorgänger habt ihr am Ende jedes Auftrags eine Bewertung eurer Fähigkeiten bekommen, nun wird darauf also ein noch größerer Fokus gesetzt. Damit ihr in den Leaderboards also ganz vorne dabei sein könnt, müsst ihr nicht nur alle Challenges erfüllen (wofür ihr schleichen und ballern müsst), sondern auch das schwierig zu erreichende „Silent Assassin“-Rating bekommen. Dafür dürft ihr von niemandem gesehen werden, möglichst niemanden töten und sämtliche Aufnahmen der Überwachungskameras, die in jedem Level versteckt sind, finden. Den ständig präsenten Punktezähler in der oberen Ecke kann man beim ersten Spieldurchgang aber glücklicherweise auch ausschalten, da er sonst stark an der Atmosphäre knabbern würde.

Ausblick:

Fans haben Angst, dass „Hitman: Absolution“ die Serie zum Actionfest mutieren lässt, was sich jedoch schnell als unbegründet herausstellt. Tatsächlich ist das exakte Gegenteil der Fall: IO Interactive hält sich streng an die Mechanismen der Vorgänger, vereinfacht jedoch die früher oft umständliche Steuerung. Dank des Deckungssystems kann man fremden Blicken sehr viel intuitiver ausweichen, die verschiedenen Schwierigkeitsgrade decken so ziemlich alle Zielgruppen ab.

Lasst euch nicht von der Marketing-Kampagne von Square Enix verwirren: „Hitman“ bleibt „Hitman“ und ist auch in der fünften Edition nicht für Shooter-Puristen geeignet. Ob Agent 47 an seine besten Tage anknüpfen kann, hängt nun vor allen Dingen von der Story und dem Leveldesign ab. Setzt IO Interactive zu oft auf Skript-Sequenzen, kann sich das Potential des Spiels nicht recht entfalten – mit „Blood Money“ haben sie aber bereits bewiesen, dass sie es können.

Ersteindruck: Gut

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Weitere Themen: gamescom 2013: Vorverkauf für 2014 hat begonnen, Square Enix

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