inFamous 2 Test - Gut oder böse, wen interessiert das schon?

Tom
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Vor etwa zwei Jahren gab es eine gar epische Schlacht zweier Giganten: Cole McGrath aus inFamous und Alex Mercer aus Prototype. Beide entfesselten ein virtuelles Chaos auf unseren Bildschirmen, beide waren erfolgreich und werden demnach fortgesetzt. Entwickler Sucker Punch macht den ersten Schritt – inFamous 2 steht in den Läden und verbessert die bekannte Formel in nahezu jeder Hinsicht.

inFamous 2 Test - Gut oder böse, wen interessiert das schon?

Soll heißen: Am grundlegenden Spielprinzip wurde absolut keine Mutter gelockert, hier geht es immer noch um Superkräfte und die recht eindimensionale Entscheidung zwischen supergut und superböse. Zum anderen gibt es Aspekte des Spiels, die noch genauso zu wünschen übrig lassen, wie beim Vorgänger aus dem Jahr 2009. Und genau damit fangen wir an!


Jumping off the Coletrain

Wir reden natürlich von der Story des Spiels. Nachdem Cole im Vorgänger Empire City vor sich selbst gerettet hat (oder genau das eben nicht tat), wird die Stadt von einem neuen Ungetüm heimgesucht: Der Bestie. Der gigantische, lodernde Felsmann vernichtet zu Beginn des Spiels die ganze Stadt, in einem Kampf mit dem Riesen verliert Cole einen Großteil seiner Kräfte (Hallo, Metroid-Effekt!). Also macht er sich zusammen mit seinem Freund Zeke und der Agentin Kuo auf nach New Marais, um dort den Wissenschaftler Dr. Wolfe zu finden, der Cole stärker machen kann.

Im Verlauf des Spiels nähert sich nun die Bestie der neuen Stadt, regelmäßig wird uns angezeigt, wieviele Meilen das Monster noch von uns entfernt ist. Das baut zwar vorbildlich den unvermeidbaren Bosskampf am Ende des Spiels auf, wirkt aber auch sehr beliebig. Wer oder was ist die Bestie überhaupt, wo kommt die plötzlich her? Wir kriegen zwar gen Abspann eine Antwort auf diese Frage, die löst aber nur noch mehr Kopfkratzen aus.

Das Ganz wäre natürlich noch erträglich, wenn nicht die gesamte Besetzung der Hauptcharaktere so dermaßen schwach geschrieben wäre. Zur Erinnerung: In “inFamous” dreht sich alles um die Entscheidung zwischen Gut und Böse – Grauzonen gibt es nicht, ihr müsst euch stets zwischen ‘Retter der Welt’ und ‘Bringer der Apokalypse’ entscheiden und das mehrmals im Spiel. Soll heißen: Selbst nachdem ihr bereits eine ganze Siedlung voller unschuldiger Zivilisten geröstet habt, dürft ihr noch den Heiligen mimen. Das ist spielerische Freiheit, ja, führt aber auch dazu, dass Cole als Charakter wenig nachvollziehbar, weil ständig hin- und hergerissen ist.

Verantwortlich dafür sind unter anderem die Agentin Kuo, die nun Eiskräfte besitzt und vehement die gute Entscheidung vertritt. Und die im Sumpf aufgewachsene Nix, die wiederum das Feuer beherscht und gerne ein paar Leute opfert, um ihre Ziele zu erreichen. Beide sind furchtbar unsympathisch, weil eindimensional und verbohrt. Wenn Zeke der charmanteste Charakter im Spiel ist, dann hat Sucker Punch definitiv etwas falsch gemacht. Wir fassen also zusammen: Die Story von “inFamous 2″ nervt mit wenig liebenswerten Charakteren und kann mangels eindrucksvoller Twists oder origineller Ideen nie echte Spannung aufbauen. Damit hätten wir den größten Negativpunkt des Spiels aber auch schon aus dem Weg geräumt.

Weitere Themen: Infamous 2

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