Injustice Test: Mir fällt kein Teaserspruch ein! So!

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Manchmal ist es so einfach, Ideen für ein Prügelspiel zu finden. Comichelden gehen sowieso immer, warum die sich dann hauen, ist im Zweifel zwar egal, aber zur Not gibt es ja immer noch Paralleluniversen, Zeitreisen und so Kram. Da fragt schon keiner. Und wer will nicht sehen, wenn sich Batman mit Wonder Woman keilt oder Superman den Joker vermöbelt? Und schon haben wir “Injustice“ fertig konzipiert.

Mortal Kombat-Erfinder Ed Boon und seine Netherrealm Studios haben scheinbar einen Narren an DC gefressen. Nachdem „Mortal Kombat vs. DC Universe“ die Verschmelzung zweier Universen los trat, kommt nun ein eigenes Prügelspiel mit den größten Helden der Comicschmiede. Leider abermals mit der Auflage versehen, dass sich die Berühmtheiten nicht in blutige Klumpen prügeln dürfen. Machts gut, meine geliebten Fatality Moves.

Darüber hinaus bleibt „Injustice“ den Standards der Netherrealm Studios treu. Es hagelt markige Sprüche, die Story ist herrlich blödsinnig, die Grafik gut, das allgemeine Spektakel umwerfend. 24 Helden bzw. Fieslinge gibt es, viele davon legendär, andere (etwa Hawkgirl oder Raven) eher...naja, nicht so sehr. Dummerweise spielen sich fast alle davon erschreckend ähnlich. Die Standardangriffe gleichen sich oft, selbst die Spezialangriffe löst man immer auf dieselbe Art aus.

Zwar erbt „Injustice“ damit eigentlich nur eine der bekannteren Genrekrankheiten, aber wer mal einen der ArcSystem-Titel (Guilty Gear, BlazBlu) gespielt hat weiß, dass sich Charaktere auch sehr unterschiedlich anfühlen können. Leider ist auch das Moveset der Helden weit weniger variabel als bei manchen Genrevertretern. Was bleibt sind sogenannte Meteormoves, also aufgeladene Versionen der Spezialattacken und ein Super-Move, der sich über die Schultertasten auslösen lässt.

Injustice Test: Starrer Combojuggler statt flottes Beat'em Up

Spätestens bei deren Einsatz brennt der Bildschirm: Superman schleudert seine Gegner in die Stratosphäre, Lex Luthor packt gleich einen ganzen Lasersatelliten aus und Aquaman beschwört einen riesigen Tsunami (samt Hai). Spielentscheidend sind diese Moves nicht, aber spektakulär anzusehen. Insgesamt lockern sie ein Kampfsystem auf, das zwar schon flexibler und dynamischer geworden ist, aber immer noch hinter der großen Konkurrenz von Capcom zurücksteht.

„Injustice“ setzt wie gehabt auf Kombojuggles, also lange Moveketten, die miteinander zu einem großen Schlaggewitter verknüpft werden. Nur so macht dieses Spiel auch wirklich Spaß. Wer sich nicht auf das Timing einlassen will oder kann, dem wird „Injustice“ zu träge sein. Wer das Streetfighter-Prinzip aus Befehlseingabe und direkter Umsetzung gewohnt ist, wird verwundert dreinblicken, wenn Batman nach einem Schlag erst einmal die Animation beenden muss, um bestimmte Attacken anzuhängen.

Wer übt und am Ball bleibt, kommt zwar rein, aber bis dahin muss man erst einmal durchhalten. Zum Glück motiviert „Injustice“ auf vielerlei Ebenen. Der tolle Storymodus, der sowohl in Punkto Inszenierung als auch Gehalt an „Mortal Kombat 9“ erinnert, dauert etwa vier Stunden, danach kann man sich im Star Labs-Modus an verschiedenen Missionen oder in den Battle-Ladders versuchen. Im Archiv schaltet man Kostüme frei, stöbert durch Concept Arts und sonstige Goodies.

Insgesamt liegt „Injustice“ damit allein was die Fülle der Inhalte betrifft auf einem Niveau, dass selbst die ganz Großen nicht erreichen. Bleibt der Multiplayer-Modus, der schon bei „Mortal Kombat 9“ durchaus spaßig war. Dessen King of the Hill-Modus war ein drolliges Community-Feature, bei dem Zuschauer das Kampfgeschehen abfeiern oder ab-buhen dürfen. „Injustice“ bringt den nun auch wieder –

Fazit
Im direkten Vergleich zum Vorgänger „Mortal Kombat 9“ schneidet „Injustice“ für mich leicht schlechter ab. Dessen Fatalities sind einfach zu gut, um sie wegzulassen, die Geschichte war nochmal etwas trashiger und die Gruft, in der ich neue Skins und Moves freischalten durfte, war ebenfalls cooler, als das schnöde Archiv, das Netherrealm hier inkludiert. Und trotzdem prügle ich mich mit einem breiten Lächeln durch diese bunte Comicorgie.

Allein die Tatsache, dass sich hier ein paar meiner Lieblingshelden um die Wette hauen, macht Spaß, richtig klasse finde ich aber die Einbindung der Hintergründe. Überall explodiert etwas, die Stage Transisitions fetzen ordentlich und wenn ich mitten im Kampfgeschehen plötzlich eine Rakete aus der Verankerung greife und auf Superman schleudere, spielt sich das nicht nur herrlich flüssig, sondern wirkt verdammt cool.

Als Sandkorn im Getriebe entpuppt sich wie schon so häufig das Kampfsystem. Netherrealm produziert lieber starre Combojuggler statt flotter Beat'em Ups (etwa Streetfighter). Um hier ähnlich dynamische Kämpfe zu produzieren wie in Capcoms Paradeprügler braucht es Geduld und Übung. Wer die nicht aufbringt, ärgert sich über zu ähnliche Kämpfer und wenige Supermoves. Dafür stimmt der Umfang. Als Prügelfan greift ihr aber zu – die Story allein rechtfertigt den Kauf!

Achtung: Wer das Spiel gewinnen möchte – unter allen Kommentaren verlosen wir die Xbox360-Fassung von Injustice!!!

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Wertung

7/10
Getestet von David

Den Storymodus und die Level-Verwüstung finde ich genial, das Kampfsystem leider nicht.

Leserwertung
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