Rätseln um Milosevics Tod

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Leserbeitrag

(Ivo) Am Wochenende ist der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic in seiner Zelle in Scheveningen an einem Herzinfarkt verstorben. Unklar scheint jedoch, was genau zu diesem Infarkt führte. Gerüchten zufolge ist ein Attentat auf Milosevic nicht auszuschließen. Auch die Frage, was man nun mit seinem Leichnam machen sollte, steht noch aus.

Rätseln um Milosevics Tod

Am Samstag ist der Serbe Slobodan Milosevic an einem Herzinfarkt in Den Haag gestorben. Der ehemalige Präsident Serbiens und von 1997 bis 2000 Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien stand seit 2002 wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien und Kosovo vor dem Gericht der Vereinten Nationen (UN) in Den Haag. Mit seinem Tod fand auch das langjährige Verfahren ein jähes Ende, dessen Urteil jedoch noch ausstand.

Kaum war die Information über seinen Tod bekannt, brodelte es schon wieder heiß in der Gerüchteküche. Zwar war es kein Geheimnis, dass Milosevic schon seit längerem an Herzproblemen litt, dennoch kam sein Tod für viele sehr abrupt und überraschend.
Vor allem die These, Milosevic sei vergiftet worden, scheint immer mehr Anhänger zu finden. Seinem Rechtsbeistand Zdenko Tomanovic zufolge habe ihm Milosevic nur einen Tag vor seinem Tod noch gesagt, dass er befürchte, dass ihn jemand vergiften wolle. Er sei aber stark und würde auch diesem Anschlag Paroli bieten. Wenige Stunden vor Milosevics Tod habe Tomanovic noch die russische Botschaft in den Niederlanden über angebliche Vergiftungspläne informiert.

Niederländische Medien berichten unterdessen, dass die Obduktion des Leichnams ergab, dass Milosevic ein Mittel gegen Lepra und Tuberkulose eingenommen habe, welches die Blutdrucksenkungsmittel beeinträchtigte, die er seit einiger Zeit regelmäßig zu sich nehmen musste. Milosevic sei auf das Blutdrucksenkungsmittel angewiesen gewesen. Ein Mittel gegen Tuberkulose einzunehmen wäre “kontraproduktiv” und würde keinen Sinn machen, sagte die Anwältin Verrijin Stuart, die den Prozess verfolgte. Ob es nun wirklich zu einer Vergiftung kam kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, da die genauen Ergebnisse der toxikologischen Tests erst in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

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