Killzone Mercenary Test: Flott, hübsch, seelenlos

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Wusstet ihr, dass Killzone Mercenary von dem gleichen Studio entwickelt wurde, das auch für die MediEvil-Reihe verantwortlich war? Ich auch nicht. Tut auch überhaupt nichts zur Sache, ich wollte nur das wunderbare MediEvil noch mal erwähnen. Killzone Mercenary will ein Versprechen einlösen, das uns Sony bereits bei der Ankündigung der Vita machte: Ein Killzone mit Konsolenqualität auf der portablen PlayStation Vita. Und wenn Konsolenqualität gleichbedeutend mit Hammergrafik ist, dann haben wir hier einen Gewinner!

Grafikpracht allein reicht natürlich nicht aus, um über Stunden zu fesseln. Aber gerade Killzone Mercenary brennt sich mit seinen fantastischen Setpieces schon fast aufdringlich in die Netzhaut: Man, sieht dieses Spiel gut aus! Seit „Uncharted: Golden Abyss“ habe ich keine so beeindruckende Technik mehr auf der Vita erlebt. Zwar ist das Killzone-Universium so grau und braun und voller rot leuchtender Augen wie je zuvor, trotzdem ist die gebotene Optik der Wahnsinn. Schade nur, dass man derart eindrucksvolle Technik so selten auf der Vita sieht.

Schön anzusehen ist es also, aber ist „Killzone Mercenary“ auch ein gutes Spiel? Zwar versucht Entwickler Guerrilla Cambridge eine Twist-gefüllte Geschichte von ein paar Söldnern zu erzählen, die im großen Krieg zwischen der ISA und den Helghast schlicht versuchen, das große Geld zu machen – wirklich gelungen ist ihnen das aber nur bedingt. Die Charaktere bleiben blass – nach dem Durchspielen fällt es mir schon schwer, mich an die Namen der einzelnen Figuren zu erinnern.

Statt seine Geschichte mit aufwendigen Ingame-Zwischensequenzen zu erzählen, verlässt sich „Mercenary“ weitestgehend auf Planbesprechungen mit Karten des Auftragsgebiets und nicht animierten Charakterportraits. Auf erzählerischer Ebene fesselt das portable „Killzone“ leider so gar nicht.

Bildergalerie killzone-mercenary

Spielerisch bewegt sich „Mercenary“ auf dem Niveau der großen Konsolenbrüder. Soll heißen: Hitzige Kämpfe gegen Massen an Helghast-Soldaten auf sehr gut designten Karten – gern mit episch cooler Aussicht im Hintergrund. Ständig spürt man zudem den namensgebenden Söldner-Ansatz: Jeder Kill gibt Geld. Das investiert man dann im Shop in neue Waffen, Rüstung und Gadgets. Das Waffendesign glänzt nicht gerade mit Kreativität, trotzdem macht es einfach Spaß, mit einer Schrotflinte und entflammbarer Munition gegen die Helghast zu kämpfen.

Besonders cool sind die Gadgets, die einen Slot im Loadout einnehmen. Da steuert man dann etwa eine kleine fliegende Drohne, die mit zwei spitzen Greifarmen von hinten Löcher in die Köpfe der Feinde sticht – Stealth mal anders. Überhaupt versucht „Killzone Mercenary“ immer dem Spieler zu überlassen, wie er eine Situation angeht – also ob schleichend oder brachial. Etwas schade ist die Begrenzung des Waffenarsenals, genretypisch kann man nämlich immer nur zwei Waffen gleichzeitig tragen.

Die Schießereien machen also Spaß, auch wenn mir „Mercenary“ keine Revolution im Gamedesign bietet und sich stattdessen auf Altbewährtes verlässt, alles gewürzt mit der ständigen Motivation aus mehr Geld, mehr Waffen, mehr Gadgets. Schön ist auch, dass die Entwickler einige Touch-Features des Spiels optional gemacht haben. Das Backtouchpad kann ich etwa komplett deaktivieren und mich fast komplett auf Buttons verlassen, was mir persönlich einfach mehr liegt. Ab und zu kommt der normale Touchscreen dann aber doch zum Einsatz, etwa beim Hebel ziehen oder Bomben scharf machen – mehr als ein Gimmick ist das aber nicht. Richtig blöd finde ich derweil das Hacking-Minispiel, in dem ich mit dem Touchscreen nicht mehr mache, als verschiedene Muster einander zuzuordnen.

Im Multiplayer bietet „Mercenary“ leider nicht mehr als das Standard-Paket. Deathmatch, Team-Deathmatch und Warzone – ein Modus, der in fünf Phasen unterteilt ist, in denen man mal Marken von gefallenen Gegnern aufsammeln oder Schalter auf der Map deaktivieren muss. Das ist zwar kurzweilig, wirklich lange konnten mich die Mehrspieler-Partien aber nicht fesseln.

Fazit:

„Killzone Mercenary“ ist ein technisches Brett, bietet in seiner Kampagne einen wunderbaren Spielfluss und dank des Söldner-Systems und den vielen freischaltbaren Waffen und Gadgets auch ausreichend Wiederspielwert. „Mercenary“ versetzt mich außerdem in eine glaubhafte Spielwelt, verpasst es aber, diese mit echten Charakteren zu füllen – stattdessen gibt es stereotype Abziehbilder und Story-Twists, die mich vollkommen kalt lassen.

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Wertung

7/10
Getestet von Thomas

Killzone Mercenary sieht verdammt gut aus und spielt sich flott – nur bleibt die Ballerei stets seelenlos.

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