Bei uns hat das ganz prächtig funktioniert. Das neue “KoF” war in unserer PS3 ein gern gesehener Gast. Doch bevor uns hier die Spielspaß-Pferde durchgehen, sei erst einmal klipp und klar gestellt: Gegenüber dem grandiosen “Street Fighter IV” oder dem extrem launigen “Marvel vs. Capcom 3″ zieht auch der neue König wiedermal den Kürzeren. Für eine Thronbesteigung macht “King of Fighters XIII” nämlich immer noch zu viele kleinere Fehler.

Der Story-Mode ist zum Beispiel eine sehr nette Angelegenheit und wartet mit vielen denkwürdigen Momenten auf. Leider wird er von SNK Playmore recht schwach präsentiert und muss obendrein ohne Voice-Acting auskommen. Wer zuletzt “Mortal Kombat” gespielt hat, weiß wie viel Potential “KoF 13″ hier liegen lässt. Das gilt auch für die Online-Funktionalität, die zwar alles bietet, was das Herz begehrt, auf der anderen Seite aber wichtige Standards wie einen Spectator-Modus vermissen lässt. Der visuelle 2D-Stil des Spiels ist hingegen über jeden Zweifel erhaben und weiß mit detaillierten Animationen und coolen Charakterdesigns zu überzeugen.

Ob die schamlos schwenkenden Atom-Brüste einer Mai Shiranui jedermanns Sache sind, müssen wir an dieser Stelle zum Glück nicht beantworten. Eine klare Aussage zum Bosskampf am Ende des Solo-Modus wollen wir hingegen schon loswerden. Der ist nämlich richtig ärgerlich und wird jeden noch so frustresistenten Prügelknaben in den Wahnsinn treiben. Hier hat SNK Playmores einfach geschlampt.

GIGA Gameplay - King of Fighters XIII (14:03)

“King of Fighters XIII” ist also alles andere als perfekt. Dass wir das so gut verschmerzen konnten, liegt in erster Linie an dem wirklich gelungenen Kampfsystem, das mit seiner Hyperdrive-Leiste und einer ausgefeilten Combo-Palette viel Tiefgang bietet. Ein vollständig geladener Hyperdrive-Balken ermöglicht uns in “King of Fighters XIII” fast alle Moves aneinanderzureihen. Das funktioniert aus dem Stand und sorgt bereits in den ersten Partien für ein fettes Grinsen auf den Siegerlippen. “KoF 13″ ist überhaupt sehr zugänglich gehalten und bei der Eingabe der benötigten Tastenkombinationen etwas nachsichtiger als vergleichbare Titel. Die Steuerung ist aber trotzdem sehr präzise. Sie belohnt uns nur etwas häufiger mit erfolgreich ausgeführten Spezialattacken und Super-Moves.

Gleichzeitig fühlt sich “King of Fighters XIII” auch noch ein Quäntchen schneller als zum Beispiel “Street Fighter IV” an. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Gameplay, das auch Brawler-Experten einiges abverlangen wird. Der Team-Fokus von “King of Fighters XIII” sorgt schließlich noch für das richtige Maß an Taktik. So können wir zu Beginn einer Partie drei Charaktere auswählen und zu einem schlagkräftigen Tag-Team zusammenstellen.

Anders als zum Beispiel in “Marvel vs Capcom 3″ lassen sich diese aber während einer Runde nicht beliebig austauschen. Wir lassen unsere Charaktere einfach der Reihe nach antreten. Das hat den Nachteil, dass man bestimmte Spielstile nicht innerhalb eines laufenden Kampfes miteinander kombinieren kann. Dafür dürfen auf diese Weise aber unsere absoluten Lieblingsfighter zusammen antreten – unabhängig davon, ob sie zusammenpassen oder nicht.

Fazit
Das im Vorfeld versprochene, furiose Comeback ist “King of Fighters XIII” nicht geworden. Doch “KoF 13″ hat alles, was ein guter Brawler so braucht. Die Riege der wählbaren Charaktere überzeugt, der 2D-Grafik-Stil ist klasse und das Combo-System bietet ausreichend Tiefgang. Was will man mehr. Leider verderben viele kleine Fehler eine höhere Wertung – den Spaß, den man mit “KoF XIII” hat, schmälern sie hingegen kaum.

Wertung: 80%