Spielergenerierter Content - Die Zukunft der Spieleentwickler

Leserbeitrag

(Pille) Wenn man einige der aktuellen Spielehits betrachtet, so fällt auf, dass viele Entwickler immer eher auf die Unterstützung ihrer Fans bauen, um ihre Games auf lange Sicht attraktiv zu halten. tatsächlich scheint die Idee gleichmäßig simpel, wie genial zu sein: Durch niemals abebbenden Content, der durch tausende kreative Spielerköpfe gewährleistet ist, bleibt ein Spiel ewig aktuell und interessant.

“L.A. Noire könnte das teuerste Spiel aller Zeiten werden”. Mit dieser Aussage, bezogen auf Rockstars kommendes “Thrillergame” unterstrich Tom Crago, CEO von “Tantalus2 und Präsident der Game Developers’
Association of Australia, einen Trend, der in der Spielebranche schon seit längerer Zeit zu beobachten ist. Spiele werden zu vielen Millionen Dollar schweren Projekten, an denen große riesige Entwicklerstudios mit
hunderten von Mitarbeitern Jahrelang arbeiten.

100 Millionen Dollar soll das neue Spiel der GTA-Macher nach aktuellen Schätzungen verschlingen. Aber ist es
wirklich notwendig, derart viel Finanzkraft aufzubringen, um ein erfolgreiches Spiel zu erschaffen? Wenn es nach Designerlegende David Perry geht, ist dem sicherlich nicht so. Der Spieledesigner, der unter anderem an Titeln wie “Earthworm Jim” und “MDK” beteiligt war, ist zur Zeit damit beschäftigt ein neues MMO zu Entwickeln. Und das ohne einen einzelnen Cent für die Planungsphase des Titels ausgeben zu müssen.

Wie das geht? Perry entwickelt sein Spiel in enger zusammenarbeit mit tausenden von Fans. Im Frühjahr 2007
startete Perry das “Project Top Secret”. Die Grundidee war es, über ein Forum tausende von Usern an dem
Entstehungsprozess eines Spieles teilhaben zu lassen und sie auch konkret in diesen mit einzubeziehen. Über das
Forum hatten die 70.000 angemeldeten Teilnehmer Konzeptentwürfe, Artworks und Spielideen einreichen
können.

Einzige Vorgabe dabei war, dass es sich um einen Onlineracer handeln sollte. Als Belohnung für einen der
fleißigen Fans, der sich als besonders talentiert herausstellen würde, winkte ein Job bei Acclaim Games. Dabei
ging es nicht um irgendeinen Job, sondern um die Leitung eines neuen Projekts des Riesenkonzerns.
Durchgesetzt hat sich dabei letztendlich Mike Zummo, der inzwischen als leitender Produzent an einem noch geheimen Musikspiel von Acclaim Games arbeitet.

Auch der kommende Sony-Hit “Littlebigplanet” setzt mit seinem umfangreichen Leveleditor auf die Hilfe aus der Community um für die Zocker langfristig attraktiv zu bleiben. Einen kleinen Anreiz, seine kreativen Kräfte in das Spiel zu investieren, bot das Entwicklerstudio media molecule auch schon an, als sie bekannt gaben, Hobbydesigner des Spieles genau im Auge zu behalten und ihnen, bei besonderem Talent, möglicherweise auch einen Job anbieten zu wollen. Damit findet der sogenannte “User-Generated-Content” auch Einzug auf den Konsolen, auf denen er aufgrund fehlender Systemzugänglichkeit bisher kaum vertreten war.

Das aktuellste Beispiel für ein Spiel, das seinen Charme durch den Einbezug der Community gewinnt, ist Will Wrights neuester Titel “Spore”, in dem die Welt des Spielers mit etlichen, von anderen Spielern geschaffenen, Wesen bevölkert ist. Auch Will Wrights vorheriges Spiel, das meistverkaufte Game aller Zeiten, “Die Sims”, wird von Fans durch das erstellen neuer Möbel und Kleidungsstücke noch tatkräftig unterstützt.

Ob die Zukunft oder zumindest “eine” Zukunft der Gamingwelt darin liegt, dass sich die Zocker ihr Spielerlebnis selbst schaffen, dieser Frage werden wir uns heute abend in GIGA The Show widmen.

Weitere Themen: Rockstar Games

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