Lego Star Wars 3: The Clone Wars - Test: Der Krieg der Klötzchen

David Hain
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Es gibt Leute, die registrieren schon gar nicht mehr, wenn Travellers Tales mal wieder eines ihrer Lego-Spielchen auf den Markt wirft. Was mit "Lego Star Wars" im Jahr 2005 noch sehr charmant begann, hat sich irgendwann zur Fließbandserie gemausert, die bisweilen sogar zwei Spiele pro Jahr generiert. Und dann gibt es die Unerschütterlichen, die Harten – sprich: uns, die sich auf jedes der Klötzchenabenteuer freuen, als stünde der Weihnachtsmann vor der Tür.

Lego Star Wars 3: The Clone Wars - Test: Der Krieg der Klötzchen

Um das mal gleich vorweg zu nehmen: Wir sind große Fans der Lego-Games, vielleicht…nein, ganz sicher sogar die weltgrößten. Selbst das eher lieblos heruntergespulte “Lego Indiana Jones 2″ konnte uns nicht abschrecken. Zum Glück: “Lego Harry Potter” überraschte im vergangenen Jahr mit glänzenden Ideen und jenem Zauber, der auch die Filmvorlage ausmacht. Aber wie das so ist mit jedem neuen Lego-Teil, macht “Lego Star Wars 3″ mal wieder alles anders.

Wobei anders hier eher mit “Rückschritt” zu übersetzen ist. Wo wir in “Lego Harry” noch durch das wundervoll verwinkelte und mit zahlreichen Gimmicks gespickte Hogwarts stöberten, verfrachtet uns die “Clone Wars”-Episode auf ein monströses Föderationsschiff, auf dem wir lediglich Missionen anwählen. Herumstöbern dürfen wir auch hier, die Möglichkeiten sind aber deutlich begrenzter, der Flair eines Hogwarts fehlt.

Ein Markenzeichen der Serie waren ja stets die Zwischensequenzen, die mittlerweile aber kaum noch für Erheiterung sorgen. Das gestenreiche Gemurmel ist, sagen wir es positiv, nett gemeint, hatte aber bereits in “Lego Star Wars 2″ ‘nen Riesenbart. Hinzu kommt dieses Mal, dass man ob der nahezu völlig unbekannten Vorlage kaum sagen kann, warum wir denn jetzt gerade durch Raumhafen XY springen. “The Clone Wars” wirkt dadurch wie ein zusammenhangloser Haufen Missionsbrocken.

Auch die herrlich motivierende Idee, Harry und Co. mit immer neuen Zaubersprüchen auszustatten, mit denen sie dann immer mehr Bereiche erkunden konnten, fällt unter den Tisch. Das hatte etwas von Rollenspiel, von Level-Ups, markierte damit einen Schritt in die richtige Richtung – weniger Casualspielerei, mehr echtes Spiel. “Lego Harry” implementierte das neue Element vor allem sinnvoll in die Handlung – bevor wir eine neue Fähigkeit erlernten, galt es eine Prüfung beim zuständigen Magieprofessor zu absolvieren.

Hier sammeln wir im Laufe der Kampagne hingegen einfach nur neue Charaktere ein, die eben eine ganz spezielle Aktion beherrschen. Gibt’s die nicht sowieso als Dreingabe für eine Mission, kaufen wir die eben im Vorbeilaufen auf unserem Mutterschiff – ziemlich lieblos. Im Großen und Ganzen verläuft “Lego Star Wars 3″ überdies nach bewährtem Schema: Steinchen sammeln, Gegner mit dem Lichtschwert zerschnibbeln, Missionsziele erledigen – zumindest, wenn wir wissen, welche das sind.

Denn was den Grad der Planlosigkeit angeht, erreicht “Lego Star Wars 3″ neue Serienhöhen. Allzu oft wussten wir einfach nicht, was wir überhaupt machen mussten, um zu voranzukommen. Da hilft es natürlich auch nicht, dass dank der erweiterten Engine nun bis zu einhundert Klötzchenmännchen gleichzeitig auf dem Bildschirm herumwuseln. “Lego Star Wars 3″ bietet kaum Hilfestellungen, überfordert im Gegensatz aber mit unzähligen Objekten auf dem Bildschirm.

Wer z.B. in der aus dem zweiten Prequel-Teil bekannten Szene in der “Arena von Geonosis” inmitten von unzähligen Kampfdroiden den Überblick behält, Schalter betätigt, Missionsziele löst, Secrets sucht und überdies noch auf seine Lebensenergie achtet, kommt verdammt ins Schwitzen – gerade weil sich allzu oft einfach nicht erschließt, was denn nun eigentlich der nächste Schritt ist. Für ganz junge Zocker ist das definitiv nicht geeignet.

Weitere Themen: Star Wars, Lego Star Wars 3: The Clone Wars Demo, LEGO Star Wars, Lucas Arts

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