Little Big Planet Vita Test – Das britischste Spiel des Jahres

von

Manchmal frage ich mich, ob ein Spiel auch zu nett zu mir sein kann. Da werde ich von knuffigen Jutefiguren angelächelt, von bunt-fröhlichen Welten begrüßt und vom britischen Akzent Stephen Frys empfangen. Jetzt müsste mir das Teil nur noch einen warmen Tee reichen und mich nach meinem Tag fragen und ich wäre endgültig davon überzeugt, dass ich doch eigentlich gar keine echten Freunde brauche.

Little Big Planet“ ist auch auf der Vita mal wieder ein äußerst sympathischer Zeitvertreib. Dabei kommt mir zunächst alles bekannt vor: Verspieltes Introvideo, die Papprakete als Spielmenü, Story-, Community- und Editor-Planeten, die als Portal zu den verschiedenen Spielweisen dienen. Auf den ersten Blick hat sich hier wenig geändert. Auf den zweiten auch nicht.

Die Sprungphysik ist nach wie vor etwas zu floaty, die Steuerung teils zu schwammig. Die Tutorial-Manie des Entwicklers führt außerdem dazu, dass nicht alle Inhalte von Anfang an zugänglich sind. Das schließt zum Beispiel auch den vollen Funktionsumfang des Editors ein.

Damit hätten wir dann aber auch die „großen“ Negativpunkte von Sackboys Vita-Abenteuer abgehakt. Es ist zwar schade, dass Tarsier Studios und Double Eleven die Altlasten der Reihe nicht beheben konnten, dafür ist das Spiel erneut „abwärtskompatibel“ mit euren DLC-Kostümen von Teil eins und zwei. Immerhin.

Der Story-Modus rund um einen bösen Puppenspieler ist mit seinen sechs Welten zwar etwas knapp bemessen, dafür aber ausnahmslos gut designt und inspirierend. Dabei ist es außerordentlich beeindruckend, wie viel in diesem Handheld-LBP steckt. Alle Elemente der Vorgänger sind vertreten: Enterhaken, Wasser-Level, Bumper-Pads – im Wesentlichen wechselt “Little Big Planet” alle zwei Level sein Genre. Hinzu kommen neue Werkzeuge und Waffen, die die Fähigkeiten der Vita beispiellos einsetzen.

Hier eine Plattform eingedrückt, da eine Treppe geformt, anderswo eine Brücke gebaut – und all das via Touch auf dem Bildschirm und der Rückseite der Vita. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern fügt sich natürlich ins Spielgeschehen ein. Im Editor ist das sogar eine ganze Ecke komfortabler als die Analogstick-Steuerung der Konsolenfassung – obwohl diese als Alternative ebenfalls bereit steht.

Und ehe man sich versieht, sind Stunden und Tage ins Land gezogen, ist der Story-Modus gemeistert, wurden Community-Levels favorisiert und eigene Welten erschaffen. Und das alles auf diesem kleinen Gerät, auf dem sich „Little Big Planet“ einfach richtig anfühlt. Auch wenn hier keine „3“ hinter dem Namen steht – verdient hätte es das Spiel. Grafisch ist es sowieso kaum von „Little Big Planet 2“ zu unterscheiden – die Detailtiefe ist enorm; neben „Uncharted: Golden Abyss“ dürfte „Little Big Planet“ zu den hübschesten Vita-Spielen gehören.

Fazit:

„Little Big Planet“ steckt voller Magie, versetzt ins Staunen und zaubert ein Lächeln auf das Gesicht selbst grimmigster Gamer. Die Sticker- und Kostümsammelsucht wirkt sofort und ohne Gegenmittel; neben „Gravity Rush“ ist „Little Big Planet“ mein zweites persönliches „Must Have“ für die PlayStation Vita – trotz der nach wie vor zu unpräzisen Sprungphysik.

Wertung: 89%


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz