Die Redaktion hat gewählt: Das sind die besten Spiele 2010!

David Hain

Ein Jahresende ohne Bestenliste? Das geht einfach nicht. Darum haben sich unsere Redakteure Tobias Heidemann, Tom Goik und David Hain tagelang eingeschlossen, gebrainstormt und in blutigsten Arenakämpfen…Moment, das klingt frei erfunden. Jedenfalls präsentieren wir hier unsere persönlichen Jahresrückblick: Was sind die besten Spiele 2010, welches das enttäuschendste und – besonders spannend – worauf freuen sich die Drei eigentlich 2011?

Tobias wird zum Cowboy

Platz 1: Red Dead Redemption:
In dem Moment, in dem John Marstons die Grenze nach Mexiko überquert und José Gonzáles „Far away“ erklingt – war es einfach um den Cowboy in mir geschehen. Auf dieses Spiel habe ich gewartet seit mein Atari 7800 unter dem Weihnachtsbaum lag und ich zum ersten Mal „The Good, the Bad and the Ugly“ gesehen habe. Er wahrgewordener Traum voller glorreicher Hallunken, schlechtem Fusel und offenen Rechnungen. Fantastisch.

Platz 2: Limbo
Mein zweiter Platz richtet sich an all die Kulturpessimisten, die in Computer- und Videospielen noch immer einen zivilisatorischen Niedergang oder gewaltbefördernden Werteverlust sehen. Fangt endlich an selbst zu spielen; spielt „Limbo“!

Platz 3: Heavy Rain
Ich gebe es offen zu: Hier hatte ich sogar eine Träne im Knopfloch. Selten war man virtuellen Spielfiguren näher, selten wurde eine Geschichte so packend inszeniert.Wer hatte vor diesem Spieljahr gedacht, dass es einem Videospiel gelingen würde, die emotionale Entfremdung zwischen einem traumatisierten Vater und seinem verunsicherten Sohn zu transportieren? „Heavy Rain“ schafft so etwas nebenbei; und so viel mehr.

Platz 4: Shatter
Das perfekte Spiel für Zwischendurch. Dieser „Breakout“ Clon fängt das zeitlose Gameplay (Singleplayer-„Pong“) stilvoll ein, legt eine riesige Schippe neuer Ideen und Coolness obendrauf und wird dann einfach immer noch besser. Ein obergeiler Soundtrack macht aus „Shatter“ Videospielspaß in Reinkultur.

Platz 5: Alan Wake
Ja, es hatte jede Menge Schwächen und Unzulänglichkeiten – unterm Strich empfand ich „Alan Wake“ aber als ein unvergessliches Spielerlebnis. Der spielgewordene Stephen King Roman war furchtbar spannend und hatte genug Atmosphäre für drei Titel. Der enorme Detailreichtum seiner Schauplätze und das ungewöhnliche Kampfsystem sorgten für viele schaurig-schöne Momente.

Die größte Enttäuschung des Jahres:
„Star Trek Online“. Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010 und offenbar kann man ein MMO trotz einer unglaublich reichhaltigen Lizenz und schier endlosen Möglichkeiten vollkommen in den Eimer hauen. Respekt.

2011 freue ich mich am meisten auf…:
„Star Wars – The Old Republic“. Die Macht ist stark in diesem da und solange es „Star Wars“ heißt und nicht George Lucas draufsteht, muss ich es sowieso spielen. Außer Konkurrenz „Journey“ und „The Last Guardian“.

David hat den Plan

Platz 1: Heavy Rain
Als großer Kinofan ist mir “Heavy Rain“ ja schon mal per se sympathisch. Dass man als Spieler aber sämtliche Stationen der grandios erzählten Geschichte beeinflussen und damit so direkt wie nie zuvor miterleben kann, gilt für mich als kleine Sensation. Das sollte Schule machen: Bitte mehr Spiele mit genialer Handlung und Kinoinszenierung.

Platz 2: Split/Second
Ich bin ein simpel gestrickter Mensch: Ein paar Explosionen, schnelle Autos, geile Musik und eine Armee fieser Ninjas – schon bin ich glücklich und zufrieden. Da darf dann gerne auch der Anspruch fehlen. „Split/Second“ hat all das. Na gut, ohne die Ninjas vielleicht. Aber die könnte man ja in Teil zwei...

Platz 3: Mass Effect 2
Der erste Teil ödete mich mit belanglosen Nebenquests an. Teil zwei hat die nicht, dafür aber gestrafftes Gameplay, mehr Action, grandiose Charaktere und ein echtes Herzschlagfinale. Hinzu kommt eine Science-Fiction-Stimmung, die mich zuletzt im grandiosen „Blade Runner“ so stark gepackt hat.

Platz 4: Darksiders
Im Jahr der Actionstreithähne gab es vor allem einen Sieger: uns Spieler. „Dantes Inferno“, „Bayonetta“, „God of War 3“, „Lord of Shadows“ – alles toll. Herausgestochen hat für mich aber “Darksiders“. Die Mische aus Rätseln ala “Zelda“ und deftiger Action im Stil der vorgenannten Titel, sitzt hier perfekt und macht bis zum Ende Spaß. Ich warte auf Teil zwei – sehnsüchtig.

Platz 5: Lego Harry Potter
Okay, spätestens hier werden mich Manche für verrückt erklären. Aber nach den zuletzt eher mäßigen Klötzchen-Abenteuern, hatte „Lego Harry Potter“ endlich wieder genau das, weshalb ich mich einst unsterblich in „Lego Star Wars“ verknallt hab: kreativ, überbordend, bunt, humorvoll, zauberhaft.

Die größte Enttäuschung des Jahres:
Zehn Jahre Wartezeit, vier Jahre Entwicklungszeit – und das ist alles, was Blizzard nach all der Zeit eingefallen ist? Sicher: Ein schlechtes Spiel ist „Starcraft 2“ nicht, aber ein Meisterwerk hätte mehr gekonnt, als den betagten Vorgänger einfach in ein neues Grafikkorsett zu zwängen. „Company of Heroes“ konnte da vor vier Jahren schon mehr.

2011 freue ich mich am meisten auf…:
Wie jetzt – ich muss mich festlegen? Dann nehme ich die Rückkehr meines Jugendidols “Duke Nukem Forever”. Nein, moment – lieber “Uncharted 3″. Obwohl…eigentlich bin ich ganz versessen auf das Grafikmonstrum “Rage”. Oder “Crysis 2″…?! Ich glaub’, ich enthalte mich lieber.

Tom knows best – die Lieblingsspiele des Thomas Goik

Platz 1: Super Mario Galaxy 2
Reiner Spielspaß. Das ist Super Mario Galaxy 2 für mich. Kein Spiel hat mich dieses Jahr so gepackt, mir ein solch permanentes Lächeln ins Gesicht gezaubert und mich von Anfang bis Ende perfekt unterhalten. Hut ab, Nintendo, Super Mario Galaxy 2 ist für mich mit Abstand die Nummer 1 dieses Jahres!

Platz 2: Mass Effect 2
Eines der besten Sci-Fi-Universen, eine packende Story und Inszenierung, nachvollziehbare Charaktere und rasantes Gameplay, große Entscheidungsfreiheit und ein fantastischer Soundtrack: Mass Effect 2 hat fast alles richtig und mir vor allem verdammt viel Spaß gemacht. Danke, BioWare und jetzt her mit Teil 3!

Platz 3: Nier
Nier ist mein Überraschungs-Hit des Jahres. Das Action-Rollenspiel ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: Die Grafik stammt aus der PS2-Ära, es leiht Elemente aus Bullethell-Shootern und zu den Hauptcharakteren gehört ein zynisches, fliegendes Buch und eine fluchende Kämpferin im Negligé. Und man reitet auf Wildschweinen. Muss ich wirklich noch mehr sagen?

Platz 4: World of WarCraft: Cataclysm
Dass mich World of Warcraft nochmal so sehr fasziniert, hätte ich selbst nicht erwartet. Die alte Welt wurde umgekrempelt, Questreihen stellen ganz neue Aufgaben und präsentieren sich endlich zeitgemäß mit Zwischensequenzen – Harrison Jones and the Temple of Uldum allein gehört wohl zu den besten Questreihen, die ich jemals in einem MMORGP spielen durfte.

Platz 5: Costume Quest
Nachdem mich Brütal Legend eher enttäuscht hat, wurde ich ausgerechnet von einem kleinen DLC-Titel des Entwicklerstudios Double Fine positiv überrascht: Das „japanische“ Rollenspiel ist charmant, extrem witzig und verdammt kurzweilig – Costume Quest ist mein Download-Titel des Jahres!

Die größte Enttäuschung des Jahres:
Jahre lange Entwicklungszeit, großer Hype, erstklassiger Vorgänger: Mafia 2 sollte zu einem Mega-Hit werden, einem modernen Klassiker, der neue Maßstäbe in Sachen Atmosphäre und Erzählstruktur setzt. Und was ist draus geworden? Eine halbgare Fortsetzung, die sich fast genauso spielt wie Teil 1 – und damit natürlich total überholt ist. Hinzu kommt eine wenig originelle Story mit einem gefühlt unvollständigen Ende und die dreiste DLC-Politik seitens 2k Czech. Son, I am disappoint.

2011 freue ich mich am meisten auf…:
Dieses eine Spiel, auf das ich mich im kommenden Jahr unglaublich freue, gibt es nicht. Es sind gleich mehrere! Little Big Planet 2, Dragon Age 2, Mass Effect 3, Uncharted 3, Portal 2 – um nur einige zu nennen. Alles Fortsetzungen, ich weiß, aber zu klasse Spielen. Und gerade von Nachfolgern zu Portal oder Little Big Planet darf man nach wie vor spielerische Innovation erwarten. Am meisten gespannt bin ich aber auf den Duke. Das wird einfach ein historischer Moment – unabhängig davon, ob das Spiel nun gut oder schlecht wird.

Weitere Themen: Mass Effect 3 Demo, BioWare

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