Mass Effect - Andromeda: Der bisher schlechteste Teil?

Richard Benzler
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Könnte Mass Effect: Andromeda der bis dato schlechteste Ableger des preisgekrönten Sci-Fi-Epos werden? Diese Befürchtung manifestiert sich zur Zeit in vielen Kritikern, die bereits die ersten Stunden von BioWares neuestem Werk anspielen durften.

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Mass Effect Andromeda: Der Launch-Trailer zum Rollenspiel

Ein Embargo, das einen Tag vor Release aufgehoben wird, ist in der Regel kein zuversichtliches Signal seitens der Entwickler und des Publishers. Man könnte meinen, dass beide Parteien die Kritiken – in Erwartung schlechter Wertungen – erst kurz vor knapp an die Öffentlichkeit dringen lassen, damit sie den Verkaufsstart nicht bereits Wochen im Voraus trüben und Vorbesteller zum Umdenken anregen.

Schon bei Dragon Age: Inquisition schlich sich an zahlreiche Spieler das beklemmende Gefühl heran, BioWare werde von EA konsequent heruntergewirtschaftet und könnte seine besten Tage mittlerweile hinter sich haben. Viele langweilten sich nach eigener Aussage durch eine Open-World, die bis zum Rande mit trivialsten Bring-mir-dies-bring-mir-das-Quests angereichert worden war.

Shepard

Beim Gedanken an Dragon Age: Inquisition graut es sogar Commander Shepard

Die jüngsten Previews zu Andromeda beschränken sich zur Zeit noch auf die ersten Stunden. Es gibt also Raum für Optimismus und Hoffnung darauf, dass der Titel im weiteren Verlauf die Kurve kriegt. Nichtsdestotrotz: Die Erfahrungsberichte sind besorgniserregend. Besonders vernichtend fällt das Urteil des Kollegen von Rock, Paper, Shotgun aus. Hier einige Auszüge:

„Die ersten Stunden Andromedas sind ein grauenvoller Marsch durch den banalsten Unsinn aller vorangegangenen Teile.“

„Bemerkenswert schlechte Dialoge.“

„Ein User Interface, das offenbar bewusst so entwickelt wurde, dass es jeden in Raserei versetzt.“

„Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie jemand sowas einfach niederschreiben kann, ohne derart von Scham erfüllt zu sein, dass er aufsteht, weggeht und solange weitergeht, bis er irgendwo rein- oder runterfällt.“

Mass Effect - Andromeda: Spieler finden Glitches, seltsame Animationen und Downgrades

Diese Eindrücke decken sich mit dem Klagen vieler Spieler, denen dutzende Glitches und seltsame Animationen den Spaß am Spielen trüben – oder auch nicht, denn die seltsamen Redepausen, dümmlichen Gesichtsausdrücke, toten Augen und emotionslos runtergeleierten Dialoge bieten sich geradezu an, um in einer Sitcom-Parodie à la Seinfeld verwurstet zu werden:

Weitere Medien à la Forbes sowie Giant Bomb und GameSpot (im Podcast Folge 472) äußern ihre Kritik noch etwas verhalten, haben aber einen Konsens hinsichtlich des sperrigen Interface-Aufbaus, der ausgestanzten Dialoge, der steifen Animationen und des wenig berauschenden Gunplays. Ob das stimmt, können wir selbst erst in den kommenden Tagen verifizieren.

Hoffen wir, dass die ersten Spielstunden ihren Schatten nicht auf den weiteren Verlauf vorauswerfen. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die anfängliche Erwartung und Vorfreude an das Spiel in bittere Enttäuschung umschlagen. Und wenn es doch dazu kommen sollte, so hoffen wir, dass die Leute hinter BioWare, die traditionell sehr verbrauchernah sind, sich das kritische Fan-Feedback schnell zu Herzen nehmen. Am 20. März wissen wir mehr.

Weitere Themen: Mass Effect, E3 2016, Electronic Arts

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